Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?

Sonne, Wind und Feuer
Elli1
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Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?

#51

Beitrag von Elli1 »

Ja, man muss die richtige Zielgruppe finden und sich an diese wenden.

Das mit diesen Kaffeekapseln werde ich nie verstehen.
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Rohana
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Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?

#52

Beitrag von Rohana »

Elli1 hat geschrieben: Sa 10. Jan 2026, 15:36 Ja, man muss die richtige Zielgruppe finden und sich an diese wenden.
Die Menge an Menschen die Brennholz zum Verbrennen brauchen und im sinnvoll darstellbaren Lieferbereich wohnen, ist leider begrenzt. Und: Die Ware ist qualitativ gleichwertig, egal ob der Waldbesitzer damit viel oder wenig intensive Arbeit hatte. Brennholz (hart/weich), Scheitlänge X, Feuchtigkeit Y, wenn die Parameter stimmen zählt als nächstes der zu zahlende Preis, nicht der Nettoverdienst des Waldbesitzers.

Wenn das bei dir anders ist - zieh her, ich verkauf sofort an dich :engel:
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Elli1
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Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?

#53

Beitrag von Elli1 »

Rohana, das ist hier nicht anders.
Vor Jahren hatte ich Eierschwemme und jemand vom Dorf sagte mir die Vorbesitzerin unseres Hofs hätte die Eier immer beim Campingplatz ein Dorf weiter verkauft. Erst dachte ich das wäre eine gute Idee da die Camper in der schönen Eifel Urlaub machen und sich auch über Eier von eifeler Hühnern mit Freilauf freuen. Weit gefehlt. Denen ging es nur um Billigurlaub denn ich bekam zu hören das die Eier im Rewe billiger wären. Dann sollen sie eben die billigen Eier im Rewe kaufen.
Nach Jahren habe ich jetzt Kundschaft die die Eier meiner Hühner zu schätzen weiß und auch den Preis zahlt. Wobei ich an 3,50 € für 10 Eier nichts verdiene. Ist ja Hobby.

Mit Brennholz ist das sicher wieder ein ganz anderes Thema und bei euch muss auch am Ende was rauskommen.
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Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?

#54

Beitrag von Rohana »

Elli1 hat geschrieben: Sa 10. Jan 2026, 19:03 Mit Brennholz ist das sicher wieder ein ganz anderes Thema und bei euch muss auch am Ende was rauskommen.
Das weiss ich nicht, ganz ehrlich. Das Brennholz fällt hier so nebenbei an, aber essen können wir es halt nicht, rumliegen lassen will er's nicht und stehen lassen will er's auch nicht. :motz:
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emil17
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Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?

#55

Beitrag von emil17 »

Hier gibt es einen Forstverband mehrerer Gemeinden, die gemeinsam ihren Wald bewirtschaften; früher hatte es noch Gemeindeförster. Die Nachfrage nach edel-Brennholz für die Ferienvillen ist hoch. Deshalb lassen die lastwagenweise Buchenstämme heranführen, weil es hier im Innerwallis Buche nicht hat. Das wird dann mit einem Sägespalter zu Brennholz aufbereitet, die Spreisselware wird entfernt, und es wird diesen Leuten zu Apothekerpresien verkauft. Was die Wälder hier in Menge liefern, wird entweder in Hackschnitzelanlagen für Fernheizung, Hallenbad usw. verfeuert oder im Wald liegen gelassen. Das ist vor allem Fichte und Lärche.
Ich nehme alles ausser Kiefer (russt zu stark) und Erle (lohnt nicht). Die Bauern, die ihre Scheiter noch selber machen, sind wenige, und sie machen in der Regel auch nur, was sie selber verbrennen, weil es sich nicht lohnt, das gewerblich zu machen.
Wenn man sein Brennholz selber macht und das als Hobby auffasst, muss man nicht rechnen. Leute, die nicht Edelscheiter wollen und auch nicht selber holzen, kaufen entweder Abfälle von Zimmereien, die das auf 25 oder 33 sägen und palettieren, oder auch von Obstbauern, die aus den entfernten Plantagenbäumen (Aprikose, Birne, Apfel) Brennholz machen. Für diese Unternehmen ist Brennholz eine Nebeneinnahme, weil es eh schon "da" ist und man damit noch jemanden in Randzeiten beschäftigen kann, wenn grad nix wichtigeres ansteht. Deshalb rechnen die auch nicht mit dem spitzen Bleistift, was sie pro Einheit Brennholz für Fixkosten haben.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?

#56

Beitrag von Hildegard »

Sohn hat seinen Wald neben Stiftswald und privaten "Walderben"...ohne Ahnung, Wissen und Werkzeug. Beim Stift bleibt nach Schlägerung mit Harvester soviel liegen, was er sich für seine Hackschnitzelanlage gratis holen kann, für die anderen muss er ihr Käferbaumproblem managen...die sind froh , wenn er das für sie macht, die verzichten dankend auf das Holz. Wir dürfen, wenn wir wollen, mithelfen und damit heizen. Auch der 2. Sohn in Stadtnähe, deckt seinen Brennholzbedarf auf diese Weise. Win-win eben! :)
LG Hildegard
Trau nie dem Ort an dem kein Unkraut wächst ;)
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Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?

#57

Beitrag von woidler »

Um auf die Ausgangsfrage nach dem Arbeitsablauf beim Brennholz-Selbstversorgen zurück zu kommen, landet man natürlich auch bei der finanziellen Seite und dem Aspekt größer gehts immer.
Nachdem ich vor ca 40 Jahren angefangen habe, auf meinem mit ca. 8 Bäumen versehen Anwesen Bäumen und Hecken anzupflanzen und sich dann auch diverser WIldwuchs eingestellt hat, habe ich jetzt mein ca. 4 Tagwerk Woid und mittlerweile auch ab ab und an einen vom Sturm umgeworfenen Stamm mit 40 cm Durchmesser. Da würde natürlich ein moderner Holzspalter hilfreich sein , der mit Seilwinde entsprechende Meterstücke in die Senkrechte zieht, umklammert
und dann spaltet. Kostet natürlich ein bißchen , es fehlt die befestigte Arbeitsfläche und wenn das
Teil mal streikt habe ich Probleme, das 300 Kg schwere Teil ind die Werkstatt zu bringen ....
Als bleibts bei der bisherigen Technologie:
Basis ist ein Wippsäge mit einer Schnittweite bis zu ca.18 cm Durchmesser und ein Horizontalspalter mit einer Spaltlänge von 50 cm. Beide sind Mitte der 90 jahre angeschafft und Laufen mit 380 V.
Hauptsächliche Baumarten Typ "Erlenbruch" Erlen , Weiden, Pappeln, und was noch in ein
paar hundert Meter Feldhecken an Ahorn, Schlehen und Hainbuchen vorkommt.
Bedarf: Stücke mit 50 cm Länge, 33 cm und kleiner 25 cm für Küchenherd.
Je nach Durchmesser gerne auch ungespalten , je nach Größe.
Zum Transport nehme ich einen Kleinschlepper mit Frontladerschaufel 1,20 m, "verlängert" mit einer Holzplatte um 30 cm nach vorne und Palettenheber fürs Heck , mit einsteckbaren senkrechten Standeisen an den Enden . Für letzteren gibt es normale Paletten mit angeschraubten senkrechten "Rungen" . Wenn was neben dem Weg liegt, kommt der PKW mit Anhänger zum Einsatz.
Geschnitten wird im Gelände mit einer mittlerweile auch schon wieder fast 8 Jahre alten Stiehl, 40er Schwert und Seniorenmodus ( beim leichten Ziehen des Starters wird die Energie in einer
Feder gespeichtert, so man das Ding ohne großen Kraftaufwand starten kann).

Alles was mit der Wippsäge geschnitten werden kann , incl. Äste wird dann vor Ort auf ca. 120 cm geschnitten und aufgeladen, Was für die Wippsäge zu groß ist, wird dann gleich für den Spalter auf 50 cm geschnitten. Stücke mit größerem Durchmesser werden etwas kürzer geschnitten und kommen in die Frontladerschaufel. Das Frischholz wird dann meist gleich in die
Scheune zu Wippsäge und Spalter gefahren und zerkleinert und dann nach den jeweiligen Maximalgrößen sortiert. Kleine nicht aufschlichtbare Stücke landen in Kisten und Kartons
Die Frontladerschaufel mit den schweren Halbmeterstücken plaziere ich dann so, daß ich sie noch einigermaßen auf den Spalter rüber wuchten kann.

Noch größe Stücke säge ich dann mit der Kettensäge ein spalte sie dann mit Keilen, damit ich sie
auf den Spalter heben kann.

Wenn auf der Palette hauptsächlich dünnere Äste zwischen den senkrechten Rungen eingeklemmt sind, schneide ich sie mit der Elektro(kabel) kettensäge kurz und klein .

Ich komme also mit der Technologie aus , die da ist. Letzte Anschaffung war ein Akku-Hochentaster und eine Akku-Astschere. Das Heckenholz , das ich eh schon mal in der Hand habe
wird dann Anbrennholz oder Küchenofenholz.

Wenn ich keine Zeit zur Verarbeitung habe, wird die Palette im Trockenen untergestellt.

Aktuell ist aber der Plan, das "geworbene" Holz gleich zu zerkleinern und aufzuschlichten, oder gleich abzutransportieren, damit ich nicit nochmal zweimal in die Hand nehmen muß.

Gedanken zu Aufwand und Preis mache ich mir ehrlich nicht.

Ich spar uns pro Jahr etliches an Pellets und Heizöl, zahl keine Umsatzsteuer und muß auch mein versteuertes Einkommen nicht fürs Heizen ausgeben.

Ich habe die Sicherheit, daß wir ein paar Jahre auch ohne Strom im Warmen sitzen

und nach einem Holzarbeitstag mit anschließendem "Rücken" bin ich am darauf folgendne Wochenende vom Spazierengehen befreit.
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Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?

#58

Beitrag von Kerstines »

Wir, als Nicht-Waldbesitzer, haben vor vielen Jahren, muß so um 2005 gewesen sein, beim Förster wegen Holzmachen nachgefragt.
Kein Problem, nur kleine Gebühr. Förster traf sich mit uns im Wald zur Einweisung.
Nachbar mit Sägeschein und Vollschutzausrüstung und Benzinkettensäge hat das Försterherz höher schlagen lassen. "Hier könnt Ihr alles runtermachen."
Mein Gemahl hatte seine Kettensäge auch mit (elektrisch) UND unser Stromaggregat hatten wir im Caddy (ich war dabei) in den Wald transportiert! Das Gesicht vom Förster war sehenswert! SO eine Waldsteckdose hatte er noch NIE gesehen! :lol:
"Es sind die Fantasten, die die Welt in Atem halten. Nicht die Erbsenzähler." Erich von Däniken
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Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?

#59

Beitrag von emil17 »

woidler hat geschrieben: So 11. Jan 2026, 18:16 Um auf die Ausgangsfrage nach dem Arbeitsablauf beim Brennholz-Selbstversorgen zurück zu kommen, landet man natürlich auch bei der finanziellen Seite und dem Aspekt größer gehts immer.
[...]

Gedanken zu Aufwand und Preis mache ich mir ehrlich nicht.

Ich spar uns pro Jahr etliches an Pellets und Heizöl, zahl keine Umsatzsteuer und muß auch mein versteuertes Einkommen nicht fürs Heizen ausgeben.

Ich habe die Sicherheit, daß wir ein paar Jahre auch ohne Strom im Warmen sitzen
Das geht bei mir genauso.
Natürlich ist es rein finanziell betrachtet unsinnig, einen ganzen Tag im Wald gemütlich rumzumachen und dann kommt vielleicht ein Festmeter Brennholz dabei herum. Ich sehe das aber als Privileg, weil ich es ja gerne mache. Umbringen muss ich mich dabei nicht, ich habe jedes Jahr etwas mehr als was wir verbrennen. 2025 war diesbezüglich extrem, wegen dem vielen Schneebruchholz. Was ich von meinen Wiesen geräumt habe, wird gleich aufgearbeitet - es muss ja sowieso weg - und auch sonst konnte man sich an Fallholz jeder Art nehmen, soviel man wollte. Da stehst du dann ein paar Stunden und putzest Fichtenäste mit dem Gertel, weil die vorzügliches Brennholz geben und man nicht, wie für die grossen Stämme, schweres Gerät dafür braucht.
Was an Ausrüstung da ist: Eine kleine Akku-Kettensäge (die fast die ganze Sägearbeit im Wald macht), eine grössere Benziner, ein oder zwei Handseilzüge, Spaltkeile, Spalthammer, Schubkarre, Transportanhänger und geländegängiges Zugfahrzeug.
Inzwischen habe ich gelernt, allzu widerspenstiges Zeug liegen zu lassen.

Würde ich für andere gegen Geld Brennholz machen, würde ich anfangen zu rechnen, und es dann lieber lassen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Manfred

Re: Selbstversorgung mit Brennholz: Euer Arbeitsablauf?

#60

Beitrag von Manfred »

Für deine Bedingungen finde ich die Halbmeter-Logistik eine gute Lösung, Woidler.
Hat der Voreigentümer einer unserer Buden auch so gemacht, auf 1/2 ha Grundstück ohne Traktor.
Material, mit dem sich der kleine Spalter schwer tut, wie knorrige Astgabeln, kann man entweder direkt mit der Kettensäge zu ofentauglichen Stücken sägen (ich nenne die Kaminofenklötze) oder als Altholz liegen lassen.

Was bei uns beim Spalten der Meterstücke als gröberes Bruchholz anfällt, sägen auf Ofenlänge wir direkt in Gitterboxen. Auf den Meterholzstapel wandern nur die schönen Scheite.
Die kleineren Spreißel rettet teils mein Vater unbeirrbar als Anzündholz, teils gehen sie zusammen mit den abfallenden Rindenstücken zurück in Wald und Flur.
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