Ich weiß, folgendes wird vielleicht überspitzt klingen - aber - ist nur meine Meinung.
Also ich komme selbst aus dem, was man eine
'akademisch gebildete Familie' nennen könnte. Nur - die Familie hat es trotz aller Akademie nicht geschafft, überhaupt eine Familie zu sein. Aber immerhin - akademisch - das waren sie. Zumindest von Seiten meiner Mutter her.
Ich habe einen 'nichtakademischen' Menschen geheiratet. Für mich der klügste Mann der Welt (von den üblichen Fehlern, die die perfekte Ehefrau
Als ich anfangs die ersten Kinder hatte, dachte ich, es gehört sich, dass man, wenn irgend möglich, Abitur macht. Blöd dann - das erste Kind hatte sowas wie ADS und Legasthenie. Und dem folgten mehrere Kids mit ähnlichen Problemen.
Wenn ich daran denke, bin ich immer froh, dass ich mich ziemlich schnell und früh umstellen konnte und von keinem Abitur und Studium erwartet oder gar mit falschem Ehrgeiz dahin getrieben habe.
Heute bin ich sehr zufrieden mit dem was sie sind. Alle arbeiten in Berufen, die wichtig für unsere Gesellschaft sind. Manche könnten, wenn sie wollten studieren. Wollen sie aber nicht. Zumindest bisher nicht.
Warum auch, wenn man soweit zufrieden ist.
Ich hatte in der Schule auch diese komischen Lernstörungen. Damals hieß das aber anders. Das hieß dumm oder faul. Da hat es dann zum großen Ärger meiner Mutter auch nur mit Ach und Krach zum Mittleren Abschluss gereicht. Ja - dieses Kind machte Mutter keine Freude. Ich selbst habe es allerdings auch bedauert. Sehr sogar. Mein Wunschberuf wäre Lehrerin gewesen. Da wurde leider nix draus. Das nagte lange an mir. Heute bin ich mir nicht mehr so sicher, ob ich das noch wollte, wenn ich könnte. Und Menschen, denen sooo wichtig ist, was einer für Schulbildung hat oder Menschen nach ihrem IQ bewertet, kann ich nicht leiden.
Ich habe inzwischen vor der sogenannten 'höheren Bildung' heute nur noch sehr begrenzt Respekt.
Die Menschen zum Beispiel, die uns regieren, also Politiker, sind alle hochgebildet. Aber was bringen sie zusammen? Das meiste ist zum Mäuse melken. Gerade laufen Nachrichten. Eine einzige Katastrophe. Keiner weiß was. Keiner blickt durch. Die haben aber alle studiert.
Die vom Gesundheitsministerium fand ich ja damals besonders amüsant. (Nein - bin kein Coronaleugner - bin ganz normal.) Und bei der 'Mutti aller Soldaten' hab ich mich schon immer ernsthaft gefragt, wer kam auf die Idee, die Frau dahin zu setzen, wo sie bis vor ein paar Tagen saß. Echt nur wegen Frauenquote? Das ist nur noch peinlich.
Ich weiß nicht, welche Blockaden die politischen Entscheidungsträger im Kopf haben und will mich politisch hier auch nicht weiter auslassen. Aber vieles finde ich sehr merk- und fragwürdig. Aber studiert - das haben sie. 'Studierte', die jahrelang Fachwissen gesammelt haben - und das ist alles was dabei rauskommt?
Oder Lehrer. Auch sehr gescheite Leute. Nur - die wenig wirklich guten Lehrer die wir hatten - da brauchen wir keine ganze Hand um die abzuzählen. Und wir hatten - zig davon. In einer Schule hat meine Tochter die Lehrer mal um einen konsequenteren und ambitionierteren Unterricht gebeten. Ich dachte, ich Fall vom Stuhl.
Oder Ärzte.
Oder ganz einfach - der ganz normale Beamte (der oft ja auch studiert hat). Unsere lieben Ukrainer zum Beispiel bekommen regelmäßig Post von Vater Staat. Seitenlange Briefe. Ausführlich und informativ und - für deutsche Beamte vielleicht auch spannend.
Nur - Ukrainer können das nicht lesen. Ich weiß nicht, warum es ein Beamtensystem nach einem Jahr massiver Kriegsflüchtlingsschaft nicht fertig bringt, das mal einfach, klar, kurz und in jeweiliger Landessprache auf's Blatt zu bringen. Das gleiche Problem ist ja wahrscheinlich auch bei Syrer, Afghanen, Nigerianer...was auch immer vorhanden.
Wir als Deutsche hatten manchmal Probleme das Beamtendeutsch richtig zu verstehen und zu wissen, was die eigentlich wollen. Intelligentes Vorgehen schaut für mich anders aus.
Oder ganz einfaches Beispiel - Die Öffnungszeiten von Ämtern. Da doch zum Glück immer noch mehrere Millionen Menschen in einem Beruf tagsüber tätig sind - warum gibt es keine Abendsprechstunden? Mein Mann muss zum Grundbuchamt. Sprechstunde Mo, Mi, Fr 8-11 Uhr. Wer bitte kommt auf sowas? Wer hat da Zeit? Sogar mein Mann als Rentner findet mit seinem Minijob am Vormittag kaum Zeit dafür. Geschweige denn, wenn es mal etwas schneller gehen sollte. Muss er wegen einer kleinen Frage oder einem Zettel den braucht jetzt 1 Tag Urlaub nehmen? Vielleicht ist das jetzt sehr banales Beispiel - aber der wo die Öffnungszeiten festgelegt hat, ist anscheinend nicht auf die Idee gekommen, sich an den Bedürfnissen des normalen Menschen zu orientieren. Aber Abitur hatte er bestimmt. Glaube nicht, dass der Hausmeister die Öffnungszeiten festgelegt hat.
Das was ich meine, nennt man allgemein 'gesunden Menschenverstand'. Und daran fehlt es bei den sogenannten 'Besseren'. Nicht bei allen. Man darf ja nicht verallgemeinern. Aber ich würde doch sagen, ganz allgemein bei vielen.
Und deshalb haben wir auch all die Probleme. Wie zum Beispiel Fachkräftemangel. Weil häufig der 'ganz normale gesunde Menschenverstand' nicht zum Zug kommt um ein Problem anzugehen.
Zum Threadtitel: 'Kann es sein, dass unser Wohlstandsmodell am Ende ist?'
Ein Lehrer eines unserer Kinder sagte mal: 'Geht es dir gut - geht es einem anderen auf der Welt schlecht.'
Das ist sowas von wahr. Esse ich eine Banane - hustet ein anderer, weil er das Pflanzenschutzgift von der Plantage eingeatmet hat. Lache ich in mein Handy - weint vielleicht wo anders ein Kind, weil es zerschürfte Knie hat beim Raushämmern der seltenen Erden. Ich koche Reis - der Bauer ist verzweifelt, weil er heuer kaum Ertrag hatte, dafür viele Schulden. Und so weiter. Und kaufe ich keinen Reis, keine Bananen und kein Handy sind sie auch verzweifelt, weil sie dann gar nichts haben.
Ja - unser Wohlstandsmodell sollte beschnitten werden und statt 'unser Wohlstandsmodell' müsste es heißen: 'Wohlstand für alle'.
Ich persönlich denke, dass es machbar wäre und weiß doch, daß es eine Utopie bleiben wird.


