Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3531

Ungelesener Beitrag von sybille »

emil17 hat geschrieben: Mo 17. Jan 2022, 20:57 Ich habe das nicht vergessen. Nur, wenn man sich nicht mehr die geringste Kreativität im Beruf leisten kann, weil es sich dann nicht mehr rechnet, dann ist man doch nur noch der Knecht seiner eigenen Betriebsrentabilität ... Da ist es doch besser für das eigene Wohlbefinden, das mit weniger Rentabilitätsdruck im Nebenerwerb zu machen und die Freude daran zu behalten.
Rentabilität hilft ja auch nicht, seit Jahrzehnten werden alle immer effizienter und es wird trotzdem nicht besser.
Absolut! Wenn jetzt das Argument kommt nichts anderes gelernt zu haben ist das Unfug. Quereinsteiger werden immer gesucht.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3532

Ungelesener Beitrag von Rohana »

Äh... ihr wollt mir ernsthaft sagen dass es normal sein soll, sein Geld woanders zu verdienen um dann im Nebenerwerb zu wirtschaften? Sorry, macht ihr euren Beruf auch zum Hobby und geht nebenher arbeiten? :hmm: :lala: :bang: :dreh:
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emil17
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3533

Ungelesener Beitrag von emil17 »

Wenn ich feststellen müsste, dass ich mich ohne jede Kreativität nur noch abschinde, um über die Runden zu kommen, wenn ich der Finanzen wegen zu viele Dinge nicht so machen kann, wie ich eigentlich will: ja
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3534

Ungelesener Beitrag von Rohana »

Haja. Das passt wenigstens zur Aussage von Cem die ich gestern im Radio gehört habe, vonwegen man will die Landwirtschaft umbauen, und Umwelt, Natur, yadayada, Soziales, Öko, hastenichtgesehn. Das einzige wovon gar nicht die Rede war: Lebensmittelproduktion. Also freue ich mich drauf dass wir in einigen Jahren alle nur noch Blümchenwiese machen und Geld für's Nixtun bekommen!
:ohm:
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3535

Ungelesener Beitrag von emil17 »

Ihr sollt kein Geld fürs nixtun kriegen. Die Idee ist ja gerade, Subventionen an gesellschaftsrelevante Leistungen zu binden, die nicht über den Produktpreis abgegolten werden. Die erbringt ein Schweinemastbetrieb wenig oder gar nicht, der die maximal zulässige Güllemenge ausführt und gerne Sondergenehmigung für noch mehr hätte, ein Bergbauer hingegen sehr wohl.
Produktion notwendiger Güter alleine erfüllt das Kriterium nicht, denn Schrauben und Schuhläden sind auch wichtig für die Gesellschaft und trotzdem kriegen die nix extra dafür, bloss weil sie das machen und davon zu leben versuchen.
Lebensmittelproduktion könnt ihr schon, und zwar so gut, dass die Waren viel zu billig sind. Sagt ihr ja dauernd selber. Wenn die Produktion etwas zurückgefahren wird, steigen die Preise und das ist in diesem Fall für alle gut. Wenn man die Produktion weiter fördert, sinken die Preise, die Qualität verbessert sich nicht, weil Menge die Rendite machen muss, die Umweltbelastung steigt weiter und das ist vor allem der Ruin der Kleinen.
Das war die Entwicklung der letzten Jahrzehnte und das sage ich als Laie, von aussen gesehen und ohne Rücksicht auf betriebswirtschaftliche Probleme.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3536

Ungelesener Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

emil17 hat geschrieben: Mi 19. Jan 2022, 09:19 Wenn die Produktion etwas zurückgefahren wird, steigen die Preise und das ist in diesem Fall für alle gut. Wenn man die Produktion weiter fördert, sinken die Preise, die Qualität verbessert sich nicht, weil Menge die Rendite machen muss, die Umweltbelastung steigt weiter und das ist vor allem der Ruin der Kleinen.
TRUGSCHLUSS!

Wenn hier weniger produziert wird, Fahrt eben ein Schüttgutfrachter mit Weizen mehr die Donau hoch, die Polen schicken drei Lkw mehr Milch. Dänemark liefert das Schweinefleisch, Polen die Eier und die Niederlande Gemüse und Geflügelfleisch. Rind kommt aus Frankreich oder Übersee usw.

Die deutsche Produktionsmenge hat kein Einfluss auf den Preis.
Wenn wir weniger als das wirtschaftliche Optimum produzieren haben wir also nur weniger verdient und weiter passiert nichts.

Mit deinen abstrusen Ideen und Forderungen drückst du den Monetärenertrag so weit dass sich die Sache nicht mehr rechnet. Das ist nicht schwer, denn sie lohnt sich jetzt schon kaum:
nach Vollkosten bleiben pro Hektar Brotweizen etwa 20-50 € Gewinn.
Bei 2.000 € Umsatz macht das eine Umsatzrendite von
1-2,5 %. Ein absolut grottenschlechtes Ergebnis, verglichen mit anderen Wirtschaftszweigen.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3537

Ungelesener Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben: Mi 19. Jan 2022, 09:19 Ihr sollt kein Geld fürs nixtun kriegen. Die Idee ist ja gerade, Subventionen an gesellschaftsrelevante Leistungen zu binden, die nicht über den Produktpreis abgegolten werden.
Naja was genau willst du an einer Blümchenwiese tun wenn sie erstmal drin ist? :roll:
Die erbringt ein Schweinemastbetrieb wenig oder gar nicht, der die maximal zulässige Güllemenge ausführt und gerne Sondergenehmigung für noch mehr hätte, ein Bergbauer hingegen sehr wohl.
Der Schweinemastbetrieb tut etwas, genau wie der Bergbauer, was gerne übersehen wird: Er produziert Lebensmittel und erhält nebenbei die Kulturlandschaft, und ist über seine Produktion verbunden mit dem vor- und nachgelagerten Bereich. In einer Zeit, in der die Regale IMMER voll sind, wo es Lieferketten um den halben Globus gibt und der, der beim Preis nicht mitspielt, eben durch einen anderen ersetzt wird, da wird die Lebensmittelproduktion und alles was daran hängt als so selbstverständlich wahrgenommen...
Produktion notwendiger Güter alleine erfüllt das Kriterium nicht
Wie lange überlebst du ohne Schrauben und Schuhe? Vermutlich länger als ohne Nahrungsmittel, aber wir können es gerne drauf ankommen lassen. Davon abgesehen geht es hier um Urproduktion, die in Zeiten der Globalisierung ja eh kaum noch als lokal notwendig wahrgenommen wird (auch wenn paradoxerweise alle von regional und saisonal reden - vor Ort darf es weder stinken noch laut sein oder auch nur sichtbar...). Hey, alles kein Problem, in D ist man schon auf dem besten Weg auszuprobieren wie schön das sein wird wenn man die Produktion von Lebensmitteln genau wie die von Schrauben oder Schuhen so gut wie möglich ins Ausland verlagert, weil's da billiger ist :pfeif:

Die Abhängigkeit von Schrauben ist übrigens gar kein schlechtes Beispiel. Dumme kleine Ersatzteile vom Arsch der Welt die mal wieder lange Lieferzeiten haben, können nämlich ganz GANZ grosse Probleme machen. Fängt deswegen nun jemand an, die wieder in D zu produzieren?
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3538

Ungelesener Beitrag von penelope »

Rohana hat geschrieben: Mi 19. Jan 2022, 10:45
Der Schweinemastbetrieb tut etwas, genau wie der Bergbauer, was gerne übersehen wird: Er produziert Lebensmittel und erhält nebenbei die Kulturlandschaft ...
In wie weit das der Fall ist, hängt aber eben sehr stark von der Art ab, wie (gerade im speziellen) Schweinemast betrieben wird. Wenn die Art und Weise einer Prokution eines Gutes, vom dem es im Land eine Nettoexportüberschuss gibt, die Kulturlandschaft eben nicht erhält, sondern gefährdet und externe Kosten verursacht, dann ist es sehr schwer zu rechtfertigen, warum das dann auch noch massiv öffentlich gefördert werden sollte. Die Höhe der öffentlichen Förderung daran zu knüpfen, in wie weit auch öffentliche Güter bereitgestellt werden, ist absolut folgerichtig, wenn es sich nicht um ein Produkt handelt, an dem ein schwerwiegender Mangel herrscht.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3539

Ungelesener Beitrag von Rohana »

Wenn die Art und Weise einer Prokution eines Gutes, vom dem es im Land eine Nettoexportüberschuss gibt, die Kulturlandschaft eben nicht erhält, sondern gefährdet und externe Kosten verursacht, dann ist es sehr schwer zu rechtfertigen, warum das dann auch noch massiv öffentlich gefördert werden sollte.
Das muss man sich echt auf der Zunge zergehen lassen. Wer, wenn nicht die Landwirtschaft, erhält denn die Kultur(!)landschaft eben durch Bewirtschaftung?
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penelope
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3540

Ungelesener Beitrag von penelope »

Es steht ja ein "wenn" vor dem Satz.
"Die" Landwirtschaft ist viel zu allgemein. Natürlich gibt es sehr viele sehr gut arbeitende Landwirte, aber es gibt auch ganze Landstriche, die unter Nitratbelatung und Bodenerosion, verursacht durch intensive Landwirtschaft, leiden. Wer deutlich zum Erhalt einer vielfältigen Landschaft beiträgt, schafft auch ein öffentliches Gut und sollte gefördert werden (so ja auch der aktuelle politische Plan). Wer sich nur am zulässigen Mindestmaß orientiert, kann das ja im Rahmen bestehender Gesetze tun - nur muss das nicht mit öffentlichem Geld gefördert werden.
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