Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3321

Ungelesener Beitrag von Manfred »

"Diesel-Kraftstoff könnte sich nach den Plänen der Ampelkoalition für Landwirte um fast 1 Euro pro Liter verteuern."

https://www.agrarheute.com/politik/steu ... ern-587933

Die nächste extreme Wettbewerbsverzerrung, sogar im Binnenmarkt.
Im keinem anderen EU-Staat ist der Agrardiesel teurer als bisher schon in D. In diversen Ländern deutlich günstiger,
von der globalen Konkurrenz gar nicht zu reden.
Jetzt soll der Abstand nochmals erheblich erhöht werden.
Wegwerfprodukte auf Mineralölbasis und Flugbenzin dagegen bleiben billig. Die tragen ja anscheinend nicht zum Klimawandel bei.
Völlig absurd...
Sven2
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3322

Ungelesener Beitrag von Sven2 »

Gibt's eigentlich großartig Land- und Forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge ohne Dieselmotor?
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3323

Ungelesener Beitrag von Manfred »

In Südamerika gibt es relativ viele Traktoren mit Benzinmotoren, wegen billigem Treibstoff aus Rohrzucker.
Aber die bringen uns hier ja auch nicht weiter.
Elektroantriebe kann man in der Landwirtschaft fast komplett vergessen. Es gibt einige wenige E-Traktoren für Kommunaleinsätze, für den Betrieb in Hallen etc, aber die haben nur kurze Laufzeiten. Bei dem Leistungsbedarf landwirtschaftlicher Maschinen sind Akkus bisher weitgehend witzlos und zudem sehr schwer, was weitere Bodenverdichtung bedeuten würde.

Totalherbizide, zumindest Glyphosat, soll ja gleichzeitig auch komplett verboten werden, so dass auch noch die Minimalbodenbearbeitung erschwert wird, was wieder höheren Energieeinsatz bedeutet.

Unter dem Strich führt das wie bei der Industrie dazu, dass Produktion aus D weg verlagert werden muss, weil sie hier wirtschaftlich nicht mehr darstellbar ist.

Ich habe nicht den Eindruck, dass in Berlin auch nur ansatzweise verstanden wird, was sie anrichten.
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Rohana
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3324

Ungelesener Beitrag von Rohana »

Viecher abschaffen und überall Blümchenwiese machen. Mehr fällt mir dazu nicht mehr ein :bang:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
sybille
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3325

Ungelesener Beitrag von sybille »

In Südamerika gibt es relativ viele Traktoren mit Benzinmotoren, wegen billigem Treibstoff aus Rohrzucker.
Für den vielen Rohzucker musste aber auch viel Urwald abgeholzt werden. Billiger Treibstoff aus Rohrzucker ist also kontraproduktiv.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3326

Ungelesener Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

sybille hat geschrieben: Mi 1. Dez 2021, 17:00
In Südamerika gibt es relativ viele Traktoren mit Benzinmotoren, wegen billigem Treibstoff aus Rohrzucker.
Für den vielen Rohzucker musste aber auch viel Urwald abgeholzt werden. Billiger Treibstoff aus Rohrzucker ist also kontraproduktiv.
Hört sich populistisch an, aber

das ist denen da unten doch egal. Da wird das gemacht was Geld bringt und Kosten spart.


So ein Ideologisches Rumgehampel wie bei uns ist denen völlig fremd.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3327

Ungelesener Beitrag von Manfred »

Oelkanne hat geschrieben: Mi 1. Dez 2021, 17:10 das ist denen da unten doch egal.
Das ist unseren Politikern auch egal.
Die deutsche Politik hat doch die Biotreibstoffquote eingeführt. Dafür wird überwiegend Treibstoff auf Zuckerrohr- und GVO-Mais-Basis importiert.

Die Grünen wissen auch sehr genau, dass die Produktionsminderung hier zur Problemverlagerung nach Südamerika führt, also zu weiteren Regenwaldrodungen.
Das ist aber anscheinend gut für den Klimaschutz, sonst würden sie es ja nicht machen.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3328

Ungelesener Beitrag von Manfred »

sybille hat geschrieben: Mi 1. Dez 2021, 17:00 Billiger Treibstoff aus Rohrzucker ist also kontraproduktiv.
Wo soll denn deines Erachtens der Triebstoff für die Landwirtschaft (und alles andere) her kommen?
Fossil? -> soll weg, wegen CO2-Emissioen
Aus Pflanzen? -> ist böse, weil dafür Fläche gebraucht wird, sprich mehr Rodung
Synthetisch? -> Auch dafür muss die bezahlbare Energie irgendwo her kommen. Fast jede Freiflächen-Solaranlage in D verdrängt landwirtschaftliche Produktion ins Ausland und der erzeugte Strom ist viel zu teuer für die Treibstoffsynthese.

Die extensive Landwirtschaft in D stirbt, weil die Inflation die Ausgleichszahlungen entwertet, bei gleichzeitig explodierenden Kosten.
Die intensive Landwirtshaft in D stirbt, weil sie aufgrund der immer mehr und teureren Auflagen wirtschaftlich mit der billigen Importware nicht mehr konkurrieren kann.

Wir brauchen keine Industrie mehr, die die Grundlange unserer Staatseinnahmen ist,
und wir brauchen keine Landwirtschaft mehr, die uns ernährt.

Also sollen wir zukünftig alle von selbst gedrucktem Geld und importieren Nahrungsmitteln leben,
und gegenseitig unsere selbst gemalten Formulare kontrollieren, als Beschäftigungstherapie.
Wie lange das wohl gut gehen wird?
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3329

Ungelesener Beitrag von Manfred »

Yara-Chef Svein Tore Holsether zu den massiven Verwerfungen am Düngermarkt:
(Mir war nicht bewusst, dass Yara außer den norwegischen, mit Wasserkraftstrom betriebenen Anlagen, auch so viele Gasbetriebene Anlagen in ganz Europa hat.)

https://www.agrarheute.com/markt/duenge ... mpf-587977

"Im vergangenen Sommer eine Tonne Ammoniak zu produzieren, 110 Dollar gekostet", sagte Holsether. „Und jetzt sind es 1.000 Dollar. Es ist also einfach unglaublich.“

„Das bedeutet in erster Linie sehr teuren Dünger für die Bauern und später sehr teure Lebensmittel für die Menschen."
sybille
Beiträge: 3183
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#3330

Ungelesener Beitrag von sybille »

Manfred hat geschrieben: Mi 1. Dez 2021, 18:03
sybille hat geschrieben: Mi 1. Dez 2021, 17:00 Billiger Treibstoff aus Rohrzucker ist also kontraproduktiv.
Wo soll denn deines Erachtens der Triebstoff für die Landwirtschaft (und alles andere) her kommen?
Fossil? -> soll weg, wegen CO2-Emissioen
Aus Pflanzen? -> ist böse, weil dafür Fläche gebraucht wird, sprich mehr Rodung
Synthetisch? -> Auch dafür muss die bezahlbare Energie irgendwo her kommen. Fast jede Freiflächen-Solaranlage in D verdrängt landwirtschaftliche Produktion ins Ausland und der erzeugte Strom ist viel zu teuer für die Treibstoffsynthese.

Die extensive Landwirtschaft in D stirbt, weil die Inflation die Ausgleichszahlungen entwertet, bei gleichzeitig explodierenden Kosten.
Die intensive Landwirtshaft in D stirbt, weil sie aufgrund der immer mehr und teureren Auflagen wirtschaftlich mit der billigen Importware nicht mehr konkurrieren kann.

Wir brauchen keine Industrie mehr, die die Grundlange unserer Staatseinnahmen ist,
und wir brauchen keine Landwirtschaft mehr, die uns ernährt.

Also sollen wir zukünftig alle von selbst gedrucktem Geld und importieren Nahrungsmitteln leben,
und gegenseitig unsere selbst gemalten Formulare kontrollieren, als Beschäftigungstherapie.
Wie lange das wohl gut gehen wird?
Ich weiß es genauso wenig wie Du.
Einfallen täte mir die Wälder vernünftig aufzuforsten und weiter mit Verbrennungsmotoren zu fahren. Viel Wald produziert auch viel CO2 um das wieder auszugleichen.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
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