Erfahrungen mit LED-Grow-Panels zur Jungpflanzenanzucht

hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4085
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: Erfahrungen mit LED-Grow-Panels zur Jungpflanzenanzucht

#131

Beitrag von hobbygaertnerin »

@Olaf,
da bin auch auch neugierig, ob du damit Ernteverfrühung machen kannst.
Ich möchte dieses Jahr auch genauer schauen und eine Tomatenpflanze etwas länger im Wintergarten stehen lassen, mal sehen, wann die dann reife Früchte hängen hat.
Die gestaffelte Ernte kriege ich mit verschiedenen Sorten auf die Reihe- die etwas hartschaligeren Sorten wie San Marzano, die Berao- reifen dann noch nach- eine Kiste Tomaten aus der Ernte des letzten Jahres hab ich noch.
Benutzeravatar
Buchkammer
Förderer 2017
Förderer 2017
Beiträge: 2891
Registriert: Di 30. Nov 2010, 12:01
Wohnort: Thüringen
Kontaktdaten:

Re: Erfahrungen mit LED-Grow-Panels zur Jungpflanzenanzucht

#132

Beitrag von Buchkammer »

Hab mir mal ein paar App's besorgt um das Licht der Anzuchtstation mit meinem Huawei P9 Lite Smartphone zu messen. Zum Einsatz kamen:

- Light meter for photo
- Lux
- beeCam LightMeter
- Color Temp Meter

Die Apps dienen vor allem Fotografen und die, die es werden wollen, zur Bestimmung der Lichtverhältnisse. Inwieweit das Handy und die Apps genaue Daten liefern, kann ich nicht beurteilen.

Trotzdem interessant, wie sich die Lux und Kelvin Werte bei 2x 15 W LED-Panel und 30 W Baustrahler verhalten:
2x-15-W-LED-Panel-und-Baustrahler-30-W.jpg
2x-15-W-LED-Panel-und-Baustrahler-30-W.jpg (57.08 KiB) 2392 mal betrachtet
nur die 2x 15 W LED-Panel:
2x-15-W-LED-Panel.jpg
2x-15-W-LED-Panel.jpg (53.58 KiB) 2392 mal betrachtet
und nur der 30 W Baustrahler:
Baustrahler-30-W.jpg
Baustrahler-30-W.jpg (40.37 KiB) 2392 mal betrachtet
Mein neu geordertes 45 Watt LED-Panel mit Rot-Blauen LED's ist soeben eingetroffen. Mal schauen, wie ich das noch in die Beleuchtungsanlage einbaue. :hmm:
Verbrauchen tut das neue Panel nur 31,7 Watt.
Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern. (Rūmī)
https://www.bewusste-menschen.de/
Olaf
Beiträge: 9045
Registriert: Mi 4. Aug 2010, 14:25
Familienstand: glücklich verheiratet
Wohnort: Havelland BRB

Re: Erfahrungen mit LED-Grow-Panels zur Jungpflanzenanzucht

#133

Beitrag von Olaf »

Also mein Händy hat mir ja leider was gehustet, es hat keinen Belichtungssensor, sagt die App.
Ich dachte, wenn das blöde Ding fotografieren kann und nach gut Dünken dazu den Blitz an- oder abschaltet, müsste es sowas haben.
Na, denn eben nicht.
Also ich würd das aber so interpretieren, dass der ohnehin von den Spektren her ein Problem hat, weil, die Lumens orientieren sich vermuitlich am menschlichen Sehvermögen. Insofern sind die Watts vielleicht aussagekräftiger, das ist die Menge Energie, die man (abzüglich Wirkunggrad) zur Verfügung stellt. Was die Pflanzen dann draus machen, ja, das ist ja die eigentlich spannende Frage.
Aber danke schön, :daumen: ,
ich kanns ja nun leider nicht messen....
Eigentlich bin ich ein netter Kerl.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.
hannes1965
Beiträge: 23
Registriert: So 21. Jul 2013, 15:09

Re: Erfahrungen mit LED-Grow-Panels zur Jungpflanzenanzucht

#134

Beitrag von hannes1965 »

Ja, da stimme ich Olaf zu. Mit dem Luxmeter misst du nur die Helligkeit. Werte am Rande des sichtbaren Bereichs (Tiefrot und Ultraviolett) wirst du mit dem Luxmeter nicht messen können. Da sind die Leistungswerte schon interessanter. Wobei ich deine 31,7 Watt schon gut finde (Ich hatte auch 45 Watt gekauft und nur 28 Watt erhalten).

Nachdem hier so viel über die Unwirtschaftlichkeit der Beleuchtung geschrieben wurde habe ich einmal nachgerechnet:

Invest: 73,98€ für zwei Panels; Bleche waren für "lau"; Schrauben hatte ich noch liegen und eine Zeitschaltuhr war auch noch im Fundus. Gesamtinvest also 73,98€. (Meine Arbeitszeit berechne ich hier nicht, ist halt Hobby)

Annahme: Die Panels sollen theoretisch 50.000 Stunden halten. Ich rechne hier mal mit ca. 6.000 Std. , was bei meinem Beleuchtungszyklus 5 Jahre wären; Die Panels sollen von Anfang März bis Mitte Mai täglich 15 Std. leuchten; Heizkosten fallen nicht an. Für die Keimung steht die Kammer bei 22°C im Wohnzimmer, anschließend bei 16°C im Gästezimmer. Wenn es Anfang Mai schön wird, kommt die Kammer tagsüber ins Freie, so können die Pflanzen abgehärtet werden. Energiekosten: 0,28€ pro Kilowattstunde

Rechnung:
75 Tage x 15 Std./Tag x 0,056 kW/Std. x 0,28€/kW = 17,64€ für eine Anzuchtperiode
Die Panels halten 5 Jahre: 73,98€ / 5 Jahre = 14,80€ für eine Anzuchtperiode
Insgesamt also: 17,64€ + 14,80€ = 32,44€

Vorziehen kann ich 216 Pflanzen, von denen die Stärksten 60 in 10x10cm Töpfen vereinzelt werden und weiterhin in der Kammer bleiben. (Der Rest kann verschenkt oder kompostiert werden)

32,44€ / 60 Pflanzen = 0,54€ pro Pflanze

Ich glaube jetzt wirklich nicht, dass das unwirtschaftlich ist.

Viele Grüße
Johannes
Benutzeravatar
Buchkammer
Förderer 2017
Förderer 2017
Beiträge: 2891
Registriert: Di 30. Nov 2010, 12:01
Wohnort: Thüringen
Kontaktdaten:

Re: Erfahrungen mit LED-Grow-Panels zur Jungpflanzenanzucht

#135

Beitrag von Buchkammer »

Das mit den Lux und Lumen wird hier sehr schön erklärt, denke ich:
Lux ist eine Einheit der Lichtmessung, wobei die Fläche wird auch berücksichtigt. 1 Lux ist gleich zu 1 Lumen/m2, mann kann deswegen auch sagen - Lichtinstensität in einem bestimmten Bereich.
Quelle und weitere Informationen: http://www.suprabeam.com/de/light

Muss mir das noch 3 oder 4 mal durchlesen, bis ich das raffe.

Schöne Rechnung hast du da angestellt, Johannes. Gefällt mir. :daumen:
Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern. (Rūmī)
https://www.bewusste-menschen.de/
Benutzer 2354 gelöscht

Re: Erfahrungen mit LED-Grow-Panels zur Jungpflanzenanzucht

#136

Beitrag von Benutzer 2354 gelöscht »

Ja finde ich auch schöne Rechnung :)
zeigt ganz genau das was ich meinte 54 Cent nur für Licht
Benutzeravatar
Buchkammer
Förderer 2017
Förderer 2017
Beiträge: 2891
Registriert: Di 30. Nov 2010, 12:01
Wohnort: Thüringen
Kontaktdaten:

Re: Erfahrungen mit LED-Grow-Panels zur Jungpflanzenanzucht

#137

Beitrag von Buchkammer »

@Johannes

Hab auch nochmal überschlagen und nachgerechnet. Benutze dieses Jahr mal nicht den Baustrahler, sondern nur die beiden 15 W und das eine LED-Panel mit 45 W Rot-Blauem Licht. Diese verbrauchen zusammen und effektiv rund 54 Watt. Am Tag leuchten die Dinger zeitschaltuhrgesteuert 14 Stunden. Ergibt 756 Watt Tagesleistung - sicher kann ich an sonnigen Tagen ein wenig Strom aus meiner PV-Inselanlage dafür abzweigen, aber rechnen wir mal ohne.

Ich nehme mal grob an, dass die Beleuchtung 90 Tage brennt, denke aber eher weniger. Unter anderem, weil die Pflanzen bis Ende April an schönen Tagen draußen abgehärtet werden.

Die Kilowattstunde kostet hier aufgerundet 0,28 €. Also auf 90 Tage berechnet 19,05 €. Die 3 Panels schreibe ich auf 5 Jahre ab. Kosteten je Stück um die 30 Euro; also 18 Euro dazu.

Heizungsmatte wird in den nächsten Tage ausgeschaltet und verursachte die letzten 3 Tage knapp 50 Cent. Rechnen wir also großzügig nochmal 2 Euro dazu. Dann kommen wir auf Gesamtkosten von 39,05 Euro.

Ich kann mit der derzeit verwendeten Anzuchtschale 240 Pflanzen anziehen. Komme demzufolge auf einen ungefähren Preis von 0,16 Euro/Pflanze.

Nächstes Jahr wird die ganze Rechnung dann billiger, da 2 LED-Panel abgeschrieben sind und erwartungsgemäß weiter verwendet werden können. Dann kosten die Pflanzen, dessen Vielfalt ich nicht missen möchte nur noch 11 Cent/Stück. :)
Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern. (Rūmī)
https://www.bewusste-menschen.de/
Samsoli
Förderer 2017
Förderer 2017
Beiträge: 126
Registriert: Mo 22. Feb 2016, 12:29
Familienstand: in einer Beziehung

Re: Erfahrungen mit LED-Grow-Panels zur Jungpflanzenanzucht

#138

Beitrag von Samsoli »

Also, ich "rechne" anders:
Klar kostet künstliche Beleuchtung Geld, aber für mich ist es eine Ausgabe, die leicht finanzierbar ist (wofür ich sehr dankbar bin!)

Aber was bekomme ich dafür (die Pflänzchen natürlich, ist klar)?

Ich kann jetzt schon mit der Aussaat beginnen und ich freue mich über fast jeden einzelnen Keimling, mein Mann kanns nicht so richtig nachvollziehen wenn ich plötzlich mal wieder strahlend rufe "Oh, schau schau - da! Da sind schon zwei Chilis gekommen, oh und hier auch noch eine..." usw. usw. (aktuell beobachte ich die Artischoken aus dem Tauschpaket, im Lauf des Tages sind drei weitere durchgestoßen :michel: )
Ich bin einfach kein Wintermensch, klar - so ein paar kalte verschneite Wochen zwischendurch sind ja ganz schön - aber im Januar nervt es mich normalerweise schon wieder. Ich werde da mit der Zeit echt genervt und auch antriebslos und faul :aeh:
Sobald ich anfangen kann, Samen in die Erde zu streuen, winzige Pflänzchen zu betüddeln, zu pikieren, gießen, usw. geht meine Stimmung merklich nach oben! Ist halt so gesehen auch irgendwie mein einziges Hobby, und selbst dafür hab ich gefühlt nicht genug Zeit (zwei kleine Kinder...)
Und wenn ich das als eine kleine "Therapie" gegen meine Winterapathie betrachte, komme ich eigentlich sehr günstig damit weg! Was man in einer Anzuchtsaison für Beleuchtung ausgibt (ich hab in zwei 15 Watt-Lampen investiert), das ist man locker mal an einem Tag los wenn man in den Tierpark geht, in die Therme, ins Restaurant,... Und da sind die Lampen bzw. die damit groß gezogenen Pflanzen auch noch viel langanhaltender, von denen hab ich im optimalen Fall bis Herbst was!

Wenn man jetzt nicht so eine überschwängliche Freude an dem ganzen Aufwand hat, sieht die Sache natürlich anders aus! Aber es wär ja auc sehr komisch, wenn da alle einer Meinung wären :holy:
Benutzeravatar
Zacharias
Administrator
Beiträge: 4011
Registriert: Mi 4. Aug 2010, 22:11
Wohnort: Estland

Re: Erfahrungen mit LED-Grow-Panels zur Jungpflanzenanzucht

#139

Beitrag von Zacharias »

Woche 1 ist rum, Zeit für neue Bilder meines Versuchs. Ich kopier die alten Beiträge am Besten immer hier rein, da hat man dann einen Vergleich.
Zacharias hat geschrieben:So, jetzt bekommt ihr ein Bild. Habe heute meinen Versuch gestartet, den Test, ob Pflanzenlampe besser ist oder normale LED kaltweiß. Drin hab ich je 3 Paprikapflanzen, im Dezember ausgesät, aber nicht in die Gänge kommend, Sorte Nashnost und Sibiriens Erstling. Und dann noch je eine Reihe Blumenkohl, Brokkoli und Salat. Die Kartons sind mit Rettungsfolie gold ausgeschlagen. So sieht es heute aus, mal schauen ob ich nächstes Wochenende was anderes posten kann:
Bild
Nach einer Woche ist der Lampenunterschied klar erkennbar. Die Kaltweißlampe punktet, unter ihr sind die ersten Brokkoli und Blumenkohlsamen aufgegangen, während sich unter der Pflanzenlampe noch gar nichts tut. Erstes Bild: Pflanzenlampe, zweites Bild: Kaltweiße LED:
BildBild
Die Paprika haben sich erst gleichmäßig entwickelt, nach ein paar Tagen sah man einen kleinen Entwicklungsvorsprung bei der weißen Lampe. Aber seltsamerweise ist erst gestern eine bei der Pflanzenlampe eingegangen, heute die Nächste und die 3. fängt gerade an schlapp zu machen. Ich werde sie gleich raus nehmen, vielleicht ist sie noch zu retten. Kann es daran liegen, dass die Lampe recht nah bei den Pflanzen ist?
Salat (jeweils die rechte Reihe) ist bei Beiden keiner aufgegangen, aber dem war wohl einfach zu warm im Karton. Da werde ich noch mal eine Kaltaussat machen und die Jungpflänzchen dann unter die Lampe pflanzen.
hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4085
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: Erfahrungen mit LED-Grow-Panels zur Jungpflanzenanzucht

#140

Beitrag von hobbygaertnerin »

@Birgit,
finde es total interessant, was ich hier lerne.
Bei mir sind die meisten Paprikasorten aufgegangen, deine sind ja schon um vieles weiter.
Was mir auffällt, man sieht beim Herausspitzen schon, ob es sich um eine hochwachsende oder gedrungene Sorte handelt.
Antworten

Zurück zu „Sortenerhaltung, Saatgutgewinnung, Jungpflanzenanzucht“