Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
In den USA geht ein Hähnchenmörder um, der in Ställe einbricht und das Klimasystem so manipuliert, dass die Tiere im Stall an Überhitzung sterben:
http://www.nwzonline.de/panorama/serien ... 22639.html
http://www.nwzonline.de/panorama/serien ... 22639.html
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik fordert offenbar radikale Maßnahmen zur Verbesserung des Tierschutzes in der deutschen Nutztierhaltung, auch um den Preis, dass große Teile der Produktion ins Ausland verlagert würden:
http://www.polenum.com/politik_energie_ ... erhaltung/
Mal sehen, was darüber die nächsten Tage veröffentlich wird.
Im Prinzip bin ich ja für höhere Standards, besonders in der Geflügel- und Schweinemast.
Aber nachdem man die Bauern jahrzehntelang massiv zur Billigproduktion und zum Export gedrängt hat, kann man Ihnen jetzt doch nicht einfach die Beine wegschlagen und dass nicht nur auf Kosten des Exports, sondern auch noch auf Kosten des eigenen Marktes, da kein Außenschutz besteht. Wohin das führt, haben wir ja bei der Eierproduktion gesehen. Um das vernünftig zu lösen, wären auf jeden Fall eine langfristige Umstellungsstrategie und ein solider Außenschutz erforderlich.
http://www.polenum.com/politik_energie_ ... erhaltung/
Mal sehen, was darüber die nächsten Tage veröffentlich wird.
Im Prinzip bin ich ja für höhere Standards, besonders in der Geflügel- und Schweinemast.
Aber nachdem man die Bauern jahrzehntelang massiv zur Billigproduktion und zum Export gedrängt hat, kann man Ihnen jetzt doch nicht einfach die Beine wegschlagen und dass nicht nur auf Kosten des Exports, sondern auch noch auf Kosten des eigenen Marktes, da kein Außenschutz besteht. Wohin das führt, haben wir ja bei der Eierproduktion gesehen. Um das vernünftig zu lösen, wären auf jeden Fall eine langfristige Umstellungsstrategie und ein solider Außenschutz erforderlich.
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Jetzt sollen auch noch Blühflächen und vergleichbare Agrarumweltmaßnahmen zum Verlust des Ackerstatus führen.
Langsam habe ich die Nase wirklich voll.
Dann wird eben alles wieder umgepflügt und Mais für die Biogasanlage angebaut.
Das ist offensichtlich die einzige Art Landwirtschaft, die das deutsche Volk und der Rest Europas wollen.
http://www.topagrar.com/news/Home-top-N ... 39574.html
Langsam habe ich die Nase wirklich voll.
Dann wird eben alles wieder umgepflügt und Mais für die Biogasanlage angebaut.
Das ist offensichtlich die einzige Art Landwirtschaft, die das deutsche Volk und der Rest Europas wollen.
http://www.topagrar.com/news/Home-top-N ... 39574.html
- fuxi
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Als Teil der "landlosen" Allgemeinheit habe ich persönlich mehr Interesse daran, dass diese Landwirte neben den Lebensmitteln für uns Menschen auch Nektarquellen für Bestäuberinsekten, futterreiche Hecken für die Vogelwelt und Lebensraum für den Rest der Natur einplanen, anstatt unter Einsatz petro-chemischer Hilfsmittel und verbrennungsmotor-betriebener Landmaschinen Pflanzen zum Vergasen anzubauen, während andernorts die auf Feldern und Wiesen verklappte, überflüssige Gülle das Grundwasser verschmutzt, anstatt als Ressource genutzt zu werden.mgrie hat geschrieben:Fakt ist aber auch, daß diese "Landwirte" mehr Land bekommen haben, als zur Selbstversorung nötig sind, und somit sind sie auch in der Pflicht, für das allgemeine Interesse zu sorgen. Die landlosen Menschen in der Stadt sind schließlich abängig davon, daß die Landwirte sie versorgen, und dazu gehört heute auch Biogas.
We have normality. Anything you still can’t cope with is therefore your own problem.
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Zu diesem Thema findest sich in der aktuellen Topargar ein Interview mit Prof. Dr. Harald Grethe, dem Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beitrats Agrarpolitik.Manfred hat geschrieben:Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik fordert offenbar radikale Maßnahmen zur Verbesserung des Tierschutzes in der deutschen Nutztierhaltung, auch um den Preis, dass große Teile der Produktion ins Ausland verlagert würden:
http://www.polenum.com/politik_energie_ ... erhaltung/
Mal sehen, was darüber die nächsten Tage veröffentlich wird.
Im Prinzip bin ich ja für höhere Standards, besonders in der Geflügel- und Schweinemast.
Aber nachdem man die Bauern jahrzehntelang massiv zur Billigproduktion und zum Export gedrängt hat, kann man Ihnen jetzt doch nicht einfach die Beine wegschlagen und dass nicht nur auf Kosten des Exports, sondern auch noch auf Kosten des eigenen Marktes, da kein Außenschutz besteht. Wohin das führt, haben wir ja bei der Eierproduktion gesehen. Um das vernünftig zu lösen, wären auf jeden Fall eine langfristige Umstellungsstrategie und ein solider Außenschutz erforderlich.
Er denkt für die vorgeschlagenen Maßnahmen an eine Umstellungszeit von 20 bis 50 Jahren und an ein gemeinsames Vorgehen zumindest der viehstarken EU-Staaten, ohne Außenschutz.
Er rechnet damit, dass sich die Produktionskosten für die Landwirte um 13% bis 23% erhöhen würden.
Die Verbraucherpreise würden um 3% bis 6% steigen.
Bei der deutschen Schweineproduktion erwartet er durch die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen einen Rückgang um bis zu 37%, bei Rindfleisch, Geflügel und Eiern bis zu 16%.
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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
wie geht das denn?Manfred hat geschrieben: Er rechnet damit, dass sich die Produktionskosten für die Landwirte um 13% bis 23% erhöhen würden.
Die Verbraucherpreise würden um 3% bis 6% steigen.
die differenz wird dann subventioniert? oder sollen die bauern dann mit noch weniger einkommen leben?
da ich laktose und gluten hervorragend vertrage, leiste ich mir als ausgleich dafür einige intoleranzen im zwischenmenschlichen bereich.
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Mal sehen, wann das Gutachten verfügbar ist.
Ich kann dieser Rechnung auch nicht folgen, zumal die Gewinne der Bauern bleiben sollen und man die reduzierte Produktion einrechnen muss.
Wenn ein Schweinemäster 37% weniger Schweine zu 23% höheren Kosten pro Tier erzeugen soll, die Verbraucherpreise aber um max. 6% steigen dürfen, wird das eine spannende Rechnung.
Ich nehme mal einfach die Zahlen von dieser Seite hier:
http://tierhofstade.beepworld.de/unglaublich-wahr.htm
"Zu solch beengten Haltungsbedingungen kommt es durch eine zunehmende Intensität in der Schweinemast, erklärt Achim Spiller von der Universität Göttingen, einer der renommiertesten Agrarökonomen Deutschlands. "Ein Schweinemäster erzielt mit einem Tier einen Deckungsbeitrag von gerade mal sechs, maximal sieben Euro, also braucht er Masse."
Ein Schwein, rechnet Spiller vor, bleibt etwa 100 Tage beim Mäster, somit schafft der Mäster bei 365 Tagen und 2000 Mastplätzen einen Durchlauf von maximal 7300 Schweinen pro Jahr. Das macht etwa 45.000 Euro Jahresgewinn. Je dichter die Schweine stehen, desto weniger Arbeitskräfte und damit Geld braucht man, um sie zu versorgen."
2000 Mastplätze
7300 erzeugte Mastschweine pro Jahr
45.000 Euro Gewinn
Durchschnittliches Schlachtgewicht 101,35 kg
http://de.statista.com/statistik/daten/ ... htgewicht/
Durchschnittlicher Preis 1,42 Euro netto / kg
http://www.lfl.bayern.de/iem/vieh-geflu ... /index.php
7.300 x 101,35 x 1,42 Euro = 1.050.594,1 Euro Umsatz
Umsatz pro Tier: 143,39 Euro
Gewinn pro Tier: 6,16 Euro
Also Produktionskosten pro Tier: 137,23 Euro
37% weniger Tiere = 4599 erzeugte Schweine
23% höhere Kosten pro Schwein = Kosten von 168,79 Euro pro Tier
Gesamtgewinn soll gleich bleiben. Also Gewinnanspruch 9,78 Euro pro Tier
Der Verkaufspreis muss sich also auf 178,57 Euro pro Schwein erhöhen.
Preis pro kg Schlachtgewicht 1,76 Euro
Das entspricht einer Steigerung von 35,18 Euro bzw. 24,53 % pro Tier.
Wenn die Verbraucherpreise nicht mehr als 6% steigen dürfen, dürfte der höhere Erzeugerpreis max. 25% des Preises für das fertige Produkt ausmachen.
Produkte aus Schweinefleisch dürften dann also im Mittel ca. 7 Euro netto (7,49 Euro brutto) pro kg kosten.
Und heute müssten sie im Mittel schon 6,60 Euro netto (7,06 Euro brutto) pro kg kosten.
Ich denke ein Blick auf die aktuellen Wurfsendungen des Lebensmittelhandel zeigt, dass das nicht der Fall ist.
Ich kann dieser Rechnung auch nicht folgen, zumal die Gewinne der Bauern bleiben sollen und man die reduzierte Produktion einrechnen muss.
Wenn ein Schweinemäster 37% weniger Schweine zu 23% höheren Kosten pro Tier erzeugen soll, die Verbraucherpreise aber um max. 6% steigen dürfen, wird das eine spannende Rechnung.
Ich nehme mal einfach die Zahlen von dieser Seite hier:
http://tierhofstade.beepworld.de/unglaublich-wahr.htm
"Zu solch beengten Haltungsbedingungen kommt es durch eine zunehmende Intensität in der Schweinemast, erklärt Achim Spiller von der Universität Göttingen, einer der renommiertesten Agrarökonomen Deutschlands. "Ein Schweinemäster erzielt mit einem Tier einen Deckungsbeitrag von gerade mal sechs, maximal sieben Euro, also braucht er Masse."
Ein Schwein, rechnet Spiller vor, bleibt etwa 100 Tage beim Mäster, somit schafft der Mäster bei 365 Tagen und 2000 Mastplätzen einen Durchlauf von maximal 7300 Schweinen pro Jahr. Das macht etwa 45.000 Euro Jahresgewinn. Je dichter die Schweine stehen, desto weniger Arbeitskräfte und damit Geld braucht man, um sie zu versorgen."
2000 Mastplätze
7300 erzeugte Mastschweine pro Jahr
45.000 Euro Gewinn
Durchschnittliches Schlachtgewicht 101,35 kg
http://de.statista.com/statistik/daten/ ... htgewicht/
Durchschnittlicher Preis 1,42 Euro netto / kg
http://www.lfl.bayern.de/iem/vieh-geflu ... /index.php
7.300 x 101,35 x 1,42 Euro = 1.050.594,1 Euro Umsatz
Umsatz pro Tier: 143,39 Euro
Gewinn pro Tier: 6,16 Euro
Also Produktionskosten pro Tier: 137,23 Euro
37% weniger Tiere = 4599 erzeugte Schweine
23% höhere Kosten pro Schwein = Kosten von 168,79 Euro pro Tier
Gesamtgewinn soll gleich bleiben. Also Gewinnanspruch 9,78 Euro pro Tier
Der Verkaufspreis muss sich also auf 178,57 Euro pro Schwein erhöhen.
Preis pro kg Schlachtgewicht 1,76 Euro
Das entspricht einer Steigerung von 35,18 Euro bzw. 24,53 % pro Tier.
Wenn die Verbraucherpreise nicht mehr als 6% steigen dürfen, dürfte der höhere Erzeugerpreis max. 25% des Preises für das fertige Produkt ausmachen.
Produkte aus Schweinefleisch dürften dann also im Mittel ca. 7 Euro netto (7,49 Euro brutto) pro kg kosten.
Und heute müssten sie im Mittel schon 6,60 Euro netto (7,06 Euro brutto) pro kg kosten.
Ich denke ein Blick auf die aktuellen Wurfsendungen des Lebensmittelhandel zeigt, dass das nicht der Fall ist.
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
@magrie:
18% mehr wären 169,20 Euro.
Der Bauer würde dann noch 41 Cent pro Schein verdienen, hätte also ein Jahreseinkommen von 1886,50 Euro.
Davon kann er nicht mal seine Krankenkasse bezahlen.
Und das alles unter der fiktiven Annahme, dass die Discounter den Fleischverkauf einstellen, und aus dem Nichts tausende kleine Metzgereien auftauchen, die das Geschäft übernehmen.
Sehr realistische Aussichten...
18% mehr wären 169,20 Euro.
Der Bauer würde dann noch 41 Cent pro Schein verdienen, hätte also ein Jahreseinkommen von 1886,50 Euro.
Davon kann er nicht mal seine Krankenkasse bezahlen.
Und das alles unter der fiktiven Annahme, dass die Discounter den Fleischverkauf einstellen, und aus dem Nichts tausende kleine Metzgereien auftauchen, die das Geschäft übernehmen.
Sehr realistische Aussichten...
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Benutzer 3991 gelöscht
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Manfred hat geschrieben:Gewinn pro Tier: 6,16 Euro
dafür kriegst im Supermarkt 500 gr Honig, und die Bienen musst eigentlich nicht füttern..
Wenn alles so schlimm ist, warum tun da alle mit?
Mir fehlts da am Glauben
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Manfred
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Das sind realistische Zahlen.
Wieso die Bauern das mitmachen? Das frage ich mich auch öfter.
Das Höfesterben geht jedenfalls munter weiter.
Der letzte Milchviehbetrieb hier im Ort wird wohl dieses oder nächstes Jahr die Milchproduktion einstellen.
Ende der 1940er Jahre sollen es noch über 50 Milchlieferanten gewesen sein.
Schweinehalter gibt es gar keinen mehr, und Geflügel nur noch als Hobby und Selbstversorgung.
Wieso die Bauern das mitmachen? Das frage ich mich auch öfter.
Das Höfesterben geht jedenfalls munter weiter.
Der letzte Milchviehbetrieb hier im Ort wird wohl dieses oder nächstes Jahr die Milchproduktion einstellen.
Ende der 1940er Jahre sollen es noch über 50 Milchlieferanten gewesen sein.
Schweinehalter gibt es gar keinen mehr, und Geflügel nur noch als Hobby und Selbstversorgung.
