Olaf hat geschrieben:
Aber einen Draht bei 80 cm zu spannen und zu erwarten, dass der Wolf das repektiert, dass ist ja nun mehr als einfältig....
Und dass er unter diesen Umständen nicht irgendwelchen Viechern im Wald hinterherhetzt....irgendwie verständlich....
Und trotzdem, 2 von 569 300 Rindern, so ne richtige Bedrohung ist das nicht.
Wie oben geschrieben. Der Draht ist nicht gegen Wölfe, sondern hält die Rinder drin.
Von den Wolfs"fachleuten" in D wurde ja lange gepredigt, dass Wölfe normalerweise nicht an Rinder gehen, sondern nur Kleintiere fressen, obwohl die Riss-Statistiken in anderen Ländern einen ganz normalen Anteil an Rindern ausweisen, auch in Polen, Rumänien etc.
Inzwischen hatten wir auch in D genug Rinderrisse um zu belegen, dass das nicht mehr als ein Wunschtraum ist.
Und jetzt stellt sich halt auch behördlicherseits die bislang verdrängte Frage, wie man Rinder angemessen schützen kann.
Meine Einschätzung ist, dass auch aufwändige E-Zäune das Problem zwar verzögern, nicht aber beheben werden.
Ich würde damals bei den Schafen von Behörden aus Neufünfland gefragt und habe gesagt: E-Zaun mind. 1,4 m hoch, sonst gehen sie bald drüber, und ich habe gleich drangehängt: Das Problem ist, dass die hohen und schweren Netze für die Schäfer zu aufwändig in der Handhabung sind.
Von den Behörden wurden entgegen meiner Empfehlung Netze mit 90 und 106 cm gefördert. Und sie einiger Zeit gehen da die ersten Wölfe halt einfach drüber, wie zu erwarten. Das ärgerlichste ist: Die Förderprogramme sind so ausgelegt, dass die Schäfer selbst nicht aufstocken können. Es muss das billigste Angebot angenommen werden, das die Mindestkriterien erfüllt. Ich habe einen festen Zuschuss pro m Zaunlänge empfohlen für alle Zäune, die die Mindestkriterien einhalten. Dann könnten die Schäfer selbst entscheiden welches Angebot sie annehmen und im Zweifel die Differenz für einen angemessen hohen Zaun und ein Weidezaungerät mit ausreichender Leistung selbst drauflegen...
Keine Mehrkosten für den Staat, weniger Verwaltungsaufwand, weil das einreichen mehrerer Angebote für jeden Antrag entfällt, Entscheidungsfreiheit für den Schäfer, und ein paar Betroffene hätten am Ende sogar einen funktionierenden Zaun.
Aber so viel einfacher Menschenverstand ist mit den Gesetzgebern in den Bundesländern nicht umsetzbar...
Wolfssichere Zäune sind für kleine Wildgehege oder für Nachtpferche machbar.
Auf großen Weidenfläche ist eine wirklich wolfsdichte Einzäunung wirtschaftlich nicht darstellbar. Da kann man höchstens mit Schutzhunden arbeiten und die Zäune so auslegen, dass die darauf trainierten Schutzhunde drin bleiben.
Die sinnvollste Maßnahme wäre, wie von diversen Experten aus Ländern mit langer Wolfserfahrung den deutschen Behörden nahegelegt, die Wölfe gar nicht erst zu Nutztierfressern zu erziehen, sondern Wölfe die sich öfter an Nutztieren vergehen konsequent abzuschießen.