Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

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Benutzer 2354 gelöscht

Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#61

Beitrag von Benutzer 2354 gelöscht »

aus Banken sicht ist es ganz logisch, wenn du so wenig Geld hast das du für 3000,- einen Kredit brauchst bist du einfach kein Kunde mit dem die Bank Geld verdienen kann. Das sollte jetzt nicht heißen das hier die Tausender einfach so rumliegen.Leider manchmal aber nur manchmal. :)
Sabi(e)ne

Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#62

Beitrag von Sabi(e)ne »

Beamtenstatus hilft auch sehr, vor allem, wenn man sehr jung bauen möchte :)
Sich sein eigenes Schufa/Creditreform-Konto mal anzusehen (was jeder hat, der jemals Geld von irgendwem haben wollte), kann sehr erhellend sein, wenn man jemanden dabei hat, der sich damit wirklich auskennt.
Dann versteht man auch, warum man mit jener Adresse keine Sendungen auf Rechnung bekommt, aber auf SchwiMu 's Adresse alles.....
Es wird dank Google :motz: mittlerweile jede Straße, jedes Quartier einzeln zerlegt auf Kreditwürdigkeit.
Nightshade
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Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#63

Beitrag von Nightshade »

krabbe hat geschrieben: Künstler/Kunsthandwerker nicht interessant sind.
Also ganz ehrlich - dass sollte man nicht in einen Topf werfen.

Kunsthandwerker haben ganz andere gewerbliche Regelungen als Künstler. Nämlich deutlich schlechtere.

Sie produzieren brauchbare Sachen, die irgendwie hübsch sind.
Und nicht Dinge, die sie für hübsch halten und die keinen erkennbaren Nutzen haben. (Immerhin toll, wenn man erkennen kann, was das Kunstwerk sein soll....)

Ich brauch auch keine "Künstler" am Weihnachtsmarkt, sondern bitte Töpfer, Kunstschmiede, Glasbläser, Holzschnitzer, Korb- und Strohflechter, gerne auch Hersteller von echt hausgemachtem Schweinespeck.
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krabbe
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Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#64

Beitrag von krabbe »

Aus Erfahrung haben Künstler die gleichen Probleme wie Kunsthandwerker. Wir haben da genug Vergleiche. Vielleicht liegt deine Einschätzung an unterschiedlichen Regelungen in Österreich/Frankreich?
Der einzige Unterschied, für mich, zwischen Künstler und Kunsthandwerker ist die direkte Nutzbarkeit einer Sache. So gibt es zum Beispiel Töpfer die Dinge herstellen die lediglich schön aussehen, aber keinerlei Gebrauchswert haben. Das sind für mich keine Kunsthandwerker. Das kann bei beiden hübsch aussehen oder aber eben auch nicht. Da entscheidet der Geschmack des potentiellen Kunden.
Wenn du auf einem Weihnachtsmarkt keine Skulpturen, Bilder oder ähnliches brauchst ist das deine Sache. Für andere scheint es interessant zu sein. Es gibt Menschen die sich zum Beispiel lieber ein echtes Aquarell an die Wand hängen mögen und nicht irgendeinen Kunstdruck. Aber das ist wohl Geschmackssache.
lg Andrea
edaphon
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Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#65

Beitrag von edaphon »

Also der Hauptpunkt dürfte wirklich Geld sein...
Deshalb eine Budgetplanung bevor man sich in einem Traum verliert und am Ende unglücklich ist und vielleicht mit nichts dasteht.

Sortiert nach Prioritäten
• Anschaffung der Immobilie, Je nach Größe, Zustand, Lage inkl dem Bürokratismus ⅓ bis ½ vom Gesamtbudget
Beispiel 200 Jahre Alt, gutes Dach, Heizung (Öl, Gas oder sogar schon Hackschnitzel) und bereits 1-2 Räume adaptiert und wirklich Wohnbar. 50km zu einer Großstadt mit guter Verkehrsanbindung (Zug, Bus, Durchzugsstraße bis zur Stadt) und vorhandener Infrastruktur (Schule, Ärzte, Einkaufsmöglichkeit) im Umkreis von 10km
~ 130-170.000 EUR

• Renovierung, Instandhaltung, Modernisierung ⅓ bis ½ auch wenn mans oft nicht glaubt
zB Heizung, Trockenlegung, Fenster, Dach, Stromleitungen (ohne Erdung, ohne Verrohrung war weit verbreitet), Wasser, Kanal
Alles was den Wert der Anschaffung sichert oder steigert und dringend Notwendig ist und natürlich einem gewissen Standard/Sicherheitsnorm der Zeit zu Entsprechen sonst riskiert man durch einen Schaden am Haus, das Leben oder hat eine unerwartete Investition in unbekannter Größe (zB Wasserschaden bei alten Leitungen die "nur sickern") oder gar Ethernitrohre, und das trinkt man dann vielleicht auch noch :dreh:
Das kann übrigens auch die Ortswasserleitung betreffen, auf jeden Fall erkundigen und vom Fachmann beraten lassen. Aktuell sollten eigentlich nur mehr PP-Rohre neu verbaut werden, selbst PVC ist nicht mehr Norm, aber geht zur Not fürs Abwasser.
~ 100-150.000 EUR

• Adaptierung und Anpassung auf die eigenen Bedürfnisse und Vorhabung ~10-25 %
~50.000 EUR

In Summe also etwa 350.000 EUR. Man sollte sich bewusst sein das man sich um das Geld bereits ein Neues Haus baun lassen kann, sich viel Ärger erspart, alles Neu, Gerade, Trocken hat und vielleicht sogar eine deutlich bessere Lage findet.
Das sollte man sich auf jeden Fall vor Augen halten und abwägen. Der Schritt ist natürlich ein Wagnis.
Bei Neubau werden die Summen relativ Bald fällig, während man beim Renovierungs-Weg man die oben genannten Punkte nochmal teilweise aufschieben kann und finanzielle Erholung möglich ist.

Unbezahlbar und (für mich) der Reiz an der ganzen Sache ist aber meist die Nutzungsmöglichkeit wenn schon ein Stadl, Stall für Tiernutzung, Erdkeller, Brunnen, Nutzland (Wald, Wiese, Acker), usw vorhanden sind und es in Vierkant oder L-Form gebaut wurde, vielleicht sogar 50-60cm dicke Mauern hat und die Chance unabhängig oder zumindest sehr selbstbestimmt zu Leben.

Deshalb hab ich für meinen Teil mich dazu Entschieden diesen Weg zu gehen und bin jetzt seit 6 Monaten Besitzer eines solchen "Alten Landhauses".
Natürlich haben mir alle davon abgeraten und auch ich selbst habe am Anfang oft gezweifelt ob das wirklich eine gute Entscheidung war.... Nachdem ich aber dieses Jahr noch so viel Erledigen konnte kann ich heute sagen das ich sehr froh darüber bin auch wenn ich dort aktuell noch nicht wohnen möchte weil es einfach wie vor 150 Jahren ist.

Momentan seh ich das ganze auch eher als (teures) Hobby mit Zukunftswert, wo ich Freitag Nachmittag bis Sonntag meine Freizeit wegarbeite.
Immer öfter muss ich auch unter der Woche dort hin um Arbeiter nach zu kontrollieren und Abläufe/Materialien organisieren.
Ohne Hilfe von Freunden oder Familie geht das sowieso fast nicht. Da wär heute alles noch eine unbewohnbare Ruine.

Ich selbst werde/möchte mich dann Selbstständig machen, aber meine Partnerin sollte jedenfalls weiterhin einer Arbeit nachgehen, auch aus Risikogründen so, das der jeweils andere den anderen kurzfristig erhalten kann.. 6-9 Monate.

Bei mir ist das Glück, ich konnte mir das Geld innerhalb der Familie ausborgen und sie respektieren meine Entscheidung (auch wenn sies nicht gut finden) und Unterstützen mich dabei.
Auf Hypothek würde ich das ganze Garantiert nicht machen. Wäre mir viel zu riskant, zu unkalkulierbar, schnell stürzt man von einem Kredit in den Nächsten, abgesehn davon bekommt man so eine Summe gar nicht mehr so leicht von der Bank.

Daher ist das Leben am Land/Selbstversorung nur mit entsprechendem finanziellen Background möglich.

Das komplette Szenario gibts natürlich auch einfacher, günstiger da es auch Bruchbuden für 20.000 EUR gibt... also Quasi als "aufgeschlossenes Bauland mit Entsorgungskosten" zu rechnen. Aber auch hier muss man ja dann dort irgendwie leben können und ich denke 350.000 EUR dient Allgemein zur Orientierung

Es kann gut gehn, muss aber nicht, und ohne seine Vorstellungen zu konkretisieren sollte mans lieber lassen.

Mein Traum ist es auf jeden Fall mal das ganze Jahr durchwegs von meiner Arbeit zu leben, vielleicht mit kleinem Überschuss mit dem ich die Instandhaltungskosten bezahle.
Eigenes frisches und eingelagertes Gemüse, Obst und Kleintiere für Fleisch (Hasen, Hühner, Enten) und wenn es den Rahmen nicht sprengt auch Milch ohne Fleischnutzung von Ziege/Schaf/Kuh wobei ich mir die auch vom Biohof nebenan für 75cent holen.
Die Kosten/Nutzen-Rechnung mach ich bei Zeiten noch genauer oder eine Tauschbeziehung mit dem Milchbauern indem ich Futter oder Weidefläche tausche.

Exit-Strategie ist Teuer aber Vorteilhaft.
Sollte mein Traum platzen, mich die harte Realität erdrücken oder die Kosten ins unermessliche explodieren
..hab ich noch meine Eigentumswohnung in der Stadt und kann im Alter wenigstens sagen "du hast es probiert" und brauch mir selbst nichts Vorhalten.
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Dagmar
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Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#66

Beitrag von Dagmar »

Hallo,

es geht auch sehr viel billiger, aber dann muss man schon viel alleine bewerkstelligen können. Und man muss am Anfang auch bereit sein, auf manches zu verzichten, was für viele Mitteleuropäer mittlerweile wohl anscheinend unverzichtbar ist.

So konnte ich mir meinen Traum schon halbwegs verwirklichen. Ich habe ein beheizbares Zimmer mit einem Holzofen, einen Boiler für Warmwasser, eine Pumpe für den Transport des Wassers aus dem Brunnen ins Haus und eine weitere Pumpe zum Wasserverteilen mittels Schläuchen innerhalb des Hauses. Habe allerdings auch keine Tapeten im Haus und die elektrischen Leitungen bestehen im Moment aus einigen Kabeltrommeln und Mehrfachsteckdosenleisten.

Und trotzdem fühle ich mich dort schon jetzt sehr viel wohler, als sonst wo auf der Welt. Und selbst unter den obigen Bedingungen wohne ich immer noch sehr viel besser, als viele Millionen Menschen die irgendwo auf dieser Welt in einem Slum wohnen. Ohne fließend Wasser, Strom und auch ohne Tapeten an den Wänden. :aeh:

Bei den oben genannten Summen hätte ich mir meinen Traum nicht erfüllen können. Und für diesen Traum bin ich gerne bereit auf so manches zu verzichten.


Dagmar
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die fellberge

Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#67

Beitrag von die fellberge »

Dagmar :daumen:
Olaf
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Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#68

Beitrag von Olaf »

Habe allerdings auch keine Tapeten im Haus
Sind eh aus der Mode! :) Wir haben sie in 2 Zimmern schon entfernt.
Aber auch ansonsten geb ich Dir recht.....die (bezahlten) Handwerker die mein Haus gesehen hat kann ich vermutlich an einer Hand abzählen. Dafür ist natürlich nicht alles perfekt, manches könnte man auch als russisch bezeichnen :rot:
Das stört unser Wohlbefinden kaum, denke aber, dass andere u.U. den Kopf schütteln...
Nicht mein Problem.
Olaf
Eigentlich bin ich ein netter Kerl.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.
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Spottdrossel
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Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#69

Beitrag von Spottdrossel »

Billiger geht immer.
Allerdings würde ich da vor dem Kauf mal diverse Berichte zum Thema Demografieentwicklung studieren und nicht gerade in das allerwinzigste Nest ziehen - zumindest im Westen, wo noch nix mit eigener Kläranlage angeleiert ist.
Nightshade
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Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#70

Beitrag von Nightshade »

Dagmar hat geschrieben: es geht auch sehr viel billiger, aber dann muss man schon viel alleine bewerkstelligen können. Und man muss am Anfang auch bereit sein, auf manches zu verzichten, was für viele Mitteleuropäer mittlerweile wohl anscheinend unverzichtbar ist.
Nicht, wenn du ein Unternehmen aufbauen willst.

Die genannten 350.000 renovieren grade mal ein Haus.

Da ist noch kein landwirtschaftliches Gerät gekauft, kein Gehege eingezäunt, kein Saatgut gekauft, keine Herde gegründet, kein Schlachtraum eingerichtet, man besitzt keine Profi-Küchengeräte, keine HP, kein Bürozubehör, etc.etc.
Von einem modernen Kuhstall, Weinkeller oder größerem Mähdrescher rede ich erst gar nicht.

Alles in allem schätze ich mit 1 Mio für den Quereinstieg in den Bauernberuf sehr günstig.

Und dann sind da noch die Skills, die man braucht und erst einmal haben muss.
Ich interessiere mich jetzt schon ziemlich lang für die Materie und käme mit Pflanzen und Viehzeug halbwegs klar, auch mit dem betriebswirtschaftlichen Krimskrams, mit dem Direktverkauf. Meine "Kräuterwanderungen" hätten wenigstens Qualität, was sie von anderen abheben würde.
Ich kann zur Not ein großes Fahrzeug bedienen. Bei allen Holzarbeiten hätte ich arge Probleme, ich kann weder einen überdachten, nicht gatschigen Futterplatz noch einen Zaun bauen.

@Krabbe: Bei uns sind Künstler und Kunsthandwerker klar getrennt, letztere haben deutlich strengere Auflagen und höhere Abgaben.
Stimmt, es ist meine Sache - und ein Aquarell will ich in der Galerie sehen, aber nicht am Christkindlmarkt.
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