Seit einigen Tagen vermissen wir Brigitte. Brigitte, die im Planwagen lebt und immer beleidigt ist, wenn wir den mal brauchen. Sie geht jeden Tag einmal den Gockel besuchen. Wir haben ihr und dem Rest vom rat pack (Brigitte, die uralte Helena vom Ponymarkt, diePfaufrau petite und ein fremdes weißes Huhn mit schwarzen Flecken, das plötzlich auftauchte und kein Nachbar erhob Anspruch)also denen haben wir oft gepredigt: wenn ihr ohne euren Gockel leben wollt, der auf euch aufpasst, dann lebt ihr gefährlich: aber bitte, euer Leben.
Wir haben halt gedacht: jetzt hat unser vierbeiniges Problem eben Brigitte gefressen.
Vorhin kommen Harald und ich heim, irgendwie sehe ich an der Böschung vom Straßengraben etwas Weißes.
Halt an, sag ich, da liegt ein Tier.
Ich steig aus. Harald auch. Wir gucken. Federn. Brigittes Reste.
Harald klettert im Straßengraben rum.
Natürlich hat es heute ausgiebigst geregnet.
Er stupst die Federn an.
Eh, sagt er, das bewegt sich. Aber das ist eiskalt. Komm sofort hier her.
Nagut, kletter ich eben auch in den Straßengraben.
Das ist Brigitte.
Und Brigitte ist eiskalt und nass und LEBT!!!!
Und was tut dieses dämliche Vieh an der Böschung vom Straßengraben????
Natürlich: 16 Eier sind drunter.
Harald, sag ich, geh einen Käfig holen. Wir müssen sie umsetzen.
Was Harald jetzt gesagt hat, wiederhole ich hier nicht
Jetzt sitzt Brigitte im Käfig auf ihren 16 Eiern im verhassten Hühnerstall und brütet hoffentlich zuende.
Umsetzen ist immer so ein Problem.
Seufz, Bärbel