Planen fuer den Notfall oder nicht?

Was halt nirgendwo passt
Mara1
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#961

Beitrag von Mara1 »

viktualia hat geschrieben: Do 19. Mär 2020, 18:38 Mara, sorry für´s ungehalten sein, aber ich bin wirklich sicher, dass von (gekauften) Lebensmitteln deutlich weniger "Gefahr" ausgeht wie von Türklinken. In Geschäften werden die Einkaufswagen(Griffe) eher kontaminiert sein als die Waren. Ganz sicher.
Da stimme ich dir zu. Die Griffe sind die reinsten Viren- und Bakterienschleudern - genauso wie Geld. Und von dort wird das dann auf die Umverpackung etc. übertragen.

Hier im neu eröffneten Supermarkt sind alle Kühlprodukte hinter Schiebetüren. Das bedeutete jeder der ein Teil aus dem Schrank haben möchte, muss den Griff anfassen - die Tür aufschieben - Ware rausnehmen und wieder zuschieben und dann fasst er den Griff des Einkaufswagen's wieder an. Was meinst du wie oft das am Tag geschieht???

Und wenn man sich mal anschaut, wie manche Leute sich die Waren aussuchen - da wird oft jedes Ware angefasst, gedreht, gedrückt und dann entschieden. Da kann man wirklich nur den Kopf schütteln.

Daher denke ich, das auch die Umverpackung eine ziemlich hohe Keim- und Virenbelastung haben werden.

Das ist aber immer so, egal ob mit oder ohne Coronaviren.
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emil17
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#962

Beitrag von emil17 »

Mobiltelefone, Fernbedienungen, Rechnertastaturen sind auch Kandidaten.
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Oli
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#963

Beitrag von Oli »

Das von Eule beschriebene Prozedere ist ein ziemliches lückenloses Vorgehen zum Vermeiden von Schmierinfektionen und das kann man so stehen lassen.
Ich lese nicht heraus, dass es nur um eine potentiell kontaminierte Oberflächengruppe geht und das steht da auch nicht.

Im Gegenteil muss man davon ausgehen, dass beim Einkaufsvorgang ständig Keime von einer auf die andere Oberfläche übertragen werden. Einkaufswagen -> Hand (behandschuht oder nicht) -> Griff ins Regal -> Hand zurück an den Einkaufswagen.
Ohne Handschuh ist zudem die Gefahr größer, sich unbewusst ins Gesicht zu fassen und das macht der Normalverbraucher ständig. Zusätzlich wird überall rumgehustet, gesprochen und sonstwie mit Keimen herumgeschleudert. Und auch diese landen wieder auf Oberflächen.

Würden die Supermarktbediensteten tatsächlich Einkaufswagen desinfizieren, müsste man sich gut überlegen, inwieweit man sich dann in der möglicherweise falschen Sicherheit wiegen möchte, dass das fachgerecht passiert ist. Das ist übrigens kein Affront gegen Verkäuferinnen und Packerinnen, die da gerade an exponierter Stelle ihren Job machen.

Bei Eules Vorgehen könnte man nach Punkt 10 noch die Desinfektion der Umverpackungen anschliessen, bevor man die Sachen ins Haus bringt. Das kann sinnvoll sein, wenn man mit Leuten zusammenlebt, die sich nicht an die Wartezeit von 2 Tagen halten (Kinder, Demente, Uninformierte)

OB das nun übertrieben ist oder nicht, das steht hier übrigens auch nicht zur Debatte, das kann nämlich glücklicherweise jeder halten wie er will. Jemand mit reduziertem Immunsystem und großem Verantwortungsbewusstsein wird das sicher anders beurteilen als ein 20-jähriger Corona-Partygänger, der denkt, das Leben ist ein Spiel.

Für jemanden, der sich jetzt tatsächlich in einen Supermarkt begibt würde ich persönlich allerdings zusätzlich zu einem Mundschutz raten. Und ausserdem zu dem Sicherheitsabstand, weil auch Augen und Ohren Eintrittspforten sein können in diesem Fall.
Wenn die Lieferengpässe irgendwann mal behoben sein sollten und die Profis versorgt sind - was derzeit das wichtigste ist - dann wird das auch wieder allgemeiner Konsens werden.

*****

Was Desinfektionsmittel angeht schlage ich vor, dass wir uns bei Empfehlungen tatsächlich an geprüfte Mixturen und Verdünnungen halten. Ratschläge zu Gesundheitsthemen im Internet sind immer irgendwie schwierig weil man u.a. die Fachkunde des Schreibers schlecht nachprüfen kann.

Ich rate dazu, Flächendesinfektionsmittel und Händedesinfektionsmittel nicht zu vertauschen und soweit möglich, in der Anwendung auch nicht auszutauschen soweit es nicht ausdrücklich für beides gedacht ist.
Die Mixtur von der WHO, die woidler geteilt hat, kann hier nachgelesen werden und es gibt auch Bildchen und Zusatzinfos dazu: https://www.who.int/gpsc/5may/Guide_to_ ... n.pdf?ua=1
Guide to Local Production:
WHO-recommended Handrub Formulations
Und, zu guter letzt: es steht sogar drinnen, was das Glyzerin darin zu suchen hat. :)
Rati
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#964

Beitrag von Rati »

viktualia hat geschrieben: Do 19. Mär 2020, 18:38 Mara, sorry für´s ungehalten sein, aber ich bin wirklich sicher, dass von (gekauften) Lebensmitteln deutlich weniger "Gefahr" ausgeht wie von Türklinken. In Geschäften werden die Einkaufswagen(Griffe) eher kontaminiert sein als die Waren. Ganz sicher....
jo, sehe ich auch so. :)
Für die Risikoreduzierung am Einkaufswaagen gibt es übrigens nen einfachen Trick.
Einfach den Wagen umdrehen, mensch kann das Ding auch rückwärts schieben, macht nur keiner, deshalb werden an den Metallstangen eher selten Viren abgeladen.
Überhaupt, auch Türen und so einfach mal möglichst an Stellen anfassen die mensch sonst nicht berührt.

Und für die Hände reicht echt Seife und Wasser. Dieses Virus hat ne Lipidhülle also Fett, und Fett mag keine Seife.
Der Virus infiziert euch auch nicht, sobald er auf eurer Hand sitzt, sondern muß noch irgendwie zu euren Schleimhäuten … also das berühmte ins Gesicht fassen und so (Wunden an der Hand sind vielleicht auch nicht gut).
Also keine Sorge es gibt zwischen Berührung einer Kontaktfläche und Infizierung noch einige Zeit für Gegenmaßnahmen.
Mara1 hat geschrieben:Und wenn man sich mal anschaut, wie manche Leute sich die Waren aussuchen - da wird oft jedes Ware angefasst, gedreht, gedrückt und dann entschieden. Da kann man wirklich nur den Kopf schütteln.

Daher denke ich, das auch die Umverpackung eine ziemlich hohe Keim- und Virenbelastung haben werden.
joo, deshalb: Fürs abgepackte eingekaufte ist ein Abwaschen mit Seifenwasser vielleicht gar keine schlechte Zusatzmaßnahme. :)

Grüße Rati
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#965

Beitrag von emil17 »

viktualia hat geschrieben: Do 19. Mär 2020, 18:38 Und zur Sicherheit nochmal die Sache mit dem Glycerin: hat man es drin, bleibt das Mischungsverhältnis konstant,
fehlt es, sollte man nach einer Weile Wasser nachkippen.
Nein ... Solange die Flasche zu herumsteht (wie es sein soll), passiert mit oder ohne Glycerin nichts. Steht die Flasche offen, geht der Alkohol weg, da er niedriger siedet und also leichter verdunstet.
Zugelassene Handdesinfektionsmittel müssen die Eigenschaft haben, bei regelmässigem und häufigem Gebrauch (wie eben im medizinischen Bereich) hautverträglich zu sein. Zudem soll es in Wunden nicht brennen.
In Notzeiten und dort für nur gelegentlichen Gebrauch kann dies zurücktreten, zumal dann auf leicht erhältliche Substanzen zurückgegriffen werden muss.
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#966

Beitrag von Sven2 »

Zu dem von Eule beschriebenen Prozedere:

Ich gehe davon aus, dass normale Einmalhandschuhe, wie im Krankenhaus üblich, gemeint sind.

Diese sind nicht dicht. Deshalb ist es auch Standardvorgehen nach dem Gebrauch der Handschuhe bzw. bei Handschuhwechsel die Hände zu desinfizieren.
Demnach würde das Vorgehen die potentielle Gefahr von Keimverschleppung reduzieren, aber nicht ausschließen.

Persönlich denke ich auch nicht, dass beim Einkaufen Handschuhe nötig sind. Erfahrungsgemäß wiegen die einen nur in Sicherheit. Wichtiger ist die Verhaltensregeln zu beachten, das gleiche gilt für einen Mundschutz. Noch Offtopic: besonders schlimm find ich die Desinfektionsspender, also die Automatischen, die meistens viel zu wenig Mittel abgeben und dann von den Leuten falsch benutzt werden. Gibt mehr das Gefühl von Sicherheit als dass es was bringt...

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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#967

Beitrag von emil17 »

Ein Vorteil von Handschuhen ist es, dass man sich damit viel weniger im Gesicht herumpopelt als ohne.
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#968

Beitrag von Sven2 »

OK, wenn das funktioniert eindeutig ein Pluspunkt.

Was noch zu sagen wäre: Tragedauer beachten! Wenn man die Dinger zu lange trägt quillt die Haut auf, das ist Schädlich für dieselbe und schafft Eintrittsstellen für Erreger ( andere hauptsächlich).

Und man muss drauf achten wie man die Packung lagert, da wurden im Karton schon Keine gefunden
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#969

Beitrag von Rati »

Sven2 hat geschrieben: So 22. Mär 2020, 17:56 Ich gehe davon aus, dass normale Einmalhandschuhe, wie im Krankenhaus üblich, gemeint sind. Diese sind nicht dicht. Deshalb ist es auch Standardvorgehen nach dem Gebrauch der Handschuhe bzw. bei Handschuhwechsel die Hände zu desinfizieren.
Demnach würde das Vorgehen die potentielle Gefahr von Keimverschleppung reduzieren, aber nicht ausschließen.
das Einmalhandschuhe nicht Keimdicht sind wäre mir neu. woher hast du den diese Info?

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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#970

Beitrag von Zottelgeiss »

Einmalhandschuhe sind nicht wirklich dicht, die lassen tatsächlich Feuchtigkeit durch, wenn sie mit den falschen Mitteln in Berührung kommen oder total durchweicht werden (Hände ins Wasser stecken). Das Material spiel sicher auch eine Rolle. Ich verwende Latex. Aber als Keimbarriere sind die schon gut. Man sollte öfter wechseln. Und beim ausziehen auf links drehen, dabei den ersten Handschuh außen anfassen und umgedreht abziehen, den zweiten dann so weit innen wie möglich anfassen und auch umgedreht abziehen, beide Handschuhe sind dann ineinander gezogen und ein Knäuel mit Innenseite nach außen. Wegwerfen, Hautkontakt und Flächen wie. z.B. Mülleimerdeckel , soweit wie möglich vermeiden, dann Hände gründlich waschen bzw. desinfizieren.

Eigentlich muss man nichts anfassen, was irgendwie "eklig" ist. Aber eine Mundschutzpflicht außerhalb der eigenen vier Wände hielte ich für äußerst sinnvoll.
Die eigenen Grenzen sind immer die Grenzen des anderen.
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