Das von Eule beschriebene Prozedere ist ein ziemliches lückenloses Vorgehen zum Vermeiden von Schmierinfektionen und das kann man so stehen lassen.
Ich lese nicht heraus, dass es nur um
eine potentiell kontaminierte Oberflächengruppe geht und das steht da auch nicht.
Im Gegenteil muss man davon ausgehen, dass beim Einkaufsvorgang ständig Keime von einer auf die andere Oberfläche übertragen werden. Einkaufswagen -> Hand (behandschuht oder nicht) -> Griff ins Regal -> Hand zurück an den Einkaufswagen.
Ohne Handschuh ist zudem die Gefahr größer, sich unbewusst ins Gesicht zu fassen und das macht der Normalverbraucher ständig. Zusätzlich wird überall rumgehustet, gesprochen und sonstwie mit Keimen herumgeschleudert. Und auch diese landen wieder auf Oberflächen.
Würden die Supermarktbediensteten tatsächlich Einkaufswagen desinfizieren, müsste man sich gut überlegen, inwieweit man sich dann in der möglicherweise falschen Sicherheit wiegen möchte, dass das fachgerecht passiert ist. Das ist übrigens kein Affront gegen Verkäuferinnen und Packerinnen, die da gerade an exponierter Stelle ihren Job machen.
Bei Eules Vorgehen könnte man nach Punkt 10 noch die Desinfektion der Umverpackungen anschliessen, bevor man die Sachen ins Haus bringt. Das kann sinnvoll sein, wenn man mit Leuten zusammenlebt, die sich nicht an die Wartezeit von 2 Tagen halten (Kinder, Demente, Uninformierte)
OB das nun übertrieben ist oder nicht, das steht hier übrigens auch nicht zur Debatte, das kann nämlich glücklicherweise jeder halten wie er will. Jemand mit reduziertem Immunsystem und großem Verantwortungsbewusstsein wird das sicher anders beurteilen als ein 20-jähriger Corona-Partygänger, der denkt, das Leben ist ein Spiel.
Für jemanden, der sich jetzt tatsächlich in einen Supermarkt begibt würde ich persönlich allerdings zusätzlich zu einem Mundschutz raten. Und ausserdem zu dem Sicherheitsabstand, weil auch Augen und Ohren Eintrittspforten sein können in diesem Fall.
Wenn die Lieferengpässe irgendwann mal behoben sein sollten und die Profis versorgt sind - was derzeit das wichtigste ist - dann wird das auch wieder allgemeiner Konsens werden.
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Was Desinfektionsmittel angeht schlage ich vor, dass wir uns bei Empfehlungen tatsächlich an geprüfte Mixturen und Verdünnungen halten. Ratschläge zu Gesundheitsthemen im Internet sind immer irgendwie schwierig weil man u.a. die Fachkunde des Schreibers schlecht nachprüfen kann.
Ich rate dazu, Flächendesinfektionsmittel und Händedesinfektionsmittel nicht zu vertauschen und soweit möglich, in der Anwendung auch nicht auszutauschen soweit es nicht ausdrücklich für beides gedacht ist.
Die Mixtur von der WHO, die woidler geteilt hat, kann hier nachgelesen werden und es gibt auch Bildchen und Zusatzinfos dazu:
https://www.who.int/gpsc/5may/Guide_to_ ... n.pdf?ua=1
Guide to Local Production:
WHO-recommended Handrub Formulations
Und, zu guter letzt: es steht sogar drinnen, was das Glyzerin darin zu suchen hat.
