poison ivy hat geschrieben:wo ist die Linie zwischen Vorsorge und preppen?
Sprachlich ist das eigentlich kein Unterschied, schließlich kommt preppen ja von "prepare" und bedeutet auch nichts anderes, als "sich vorbereite" oder "Vorsorge treffen".
Allerdings wurde das Bild vom
Prepper stark geprägt von zwei amerikanischen Fernsehserien, in denen
Prepper vorgestellt wurden und daher denkt man beim Wort
Prepper als erstes an die mitunter schon etwas merkwürdigen Individuen, um die es in dieser Serie ging.
Man kann alles so weit treiben, dass es erst bizarr wird und dann offener Wahnsinn.
Grundsätzlich teile ich den Wunsch, möglichst autark zu leben und unabhängig zu sein von Strukturen, die ich nicht durchschaue und dafür muss man eben Fähigkeiten, Werkzeuge und Land haben. Man sollte sich nur bewusst sein, dass man sich damit auch andere Abhängigkeiten einhandelt (Wetter, körperliche Arbeit usw.) Ich kann auch nachempfinden, dass man sich Gedanken um seine Familie macht für den Fall, dass all das, was wir heute für selbstverständlich nehmen (fließendes Wasser aus der Leitung, Tiefkühlpizza aus dem Supermarkt) irgendwann einfach mal fehlt.
Und ich verstehe auch die Faszination, die davon ausgeht, unabhängig auf sich gestellt zu leben und habe immer gerne diese Survival-Serie mit Bear Grylls angeschaut und mich wohlig gegruselt, wenn er sich mal wieder von Kamelhoden oder irgendwelchen Würmern ernähren musste.
Und "The Walking Dead" schaue ich auch gerne!
Irgendwo hört mein Verständnis dann aber auf. Es hört da auf, wo ich das blöde Gefühl habe, dass Menschen diese Gesellschaft so sehr hassen, dass sie ihr den Untergang
wünschen, den sie selbst dann lachend in ihrem Bunker zu überleben gedenken. Teilweise, weil sie sich für etwas besseres halten als andere, teilweise, weil sie der Welt da draußen übelnehmen, dass sie ihnen nicht den Status zugebilligt hat, den sie gerne hätten. Für diese Leute ist die Apokalypse etwas, was sie im Grunde herbeisehnen. Sie tun mir leid!
Gruß,
Sargon