Aber die Seite von Borso ist mir zu reißerisch, auch wenn die Informationen zum größten Teil zu stimmen scheinen. Nur wenn die Wahrscheinlichkeit vom Blackout viel größer ist, Frage ich mich, warum ich schon einige Fahrradstürze und brennende Häuser, aber noch keinen großen Stromausfall mitbekommen habe
Planen fuer den Notfall oder nicht?
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Einige der Empfehlungen kenne ich schon lange, vor allem die der BBK. Und dass die meisten Leute es nicht ernst nehmen, ist ein Problem und erklärt für mich auch die 'ewige Warnerei' z.T., weil der gesunde Menschenverstand nicht funktioniert. (Hier fahren z.B. immer wieder Menschen mit Auto ins Hochwasser, weil sie denken die Sperrung ist doch unnötig und ihr Kleinwagen kommt da durch).
Aber die Seite von Borso ist mir zu reißerisch, auch wenn die Informationen zum größten Teil zu stimmen scheinen. Nur wenn die Wahrscheinlichkeit vom Blackout viel größer ist, Frage ich mich, warum ich schon einige Fahrradstürze und brennende Häuser, aber noch keinen großen Stromausfall mitbekommen habe
Aber die Seite von Borso ist mir zu reißerisch, auch wenn die Informationen zum größten Teil zu stimmen scheinen. Nur wenn die Wahrscheinlichkeit vom Blackout viel größer ist, Frage ich mich, warum ich schon einige Fahrradstürze und brennende Häuser, aber noch keinen großen Stromausfall mitbekommen habe
- Rohana
- Förderer 2018

- Beiträge: 5476
- Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
- Familienstand: verheiratet
- Wohnort: Oberpfalz
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Stromausfall gibt's bei uns genügend, aber das sind immer lokale (Typ "Baum auf Leitung") und keine grösseren.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
- emil17
- Beiträge: 10503
- Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
- Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Bei Katastrophenszenarien wird immer vom Eintretensfall ausgegangen, deshalb ist das
"wobei der Thinktank der österreichischen Armee von praktisch 100 % Wahrscheinlichkeit ausgeht"
keine Information. Man bereitet sich ja eben gerade auf den Fall vor, dass es eingetreten ist.
Dann gibt es ja die ebenso dringenden und ebenso wahrscheinlichen Szenarien wie Währungscrash, Naturkatastrophen aller Art ...
Man kann sich bei ausreichender Einbildungskraft ("Ich bin nicht verrückt, aber sie sind trotzdem hinter mir her") den ganzen Tag damit ausfüllen.
Im täglichen Verhalten machen wir immer den Vergleich von Schadensrisiko, Eintretenswahrscheinlichkeit, Vermeidungsaufwand und zusätzliche Unbequemlichkeiten. Auf der Kostenseite steht nämlich die, ich nenne es mal verlorene Lebenszeit, wenn man sich auf Dinge vorbereitet, die dann eben nicht eintreten. Deshalb nehme ich nicht Nahrung für 10 Tage mit, wenn ich in die Stadt fahre, und ich gehe nicht mit entsichertem Feuerlöscher ins Bett oder schlafe gar draussen, obwohl es ja genau diese Nacht bei uns brennen könnte.
Aber es hat einen Feuerlöscher, und ich weiss wo er ist und wie man ihn benutzt. Ebenso hat es Wasser und Nahrung für ein paar Tage zu Hause, denn das ist kein grosser Aufwand und auch sonst oft ganz praktisch.
"wobei der Thinktank der österreichischen Armee von praktisch 100 % Wahrscheinlichkeit ausgeht"
keine Information. Man bereitet sich ja eben gerade auf den Fall vor, dass es eingetreten ist.
Dann gibt es ja die ebenso dringenden und ebenso wahrscheinlichen Szenarien wie Währungscrash, Naturkatastrophen aller Art ...
Man kann sich bei ausreichender Einbildungskraft ("Ich bin nicht verrückt, aber sie sind trotzdem hinter mir her") den ganzen Tag damit ausfüllen.
Im täglichen Verhalten machen wir immer den Vergleich von Schadensrisiko, Eintretenswahrscheinlichkeit, Vermeidungsaufwand und zusätzliche Unbequemlichkeiten. Auf der Kostenseite steht nämlich die, ich nenne es mal verlorene Lebenszeit, wenn man sich auf Dinge vorbereitet, die dann eben nicht eintreten. Deshalb nehme ich nicht Nahrung für 10 Tage mit, wenn ich in die Stadt fahre, und ich gehe nicht mit entsichertem Feuerlöscher ins Bett oder schlafe gar draussen, obwohl es ja genau diese Nacht bei uns brennen könnte.
Aber es hat einen Feuerlöscher, und ich weiss wo er ist und wie man ihn benutzt. Ebenso hat es Wasser und Nahrung für ein paar Tage zu Hause, denn das ist kein grosser Aufwand und auch sonst oft ganz praktisch.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
-
Gelöschter Benutzer 54
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Das öst. Heer ist öfter mal ne gute Hilfe, wenn wo Manpower gebraucht wird, zB Massentests, Aufräumarbeiten etc. Und es gibt auch eine gute Spezialabteilung die internationales Ansehen genießt.emil17 hat geschrieben: Do 2. Jun 2022, 08:39 "wobei der Thinktank der österreichischen Armee von praktisch 100 % Wahrscheinlichkeit ausgeht"
Bei Allem, was in Ö mit 'Think' anfängt, sollte man aber sehr vorsichtig sein. Nicht nur beim Heer.
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Nö - sonst würde Niemand mit dem Auto zum Laden fahren, um seinen Lotto-Schein abzugebenemil17 hat geschrieben: Do 2. Jun 2022, 08:39 Im täglichen Verhalten machen wir immer den Vergleich von Schadensrisiko, Eintretenswahrscheinlichkeit...
Du hast den Faktor Hoffnung/Verdrängung vergessen
Das Erwünschte wird erhofft, so unwahrscheinlich es auch sein mag, das Unerwünschte wird verdrängt, so hoch die Eintrittswahrscheinlichkeit auch sein mag.
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Na, ja, das Zitat geht ja weiter:
Die größte Gefahr in unserer westlichen Welt geht ja rein statistisch betrachtet von Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus. Dagegen könnten man relativ gut vorsorgen, wäre da nicht der Faktor des inneren Schweinehundes.emil17 hat geschrieben: Do 2. Jun 2022, 08:39 Im täglichen Verhalten machen wir immer den Vergleich von Schadensrisiko, Eintretenswahrscheinlichkeit, Vermeidungsaufwand und zusätzliche Unbequemlichkeiten.
- emil17
- Beiträge: 10503
- Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
- Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Nun gut, wer Lotto spielt, hat keine Ahnung von Statistik, oder macht es wider jede Vernunft. Wobei es erst dann völlig unvernünftig wäre, wenn man einen Kredit aufnähme, um Lotto zu spielen. Immerhin gibt es ja Lottomillionäre.
"Das Erwünschte wird erhofft, so unwahrscheinlich es auch sein mag, das Unerwünschte wird verdrängt, so hoch die Eintrittswahrscheinlichkeit auch sein mag."
Wie sonst sollte man überleben? Wie dröge wäre die Wirklichkeit ohne Hoffen und Verdrängen?
Warum wird bei einer Scheidungsrate von geschätzten 40% munter geheiratet? Warum nehmen so viele Autofahrer an regelmässig eintretenden Ferienreiseverkehrsstaus teil?
Hier ist es so, dass die nachteiligen Folgen zwar lästig, aber erträglich sind.
Wenn die Eintrittswahrscheinlichkeiten jedoch sehr klein werden (klein im Sinne von hab ich noch nie erlebt), dann verhält man sich wiederum irrational. Mit sehr hohen Risiken bei sehr geringen Eintrittswahrscheinlichkeiten können wir nicht umgehen. So wird regelmässig in Naturgefahrengebieten gebaut, und deshalb gibt es so schöne Dinge wie Atomkraftwerke.
Ein Beispiel war ein Sommerhochwasser in Brienz 2005, wo ein Wildbach wegen einem Gewitter gross wurde und ein paar Häuser weg riss, wobei einige Menschen zu Tode kamen. Da sei noch nie ein Wildwasser gewesen, sagten die Leute - aber warum waren bei der Verbauung des Baches nur gerundete Steine aller Grössen im Aushub? Man hätte es wissen können. In der Praxis werden vom Bund erlassene Naturgefahrenkarten angefochten, weil sie Eigentumsbeschränkungen darstellen.
"Das Erwünschte wird erhofft, so unwahrscheinlich es auch sein mag, das Unerwünschte wird verdrängt, so hoch die Eintrittswahrscheinlichkeit auch sein mag."
Wie sonst sollte man überleben? Wie dröge wäre die Wirklichkeit ohne Hoffen und Verdrängen?
Warum wird bei einer Scheidungsrate von geschätzten 40% munter geheiratet? Warum nehmen so viele Autofahrer an regelmässig eintretenden Ferienreiseverkehrsstaus teil?
Hier ist es so, dass die nachteiligen Folgen zwar lästig, aber erträglich sind.
Wenn die Eintrittswahrscheinlichkeiten jedoch sehr klein werden (klein im Sinne von hab ich noch nie erlebt), dann verhält man sich wiederum irrational. Mit sehr hohen Risiken bei sehr geringen Eintrittswahrscheinlichkeiten können wir nicht umgehen. So wird regelmässig in Naturgefahrengebieten gebaut, und deshalb gibt es so schöne Dinge wie Atomkraftwerke.
Ein Beispiel war ein Sommerhochwasser in Brienz 2005, wo ein Wildbach wegen einem Gewitter gross wurde und ein paar Häuser weg riss, wobei einige Menschen zu Tode kamen. Da sei noch nie ein Wildwasser gewesen, sagten die Leute - aber warum waren bei der Verbauung des Baches nur gerundete Steine aller Grössen im Aushub? Man hätte es wissen können. In der Praxis werden vom Bund erlassene Naturgefahrenkarten angefochten, weil sie Eigentumsbeschränkungen darstellen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Das Problem derzeit: immer mehr Dinge geschehen, die zwar die Meisten oder Alle "noch nie erlebt" haben, deren Eintrittswahrscheinlichkeit sich aber immer mehr dem Wert 1 nähert, was dann die Eingangsfrage, wie man ohne Hoffen und Verdrängen überleben sollte, ins Gegenteil verkehrt: wie lange werden wir MIT Hoffen und Verdrängen noch überleben?emil17 hat geschrieben: Do 2. Jun 2022, 13:13 Wie sonst sollte man überleben? Wie dröge wäre die Wirklichkeit ohne Hoffen und Verdrängen?
Warum wird bei einer Scheidungsrate von geschätzten 40% munter geheiratet? Warum nehmen so viele Autofahrer an regelmässig eintretenden Ferienreiseverkehrsstaus teil?
Hier ist es so, dass die nachteiligen Folgen zwar lästig, aber erträglich sind.
Wenn die Eintrittswahrscheinlichkeiten jedoch sehr klein werden (klein im Sinne von hab ich noch nie erlebt), dann verhält man sich wiederum irrational.
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Gut gesagt, Emil:emil17 hat geschrieben: Do 2. Jun 2022, 13:13 Mit sehr hohen Risiken bei sehr geringen Eintrittswahrscheinlichkeiten können wir nicht umgehen.
Mit sehr hohen Risiken bei sehr geringen Eintrittswahrscheinlichkeiten können wir nicht umgehen.
Dazu gibt es einen eindrucksvollen TED-Talk mit der Hauptaussage:
"We are terrible at listening to warnings about disaster."
Interessant zu hören, sein Englisch ist auch deutlich und sollte für viele zu verstehen sein.
https://www.youtube.com/watch?v=ZGan5NwJ-LM
Das hier genannte Ahrtal-Hochwasser ist ein gutes Beispiel dafür. Auf dem Wetterkanal Kai Zorn, den ich damals verfolgt habe, wurde bereits drei Tage vorher ziemlich genau das Gebiet der Niederschläge genannt. Und es wurde vor Sturzfluten gewarnt, wegen der Topographie, kein langsam steigendes Wasser. Und die Leute wurden sogar gewarnt, in den Keller zu gehen, weil der Wasserdruck die Türen nicht mehr öffnen lässt und man jämmerlich ersäuft. So ist es dann auch geschehen.
Kai Zorn war damals vielleicht auch als reißerisch eingeordnet worden. Aufgrund seiner dann noch abrufbaren Videos hat er dann aber eine Generalabrechnung mit Behörden usw. gemacht, die sich gewaschen hat.
Meine Beschäftigung und mein Aufklären anderer zum Blackout beruht einerseits auf deinem genannten "hohen Risiko". Noch hat niemand widerlegt, was nach 10 Tagen ohne Strom nach Meinung der Experten passiert bzw. ist nirgends geantwortet worden, was dann noch funktioniert, somit nichts.
Hier gehen seit Tagen die Bankkarten nicht, vielleicht hat der Russe sie stillgelegt. Langsam wird es unbequem, und ich konnte heute nicht tanken. Das ist nur eine Kleinigkeit, da ich am nächsten Automat noch Geld ziehen kann. Wenn es aber kein Geld, keine Supermärkte, keine Apotheken, kein Wasser, keine Kanalisation, keine Heizung und sonst auch garnix gibt, stimme ich den Experten zu, wenn sie von einem Zusammenbruch der Gesellschaft reden. Was das bedeutet, werden sich die wenigsten mal ausgemalt haben.
Andererseits sprichts du von "sehr geringer Eintrittswahrscheinlichkeit". Ich möchte dir nicht zu nahe treten und bewundere dein Wissen auf vielen Gebieten - hier gibt es aber Behörden, Katastrophenschützer und andere, die wenn ich das so sagen darf, wahrscheinlich mehr darüber wissen als du und ich. Und wenn die eine Wahrscheinlichkeit von praktisch 100 % annehmen, andere von 90 %, dann gibt mir das zu denken. Nach 60 Jahren Radfahren und zwei Stürzen habe ich daraus abgeleitet eine Wahrscheinlichkeit von 0,000??? Prozent. Schon wenn ich mit 50 % rechnen müsste, würde ich mir das Radfahren lieber verkneifen.
Weiterhin ist es aber interessant, warum die Experten von hohem Risiko bei hoher Wahrscheinlichkeit reden.
Das hohe Risiko könnte erheblich abgemildert werden, wenn alle das Risiko ernst nähmen und sich entsprechend vorbereiteten.
Das immer wieder vorgebrachte Beispiel: Wenn unsere Familie drei Wochen Nahrung im Keller hat und die Nachbarn gar nichts, werden die beim Blackout am nächsten Tag bei uns klopfen und um Nahrung bitten. Die gebe ich ihnen natürlich. Nur ist damit mein Vorrat auf 1,5 Wochen geschrumpft. Das ließe sich leicht vermeiden, wenn die Nachbarn jetzt informiert würden und sich auch was in den Keller legten.
Bei anderen Aspekten wie Gesundheitsfürsorge ist es natürlich nicht so einfach, das ist mir klar.
Und die Eintrittswahrscheinlichkeit kann nur steigen. Beim Jenga-Turm steigt die Wahrscheinlichkeit des Zusammenbruchs mit jedem rausgenommenen Bauklotz. Bei der Stromversorgung steigt die Wahrscheinlichkeit mit jedem rausgenommenen zuverlässigen Stromerzeuger.
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
wie mir beim Lesen hier auffällt, gibt es da auch ein Terminologie-Problem: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis eintritt, muss immer auf einen konkreten Zeitraum bezogen werden, um aussagekräftig zu sein. 100% Eintrittswahrscheinlichkeit sagt allein nur aus, dass etwas mit Sicherheit passieren wird. Die offene Frage ist: innerhalb welches Zeitraumes?
Die Sterbewahrscheinlichkeit für Jeden hier ist 100% - nur der Zeitraum ist ungewiss
Der Roman von Elsberg (Blackout) ist vor 10 Jahren erschienen und wurde von div. Fachleuten als realistisch bezeichnet, was die beschriebenen Folgen betrifft, aber mehr als irgendwelche theoretischen Überlegungen im Sinne von "man müsste....", sind mir in der Folge nicht bekannt geworden.
Über die Resilienz verschiedener Bevölkerungsgruppen in verschiedenen städtischen oder ländlichen Regionen gegenüber den Folgen eines flächenhaften, länger andauernden Stromausfalls, schreibe ich lieber nichts, weil das den Foren-Rahmen sprengt. Nur so viel: je lebendiger die Erinnerung an "komplizierte" Lebensumstände ist, um so besser die Anpassungsfähigkeit, wenn sie wieder eintreten...
Die Sterbewahrscheinlichkeit für Jeden hier ist 100% - nur der Zeitraum ist ungewiss
Der Roman von Elsberg (Blackout) ist vor 10 Jahren erschienen und wurde von div. Fachleuten als realistisch bezeichnet, was die beschriebenen Folgen betrifft, aber mehr als irgendwelche theoretischen Überlegungen im Sinne von "man müsste....", sind mir in der Folge nicht bekannt geworden.
Über die Resilienz verschiedener Bevölkerungsgruppen in verschiedenen städtischen oder ländlichen Regionen gegenüber den Folgen eines flächenhaften, länger andauernden Stromausfalls, schreibe ich lieber nichts, weil das den Foren-Rahmen sprengt. Nur so viel: je lebendiger die Erinnerung an "komplizierte" Lebensumstände ist, um so besser die Anpassungsfähigkeit, wenn sie wieder eintreten...
