Sprossen/ Keimlinge/ Microgreens

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Taraxacum
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Re: Sprossen/ Keimlinge/ Microgreens

#11

Beitrag von Taraxacum » Do 21. Nov 2019, 21:59

Danke aber ich finde die Samenschalen von den Radis oder Brokkolisprossen eben nicht weich und knackig, eher wie Sägespäne oder Kokosraspeln. Beides mag ich gleich ungerne essen. Ich kann ja noch nicht mal gekochten Kohlrabi essen, wenn da klitzekleine holzige Stellen drin sind. Bei Mikrogrün sind ja die Schalen nicht mehr dran. Ich möchte aber Keimsprossenhaben von Rote Beete und Brokkoli. Da finde ich die Dinger doch störend.

Teetrinkerin
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Re: Sprossen/ Keimlinge/ Microgreens

#12

Beitrag von Teetrinkerin » Fr 22. Nov 2019, 10:52

Ich muss kurz auf ein paar Aussagen in dem verlinkten Beitrag von kochen.at (wo ich übrigens auch immer gerne vorbei schaue) eingehen:

Sojabohnen und Mungobohnen sind zwei unterschiedliche Pflanzen (wenn auch miteinander verwandt) und werden nicht aus der gleichen Pflanze gewonnen. Bei uns im deutschsprachigen Raum wird oft fälschlicherweise Sojasprossen zu Mungobohnensprossen gesagt. Im Gegensatz zu Mungobohnen müssen Sojabohnensprossen zwingend blanchiert oder gedünstet werden, weil sie ansonsten giftig sind.

Die Giftstoffe von Hüsenfrüchten werden mit dem Keimprozess nicht immer gänzlich abgebaut, weswegen man Sprossen davon nicht übermäßig roh verzehren sollte bzw. von einigen gar nicht roh essen sollte. Vor allem Sojabohnen, Bohnen, aber auch Kichererbsensprossen sollten vorher am besten blanchiert werden. Linsensprossen kann man in kleinen Mengen roh verzehren. Auch Mungobohnen sind blanchiert besser verträglich.

Zur Lilafärbung bei Mungobohnen:
Das hat mich auch sehr lange gestört, zumal die Mungobohnenkeimlinge, die man kaufen kann, ja doch recht lang, aber schön weiß sind. Als ich vor einiger Zeit meinen ehmaligen Kollegen aus dem Keimlingsbetrieb getroffen habe (er war derjenige, der Aussaat und Ernte meistens gemacht hat) und ihn gefragt habe, woher das kommt, sagte er, dass die Verfärbung bei Mungobohnen daher kommt, weil sie UV-Licht abbekommen. Im Keimlingsbetrieb werden die dunkel - ohne Beleuchtung - gekeimt und daher bleiben sie so schön weiß (im Gegensatz z.B. zu Sonnenblumen- und Erbsensprossen, die in einem seperaten Raum mit UV-Beleuchtung gekeimt wurden).
Bei der Saatzucht Bardowick kann man für Mungobohnenkeimlinge extra einen Keimbeutel kaufen, damit die Sprossen dunkel keimen können. Ich mache es so, dass ich meinen Sprossenturm nicht ans Fenster stelle. Die Mungobohnen werden zwar dennoch etwas lila, aber sie sind trotzdem gut genießbar.

@Taraxacum,
ich wasche die Sprossen immer in einem Sieb ab, wenn ich sie aus dem Sprossenturm raushole. Dabei bleibt ein Teil der Samenhülsen im Sieb hängen. Ansonsten essen wir die auch mit, da wir sie nicht als störend empfinden. Hatte bisher noch nicht das Gefühl, auf Kokosraspel oder Sägespänen zu kauen - vielleicht bin ich da auch einfach unempfindlich?



Heute müsste mein Paket vom microgreen-shop kommen. Die Preise sind dort wirklich o.k., die Auswahl ausreichend (wenn auch nicht so groß wie bei Bardowick, dafür sind die Preise deutlich günstiger). Ich habe Alfalfa (ein immer gern gegessener Klassiker bei uns, Sohn mag die total gerne auf belegtem Brot), Radieschen, Rucola Sonnenblumen, Mungobohnen und Rotkohl bestellt. Besonders freue ich mich auf die Sonnenblumen, ich will es endlich, endlich schaffen, auch mal so schöne Sonnenblumensprossen zu ziehen, wie ich sie aus dem Keimlingsbetrieb kenne und die ich geliebt habe.
Im Moment keimen im Sprossenturm Alfalfa (ein bisschen habe ich schon fürs Vesperbrot für Sohnemann entnommen) und Brokkoli. Auf den Kressesieben wachsen Kresse und Rucola (aber das Rucola-Saatgut wollte nicht mehr so recht keimen, war nur noch ein kleiner Rest - werde ich wohl entsorgen und dann mit frischem Saatgut neu bestücken).

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Re: Sprossen/ Keimlinge/ Microgreens

#13

Beitrag von Teetrinkerin » Do 28. Nov 2019, 10:59

Nun muss ich auch meinen zweiten Versuch, Sonnenblumengrün zu ziehen, entsorgen. Es schimmelt..... Beim ersten Mal hatte ich die Schale mit einem Tuch abgedeckt, wie ich es in einer Anleitung gesehen habe. Beim zweiten Mal hab ich viel weniger gewässert und die Schale nicht abgedeckt, aber es schimmelt wieder. Es ist zum heulen.

Ich will endlich wieder Sonnenblumengrün essen. Das war immer so lecker.

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Mika
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Re: Sprossen/ Keimlinge/ Microgreens

#14

Beitrag von Mika » Do 28. Nov 2019, 13:17

Hm, Sonnenblumen benötigen jetzt nicht unbedingt Licht zum Keimen. Und wenn es schimmelt war es vielleicht zu kalt? Vielleicht das zu keimende mit geschlossenem Deckel mal direkt auf die Heizung stellen? Ich mache das so bei meinen Chili und Paprika, da funktioniert das gut.

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Re: Sprossen/ Keimlinge/ Microgreens

#15

Beitrag von Rati » Do 28. Nov 2019, 14:42

Mika hat geschrieben:
Do 28. Nov 2019, 13:17
wenn es schimmelt war es vielleicht zu kalt?
wenn es wärmer ist, freut sich der Schimmel auch.

Nee, ich weiß keine definitiv für euch anwendbare Lösung, aber :)

Die Firma bei der ich mein Geld verdiene, stellt ja auch Kulturen her die als Bioprotection für Salate, Sprossen und andere leicht verderbliche Lebensmittel benutzt werden.
Das sind -für uns in dieser Form- harmlose Baktis (Lactobacillus), die aufgesprüht werden und verhindern das Schimmelpilze oder nicht so harmlose Baktis dort wachsen (Verdrängung).

Ihr könntet also bei solchen Problemen mal nachschauen ob es diese Kulturen auch für Kleinkunden irgendwo zu kaufen gibt oder schauen ob es ähnliche Kulturen in anderer Form gibt.

Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]

Benutzer 6122 gelöscht

Re: Sprossen/ Keimlinge/ Microgreens

#16

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht » Di 17. Dez 2019, 09:10

@Teetrinkerin: Ich habe schon länger keine Sprossen mehr herangezogen.

Daß man Sonnenblumensprossen auch essen kann wußte ich bis jetzt noch gar nicht.

Hast Du es denn nochmal probiert mit den Sonnenblumensamen?

Diese Anleitung hattest Du schon gefunden?:
https://www.youtube.com/watch?v=v-NJEuSIQaQ

Grünlilie
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Re: Sprossen/ Keimlinge/ Microgreens

#17

Beitrag von Grünlilie » Mo 13. Jan 2020, 23:15

Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum. Beim Stöbern habe ich euren interessanten Austausch entdeckt, an dem ich mich gerne beteiligen möchte.

Seit ungefähr einem Jahr bin ich auch den Sprossen verfallen. Vieles habe ich seitdem ausprobiert, sowohl Anbaumethoden als auch verschiedene Sorten von Saaten.

Womit ich nicht gut klar komme, sind Sprossenglas, Sprossenturm, Sprossensieb und der Anbau auf Watte. Es schimmelt und matscht meistens, und wenns doch mal klappt ist es ein wahnsinniges Gefussel mit den Wurzeln.

Dann habe ich in einem Buch vom Anbau auf Kokoserde gelesen, abgedeckt mit feuchtem Zeitungspapier, bis die Keimlinge nach einigen Tagen den "Deckel" nach oben drücken. Dann kann nach ein paar weiteren Tagen das Sprossengrün geerntet, also abgeschnitten werden.

Bei mir klappt die Anzucht auf Kokoserde am besten. Schimmel gibt's trotzdem manchmal, aber längst nicht so oft wie bei den anderen Anzuchtmethoden. Und das Sprossengrün mag ich auch am liebsten von den Sprossen.

Das meiste meines Saatguts habe ich auch beim migrgreen-shop gekauft. Regelmäßig baue ich davon an: Radieschen, Buchweizen, Sonnenblumen, Pak Choi, Rotklee, Brokkoli, Rucola und Kresse.

Dann habe ich es noch mit so einigem versucht was ich so hier habe. Amaranth, Leinsamen und normal braune Linsen.

Vom Geschmack mag ich am liebsten Radieschen, Kresse, Rucola, Sonnenblumen. Das Linsengrün kann ich tatsächlich nur essen wenn's kurz blanchiert ist, sonst kriege ich Bauchweh.

Was bei mir so gar nicht klappt ist Mungobohnen, Rotkohl. Keimt entweder nicht oder ist nicht von der Erde zu trennen.
Viele Grüße
Christina

Grünlilie
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Re: Sprossen/ Keimlinge/ Microgreens

#18

Beitrag von Grünlilie » Di 14. Jan 2020, 11:59

@Teetrinkerin: Da wir ja beide unser Sonnenblumensprossen Saatgut über den microgreen-shop beziehen, scheint es zumindest am Saatgut nicht zu liegen, dass es bei dir nicht klappt. Ich habe es beispielsweise irgendwann mal aus Interesse mit solchen Vogelfuttersonnenblumensamen versucht, es hat nicht funktioniert :aeh:

Also ich nehme immer irgendwelche Schalen aus Plastik oder Keramik, so groß wie eine Müslischale etwa. Dann mache ich da nicht sonderlich feuchte Kokoserde rein. Und darauf dann ca. 1 EL über Nacht eingeweichte, abgewaschen Sonnenblumenkerne. Das ganze decke ich mit einer Lage zurechtgeschnittener Zeitung zu, die hat sich davor ca. 10 Minuten lang mit Wasser vollgesogen in einer Wasserschüssel. Das ganze kommt dann für ein paar Tage in den Küchenschrank, bis die Keimlinge halt den mittlerweile trockenen Zeitungsdeckel hochdrücken. Dann auf die Fensterbank bis zur Ernte, feucht halten.

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Viele Grüße
Christina

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Re: Sprossen/ Keimlinge/ Microgreens

#19

Beitrag von Teetrinkerin » Di 14. Jan 2020, 12:29

Genau soooooo wünsche ich mir die Sonnenblumensprossen! Die schauen echt toll aus! So möchte ich das auch gerne haben.

Woher beziehst du die Kokoserde? Dann würde ich das nämlich auf diese Weise ausprobieren.

Übrigens, mein Rotkohl müffelt leider auch schon zum zweiten Mal im Sprossenturm. Damit komme ich eigentlich super zurecht und habe eigentlich keine Probleme bei der Anzucht. Nun habe ich auf einer anderen Seite im Internet gelesen, dass man Rotkohl nicht vorher einweichen muss. Vielleicht liegt es daran? Wobei Brokkoli bisher auch immer gut funktioniert hat - warum dann der Rotkohl so müffelt, ist schon komisch.

Am liebsten wird hier Alfalfa, Mungobohnen und Kresse gegessen. Ich mag Radieschen auch noch sehr gerne.

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Re: Sprossen/ Keimlinge/ Microgreens

#20

Beitrag von Grünlilie » Di 14. Jan 2020, 15:25

Hm, die Kokoserde kaufe ich immer in solchen Pressblöcken, mal hier mal da. A**i Süd hat die mehrmals im Jahr im Sortiment, mit der bin ich sehr zufrieden und ich decke mich immer ein. Aber auch die von Neudorff ist gut, kannst im Internet bestellen. Ich glaub beim microgreen-shop verkaufen sie diese Blöcke auch.

Wichtiger als die Marke hat sich bei mir die richtige Feuchtigkeit rausgestellt. Wenn da in der Anleitung z. B. steht, man soll 3 Liter zu dem Block dazugießen, nehme ich erstmal 2,6 Liter und lasse es 15 Minuten stehen. Es sollte dann beim Durchkneten eine gleichmäßige, eher trocken-freuchte Masse sein. Nur wenns noch trockene Klumpen darin gibt, kippe ich noch etwas Wasser dazu, sonst nicht.

Diese Konsistenz / Feuchtigkeit hat sich bei mir als am besten erwiesen, sowohl für die Anzucht als auch die Lagerung. Wenn's wesentlich feuchter ist, ist hier der Schimmel nicht weit... Und dadurch dass die Samen sich schon in der Nacht zuvor mit Wasser vollgesogen haben, als auch noch einen nassen Zeitungsdeckel bekommen, reicht Ihnen das wohl an Feuchtigkeit insgesamt.

Ich wünsche dir viel Glück, berichte dann mal wie es läuft.

Hhhhmmmm, Alfalfa ist auch lecker, könnte ich bei der nächsten Bestellung mitbestellen.
Viele Grüße
Christina

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