Das Kunekune-Schwein

Olaf
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Re: Das Kunekune-Schwein

#11

Beitrag von Olaf » Do 29. Aug 2013, 07:57

Bei den Schweinen dienen sie mit dem selben System meines Wissens lediglich als Wurfbeschleuniger.
Erst hab ich mich gewundert, warum der Schafmelker Schweine rumwirft und dann auch noch an den Glöckchen, aber ich glaub jetzt gab ich es verstanden....
:)
Olaf
Eigentlich bin ich ein netter Kerl.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.

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tipopaar
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Re: Das Kunekune-Schwein

#12

Beitrag von tipopaar » Do 29. Aug 2013, 09:26

Servas!

Oh! Unser Suchebietetauscheintrag hat einen Kune-Thread ergeben :) freut uns!

Nun ja was sollen wir über unsere Schweinderl berichten was nicht eh schon auf allen anderen Webseiten steht. OK - dass es stimmt was dort steht :mrgreen:

Wir haben die Kunes nun gut ein Jahr. 2 Sauen einen Eber und von den 7 Ferkeln die im Mai zur welt gekommen sind noch 6.
War schon recht mühsam Tiere zu finden die zur Zucht "kompatibel" sind. Verständlich, wenn man bedenkt, dass alle Kunes in Europa von 8 Sauen und 4 Ebern abstammen

Um unsere 1 Sau zu decken bekamen wir z.B. leihweise einen passenden Deckeber - aus Niederösterreich (!)
Glücklicherweise war dieser gerade auf Liebesurlaub in Wels und so war die Fahrt nicht ganz so weit.
Zurückbringen mussten wir ihn dann aber in die Wachauer Gegend. :pfeif: Das verhält sich ungefähr so wie mit dem Getreideanbau, nachdenken sollte man nicht :dreh:
Henry, unser nun 1 jähriger Deckeber "passt" dann auf unsere beiden Sauen und auch auf die weiblichen Ferkel aus dem Wurf von denen wir eines behalten werden - oder doch 2 :rot:

Wir sind mittlerweile auch Mitglied der DKKPS denn es macht schon Sinn wenn irgendwo die Fäden zusammen laufen was die Zucht betrifft.
Leider gibt es wegen der hohen Preise für die Kunes auch Konsorten die ohne Rücksicht auf Inzucht oder sonstiges Ferkel "produzieren" und die große Kohle wittern.
Davon distanzieren wir uns. Bei uns gibt es nur 1 Wurf pro Jahr und den im Frühling, damit die Ferkel für den Winter fit sind.
Also Vorsicht bei "billigen" Kunekune's ohne Papiere als Schlacht oder Kuscheltiere ok, aber wer damit züchtet trägt nicht dazu bei die Rasse in ihrer Form zu erhalten.

Derzeit stehen unsere Damen mit dem Nachwuchs in einem 200 m² Gehege bekommen aber demnächst ca. 1000m² denn ohne zufüttern wäre es momentan zu klein.
Als Umzäunung haben wir Knotengeflecht mit Stromband in ca 20 cm Höhe. Ohne dieses stellt der Zaun kein Hindernis dar.
Eber Henry ist mit "Schnitzel" einem Pietrain/Schwäbischhall Kastraten vergesellschaftet. Wird aber auch geändert - "Schnitzel" wird seinem Namen bei Wintereinbruch gerecht und Henry kommt auch in ein neues Gehege mit einem Kune-Kastraten.

Gemischthaltung mit anderem Getier funktioniert gut wir hatten schon wenn es die Umstende so wollten Quesants, Truthühner, Hühner und Enten dabei.
Die größte herausforderung ist dabei nur, dass jeder das Futter bekommt das er bekommen sollte :)
Die Haltung mit den Hühnern hat sich insofern bewährt, weil diese die doch recht kapitalen Kotklumpen der Schweine auseinanderscharren und Fliegen und dergleichen kurz halten.
Die Behauptung, dass Schweine immer die selbe Stelle als Toilette benutzen kann ich bei Kunes nicht bestätigen, aber die Hütte bleibt sauber :daumen:

Ah ja Hütte! Als Unterkunft dient eine Finnhütte (aus Palettenholz wie fast alles bei mir ;) ) mit ca 1,5 x 2,5 m im Winter reichlich mit Stroh gefüllt bzw. mit Heu das sie sich hamsterartig mit vom Futterplaz schleppen.

Dass Kunes ügerhaupt nicht wühlen stimmt nicht sie können das sehrwohl recht gut, wenden es aber kaum an. Nur anfangs haben sie erstmal alle für sie schmackhaften Wurzeln aus dem Boden gerüsselt. Mit dem Rechen zugekratzt - seither ist Ruhe und sie hinterlassen einen Rasen wie es die Schafe nicht besser machen.
Einziger Nachteil gegenüber den Schafen ist das für die Schweine ungünstigere Vererhältnis Körpergewicht / Klaue wenn's nass ist gibt es schnell Matsch.

Appropos Matsch - für den Pool vorm Haus, also die Sule sorgen Kunes selber. Mann muß dann nur Wasser nachliefern.

Was gibts sonst noch zu berichten...? Ach ja Futter! Kunes können sich fast auschließlich von Grünfutter ernähren, fressen aber grundsätzlich alles - Schwein eben :aeh:
Bei uns bekommen sie - auch wegen der noch nicht idealen Gehegegröße zusätzlich Obst und Gemüse, ab und zu ein wenig Altbrot usw. im Winter Heu + selbiges.

Werd mal sehen, dass ich am WE ein paar Bilder mache, dann kann man sich das besser vorstellen...

Wenn jemand Fragen hat versuchen wir diese natürlich zu beantworten und wer Kunes live sehen will ist herzlich eingeladen ;)

lg die Tipo's

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Re: Das Kunekune-Schwein

#13

Beitrag von Manfred » Do 29. Aug 2013, 09:36

Die deutschen Zuchttiere sind als im niederländischen Herdbuch erfasst?
Bekommt man von denen auch Anpaarungsberatung?

Und habt ihr schon mal ein Kunekune verspeist? Wie ist der Speck? Bei Scheinen mit überwiegend Grünfutterernährung scheint es öfter Probleme mit matschigem Speck zu geben?
Sind Probleme wegen der kurzgezüchteten Rüssel bekannt? Die kurzen Rüssel sind vermutlich auch die Ursache für die eingeschränkte Wühltätigkeit?

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Re: Das Kunekune-Schwein

#14

Beitrag von tipopaar » Do 29. Aug 2013, 11:59

In Europa gibt es 2 international anerkannte Organisationen wie im Startbeitrag verlinkt.
Die DKKPS ist für Festlandeuropa zuständig.
Für die Zucht gibt es klare Richtlinien was den Verwandschaftsgrad der tiere betrifft. Als Mitglied hat man Einsicht in die Abstammungsdatenbank.
Wir sind in Österreich aber auch mit allen Züchtern in Kontakt (gibt ja nur 4), da weiß jeder wann irgendwo ein "passendes" Ferkel zur Welt kommt.
Wir selber haben nich keins geschlachtet, aber die Kollegen in Oberösterreich. Das Fleich und der speck soll vorzüglich sein, fetter als "normales" Schwein, aber nicht ganz so fett wie Mangaliza. Bei uns wirds nächsten Herbst so weit sein.
Ich glaub es kommt ganz darauf an welche rasse mit Grünfutter gefüttert werden. Kunes sind die Kost gewöhnt und äußerst genügsam, füttert man sie wie ander Schweine kann man sie rollen.
Probleme mit dem Rüssel sind uns nicht bekannt. Kunes wurden ja auch nicht gezielt gezüchtet sondern haben sich als Hausschweine der Maoris über einen langen Zeitraum und durch Verkreuzung verschiedener Rassen so entwickelt (die genaue Abstammung ist eh nicht so ganz geklärt)
Kann sein, dass der kurze Rüssel nicht so zum Wühlen animiert, wir halten es eher für ein Verhaltensmuster, denn Kunes sind vom Gemüt her ganz anders als die üblichen Rassen.

sG Ernst

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Re: Das Kunekune-Schwein

#15

Beitrag von Reisende » Do 29. Aug 2013, 12:08

Olaf hat geschrieben:
Bei den Schweinen dienen sie mit dem selben System meines Wissens lediglich als Wurfbeschleuniger.
Erst hab ich mich gewundert, warum der Schafmelker Schweine rumwirft und dann auch noch an den Glöckchen, aber ich glaub jetzt gab ich es verstanden....
:)
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hmm... erklärst du es mir?
auch auf die gefahr hin, dass ich mich jetzt peinlich mache. :rot: hab das gefühl da läuft ein witz an mir vorbei.
da ich laktose und gluten hervorragend vertrage, leiste ich mir als ausgleich dafür einige intoleranzen im zwischenmenschlichen bereich.

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Re: Das Kunekune-Schwein

#16

Beitrag von Alba » Do 29. Aug 2013, 12:15

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%B6ckchen

Als Glöckchen oder Berlocken (Appendices colli) bezeichnet man die bei manchen Ziegen paarweise am Hals, selten am Kopf vorkommenden fellbewachsenen Hautausstülpungen. Auch bei Schafen und Schweinen können Glöckchen vorkommen. Ihre Ausbildung ist genetisch bedingt und nicht auf bestimmte Arten beschränkt. Das Glöckchen ist eine Aussackung der Haut, die im Inneren Bindegewebe, Knorpel, Muskulatur, Nerven und Blutgefäße enthält. Außer den normalen Hautdrüsen sind keine weiteren Drüsen ausgebildet. Eine biologische Funktion der Glöckchen ist nicht bekannt.

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Re: Das Kunekune-Schwein

#17

Beitrag von tipopaar » Do 29. Aug 2013, 12:18

Wenn ich den Schmäh richtig verstanden habe ist nicht gemeint die Schweine zu werfen sondern durch Druckluftunterstützung (Glöckchen - Druckluftanschluß) das auf die Welt bringen (=Werfen) der ferkel zu beschleunigen. :)
Die Glöckchen heißen bei den Kune's übrigens " Piripiri" wie die Chilis und sind ein Rassemerkmal für die Weiterzucht. Nicht alle Ferkel haben sie das sind dann die für nächsten Herbst :rot:

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Re: Das Kunekune-Schwein

#18

Beitrag von kauboi0 » Do 5. Sep 2013, 16:47

Klingt alles sehr interessant! Kann vlt jemand was zur Fleischbeschaffenheit sagen? Ich denke, die wird in etwa so sein wie bei den bekannten "Fettschweinen Mangalizza und Turopolje (also ziemlich FETT)? Ist das so?
Danke für die Auskunft :)
lg
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Re: Das Kunekune-Schwein

#19

Beitrag von kauboi0 » Do 5. Sep 2013, 18:24

kauboi0 hat geschrieben:Klingt alles sehr interessant! Kann vlt jemand was zur Fleischbeschaffenheit sagen? Ich denke, die wird in etwa so sein wie bei den bekannten "Fettschweinen Mangalizza und Turopolje (also ziemlich FETT)? Ist das so?
Danke für die Auskunft :)
lg
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:aeh: Bitte betrachtet diesen Beitrag also nicht existent....Ich hätte zuerst alle Beiräge lesen sollen, bevor ich meinen Senf abgebe :pfeif:

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Re: Das Kunekune-Schwein

#20

Beitrag von ti tui » Fr 3. Jan 2014, 23:48

ich weiss nicht ob das wem hilft, aber in england ud irland gibts recht viele von den schweinchen und sie sind guenstig zu haben
ich lebe in irland und habe vor einem monat zwei 'damen' im alter von 4 monaten erstanden, fuer je 50€
sind echt nette viecher und verstehen sich mit allen gut - mensch, hund, esel, pony
die sache mit dem zaun ist wirklich nicht ganz ohne, sie geschickt, schlau und kraeftig - und natuerlich immer hungrig
ohne elktrozaun sind sie schwer zu bremsen
inzwischen sind sie aber schon so weit an ihren neuen wohnort gewoehnt dass sie nicht weit weg laufen und kommen wenn man sie ruft (in der hoffnung es gibt fressen)

fragen zum fleisch kann ich nicht beantworten da ich wie meine schweinchen vegetariern bin

cheers
andy

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