Mischfruchtanbau Mais - Bohne

holzgaser
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Re: Mischfruchtanbau Mais - Bohne

#21

Beitrag von holzgaser » So 30. Dez 2018, 01:17

Ich möchte Trockenbohnen.
Ich hab mir gerade ein Video von der Ernte Steirischer Käferbohnen angesehen. Die werden mit Mais zusammen kultiviert. Ich denke das werde ich auch so versuchen.
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ina maka
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Re: Mischfruchtanbau Mais - Bohne

#22

Beitrag von ina maka » So 30. Dez 2018, 01:21

Käferbohnen und Körnermais werden (wurden?) in der Steiermark traditionell gemeinsam angebaut. Ich meine mich zu erinnern, dass man einfach eine Bohne und ein Maiskorn gemeinsam ins Pflanzloch gab. Käferbohnen wachsen aber eher stark.

Ich hab Versuche mit kleineren Bohnen (Maisbohnen), war aber noch nicht zufriedenstellend (die Bohnen haben wenig getragen, der Mais war leider überhaupt ein Reinfall - nicht die erwartete Sorte) deshalb werde ich es mal mit einer Buschbohne probieren, die bei mir zu klettern begonnen hat (Wierringer, für Bohnenkerne).
Der Zuckermais Rainbow Inca ist recht robust, wird groß und man kann die reifen Körner einweichen und kochen - sie werden so auch weich (und schmecken süß).
Manche können nur fremde Meinungen, nicht ihre eigenen berichtigen.
Jean Paul

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kraut_ruebe
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Re: Mischfruchtanbau Mais - Bohne

#23

Beitrag von kraut_ruebe » So 30. Dez 2018, 09:46

Pitu hat geschrieben:Und welche Sorten von Mais, Bohnen und Kürbis hast Du schon ausprobiert und für gut befunden kraut_ruebe? Hast Du da Sortennamen für uns?
beim mais hab ich keine wirklichen sortenempfehlungen. der einzige, der bei mir mit lehmboden und wenig niederschlag gut klarkommt, ist blue hopi (für maismehl). die richtig grossen sorten mit den vielen kolben probiere ich nach und nach durch, für mich hier hab ich aber noch keine passende gefunden. das liegt aber weniger am mais als daran, dass die sommerliche trockenperiode bei mir sehr lang ist und ich am acker nicht giesse.

bohnen nehm ich spaghettibohnen (=meterbohnen). kürbis die weissen zucchiniförmigen aus ungarn, übersetzt heisst die sorte 'grosse weissfleischige'. wobei bei mir jede kürbissorte gut kommt, solang die schwestern richtig viel futter haben. wenn die kürbisse mickern, war der dünger zu wenig.
wenn du denkst, abenteuer sind gefährlich, dann versuchs mal mit routine. die ist tödlich. (coelho)

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Re: Mischfruchtanbau Mais - Bohne

#24

Beitrag von hobbygaertnerin » So 30. Dez 2018, 18:12

Ich hab Zuckermais mit Bohnen in verschiedenen Ausfürhungen probiert.
Zuckermais in Töpfen 3 Saatkörner in Töpfen ab Anfang April vorgezogen, als Abstand waren 6 Wochen passend, weil die Bohnen sonst zu schnell den Mais die Luft nehmen.
Käferbohnen sind zu hoch gewachsen und haben dem Zuckermais total überzogen, Blauhilde ging aber die ist eher eine Bohne für die Bohnenschoten,
Borlottibohnen sind gut gewachsen, die möchten aber sehr warmen Sommer.

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Re: Mischfruchtanbau Mais - Bohne

#25

Beitrag von Reto94 » So 30. Dez 2018, 18:48

Borlotti und Berner Landfrauen hat bei mir in der Schweiz gut mit Zuckermais geklappt. Als der Mais 20cm hoch war, drei Bohnen pro Mais drum gesteckt. War nicht mehr viel vom Mais zu sehen, aber Kolben gabs schöne.

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Re: Mischfruchtanbau Mais - Bohne

#26

Beitrag von Taraxacum » So 30. Dez 2018, 19:40

Ich hab dieses Jahr Zuckermais mit Reiserbohnen und nicht rankendem Hokkaidokürbis auf kleinen Hügelrundbeeten angebaut. Das runde Beet jeweilshatte einen Durchmesser von etwa 1m und war unten mit Pferdemist, Kompost und altem Laub etwa 30cm stark aufgefüllt. Darüber kam normale Gartenerde. Den Mais hab ich vorgezogen und Anfang Mai etwa kniehoch mittig in den Kreis gepflanzt (4 Stk/Kreis) ausgepflanzt. Die Reiserbohnen und den Kürbis hatte ich ebenfalls vorgezogen. (Jeweils 2 Bohnenpflanzen kamen an eine Maispflanze und 4 Kürbisse pro Beet kamen in die 4 Himmelsrichtungen außen an den Rand. Die Ausaat war Mitte März: Mais, Anfang April: Bohnen und Mitte April den Kürbis. Düngen brauchte ich nicht extra, aber durch den heißen Sommer war regelmäßiges Wässern ein Muss. Geerntet habe ich 3 Kolben Zuckermais und 4 Kürbisse pro Pflanze und insgesamt pro Beet 5 Mahlzeiten Bohnen für 4 Personen. Hatte folgende Sorten: in gelb: Mais-Golden Bantam, Reiserbohne-Capitano; in rot: Mais-Double Red, Reiserbohne-Cherokee Trail of Tears; in blau: Mais-Hookers Sweet Indian, Reiserbohne-Purple Prince die Hokkaidokürbisse waren ebenfalls in rot dunkelgrün und gelb.
Das mit den runden ügelbeeten hab ich aus dem Buch: Buffalo Bird Womans Garden, wo eine alte Hidatsa Indianerin den ursprünglichen Anbau und die Verwendung von diversen Nutzpflanzen beschreibt.

holzgaser
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Re: Mischfruchtanbau Mais - Bohne

#27

Beitrag von holzgaser » So 23. Jun 2019, 12:22

Er war schon schlau - der alte Indianer!

Als Selbstversorger steht man immer wieder vor der Frage, was ist wie und mit welchem Aufwand zu erreichen. Wie haben das andere Kulturen, in früheren Zeiten gelöst?

Milpa: Die Ureinwohner im Nordosten der USA hatten diese Technik im 16ten Jahrhundert den Siedlern beigebracht und sie so vor dem Hungertod gerettet.

Eine Milpa nach der Technik der Wampanoag Indianer, ist für die Selbstversorgung sehr einfacher zu handhaben.
Bei dieser Form der Milpa werden kleine Hügel geformt und mit Mais und Bohnen bepflanzt. Zwischen diesen Hügeln befinden sich die Kürbispflanzen.

Die Raffinesse dieser Technik: Mais liefert Kohlenstoff über die Wurzelausscheidungen in den Boden und ist einfach zu ernten, Bohnen bringen Stickstoff aus der Luft in den Boden, der Kürbis, als Symbiosepartner, profitiert von dem gesteigerten Nährstoffangebot.

Mais und Bohnen sind ohne jede Technik leicht zu ernten und lange Haltbar. Auch der Kürbis kann bis zu 6 Monate gelagert werden.

Nun wie sieht die Praxis bei uns aus?
Die Nacktschnecken sind bei dieser Kulturform in unserer Gegend das größte Problem. Deshalb habe ich die Milpa in Kupferringen mit einem Durchmesser von ca. 60cm und einer Höhe von 20cm angelegt (siehe Bild). Entgegen der Tradition der Indios habe ich den Kürbis, die Bohne und den Mais in einem Ring angesät. Die Pflanzen sind so zu Beginn der Entwicklung vor Fraßschäden geschützt und können unverletzt wachsen. Überschreiten die Kürbispflanzen den Kupferring werden sind sie stark genug um die Schnecken auszuhalten.
Milpa_2019_klein.JPG
Milpa_2019_klein.JPG (90.58 KiB) 309 mal betrachtet

Wie sich diese Kultur entwickelt wird spannend.
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