Siedlungshaus 1100+ m2

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ohne_Furcht_und_Adel
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Re: Siedlungshaus 1100+ m2

#161

Beitrag von ohne_Furcht_und_Adel » Sa 27. Jan 2018, 22:42

Der Backraum hat Gestalt angenommen; die Eisentür ist auch schon eingebaut. Ich muß jetzt nur noch die Oberkante des "Türrahmens" in Mörtel fassen, der Öffnung für den Abzugsverschluß zwecks besserer Hitzespeicherung eine Form geben, die Vorderseite oberhalb der Tür zumauern und dabei an die doppelte Decke anschließen, damit der Rauch später auch umgelenkt wird und nicht einfach nach oben wegzieht. Außerdem überlege ich noch, welche Art Abdeckung ich auf den Kamin aufsetzen soll; gegen Niederschläge.
Es gibt auch schon ein paar Fotos; wenn's fertig ist, zeige ich mal den kompletten Prozeß.
Ich bin aber schon genervt von den Spezialbaustoffen aus dem Handel... Wenn das Ding beim Backversuch platzen sollte oder zu wenig Hitze hält, reiße ich es halt ab und baue einen Lehmofen. Das einzige, was mich daran wurmt, ist nicht so sehr die Entsorgung des Schutts, sondern daß ich wohl eine Überdachung bauen muß. Das sieht sicher bescheiden aus und verwundert auch- ein Ofen, der im Garten stehen soll, aber wetterempfindlich ist.

Da ich Sand ergattert habe, ist der Gartenweg wieder ein paar Meter länger geworden; zum Einsatz kamen diesmal Brötchen und Gehwegplatten. Es werden noch ein paar Brötchen angeschlossen; dann geht es mit Granit weiter. Aufgrund der Dicke des Kleinpflasters brauche ich beim Granit weniger Sand oder Kies drunterzupacken, um auf mineralischen Unterboden aufbauen zu können, dafür fressen die Fugen aber viel. Also eigentlich nicht so viel Materialersparnis...

Ich habe jetzt auch lockere Pferdeäpfel, zum Aufdüngen von Obstbäumen und Blühsträuchern, damit befasse ich mich morgen. Und dank des Sturmes komme ich an Holz!

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ohne_Furcht_und_Adel
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Hühnerrassen- Vergleich

#162

Beitrag von ohne_Furcht_und_Adel » Fr 2. Mär 2018, 12:16

Aufgrund von Frost habe ich den Backofen noch nicht fertigbekommen, den Weg auch nicht weitergebaut.
Auch das Ernten von Porree und erst recht Schwarzwurzeln geht im Moment nicht, und auch die Beetaufbereitung (Unkraut) ist noch nicht weit vorangeschritten.

Die Bienenvölker leben auf jeden Fall beide noch, das konnte man an sonnigen Mittagen beobachten. Ich hatte mir schon Sorgen um den Ableger gemacht...
Allerdings kriegen Feige, Kamelie, Weintrauben jetzt möglicherweise eins auf den Deckel, bei -8 und ähnlich. Dann noch der Wind dazu... Ausgerechnet nach Osten ist die Feige ungeschützt. Da hätte man gleich beim Pflanzen dran denken können!

Die zwei Niederrheiner Hähne wurden geschlachtet, den einen essen wir im Moment als Frikassee, als Suppe und für die Brust fällt uns auch noch was ein. Für ein einzelnes Gericht, bestehend aus einer Erwachsenenportion und zwei Kindertellern, war so ein 2,2kg Tier doch etwas viel. Ein 10monatiger Hahn ernährt uns also ohne weiteres drei, vier Tage. Was die Kinder übrig lassen, wird dann in Fleisch und nicht- Fleisch aufgeteilt, so daß sich Katzen und Hühner auch noch freuen.
Weil der jüngere der Marans Hähne hübsch ist und auch nett, behält er seinen Platz im kleineren Auslauf. Es war ja ursprünglich die Frage, ob ich ihn direkt mit schlachten soll. Die Mechelner Henne habe ich ihm schon am Abend der Entfernung seiner Konkurrenten zugesellt, so daß er jetzt auf drei Gefährtinnen aufpaßt, und der ältere Hahn seine sechs Marans behält. Das hat sich als stimmiges Konzept erwiesen, die Gruppen erscheinen friedlicher und harmonischer als bisher.

Eier werden weiterhin fleißig gelegt und sammeln sich hier manchmal an bis auf über dreißig, da habe ich mal nachgezählt, welche Rasse wie viel legt, um einen ersten Vergleich zu wagen, jetzt, wo alle Tiere erwachsen sind. Ich hatte alle Eier vom 20.2. bis zum 1.3. vorliegen (mit Bleistift datiert), bis auf ein paar vermackte, nicht mehr zu bestimmende, die jedes Mal im Kühlschrankfach für die kurzfristige Teigherstellung landen und schon verbraucht waren.

Legeleistung Marans schwarz- kupfer:
22 Eier in 10 Tagen, das sind also keine 0,4 Eier pro Tag und Henne. Weil aber wie gesagt welche fehlten und ich die Rasse schon länger betreue, weiß ich daß 0,5 Eier in der normalen Legeperiode kein Thema sind. Es sind zwei Tiere vom letzten Jahr und vier ältere, aber die rechnerische Leistung ist genau wie letztes Jahr, also da hat sich im zweiten Jahr wohl (noch?) nicht viel vermindert.
Das Eigewicht schwankt, 58- 75g, meist eher 63- 72. Charakteristisch mit harter Schale und zäher Eihaut, schön tiefbraun und gesprenkelt.

Legeleistung Niederrheiner birkenfarbig:
14 Eier in zehn Tagen, also 0,7 Eier pro Tag und Henne! Da Niederrheiner die unbekanntere Zweinutzungsrasse sind, Marans sind ja ziemlich beliebt heutzutage, ist diese "Kampfansage" schon bemerkenswert. Auch hier waren es vielleicht eigentlich sogar ein paar Eier mehr, die aber wegen eines Schadens schon im Pfannkuchen verschwanden... Wohlgemerkt, es sind unverbrauchte Junghennen. Aber sie werden sich sicher nicht so merklich verausgaben wie richtige Hochleistungsleger. Deswegen erwarte ich keinen eigentlichen Abfall der Leistung in 2019. Allerdings hatte ich bisher nur eine geringe Übertreffung der Regel "zwei Tage, ein Ei" festgestellt, also wahrscheinlich müßte man im ein- oder zwei Monats- Mittel (sorry daß ich nicht Buch führe) die 0,7 etwas nach unten korrigieren, auf 0,6 z.B.
Das Eigewicht bei den Niederrheinern ist jedenfalls deutlich kleiner als bei den Marans, nur 52- 57g, oft 55. Also während Marans die handelsübliche Größe toppen, und sehr spack im Karton sitzen, "klappern" die Niederrheiner Eier darin. Aber ich denke, wer für den Eigenbedarf vier Hennen hält, wird angesichts von zwei Eiern am Tag über die geringe Größe hinwegsehen können. Die Schale ist dünner, aber die Eihaut auch recht zäh, eigentlich ein normales Ei. Manchmal etwas länglich, sonst aber "kurz" und kompakt, Farbe weiß bis cremefarben.

Legeleistung Mechelner gesperbert:
Vielleicht ist es jetzt nicht so repräsentativ, weil nur eine von zwei Hennen das Legealter erlebt hat, aber hier wurde ich am meisten überrascht. 8 Eier in 10 Tagen, also 0,8 Eier pro Tag und Henne! Meine pummelige Masthuhn- Glucke stellt den Rekord im Eierlegen auf... Ein darüber hinaus ziemlich eigenständiges, aber "gesprächiges" Tier. Die Eier sind oftmals dicker als die Niederrheiner, cremefarben bis blaß rosa, mit einem feinen weißen Pünktchenmuster. Gewicht um die 60g, etwa 56- 65g. Ein anständiges Ei, wie man es als "Verbraucher" erwartet. Mechelner werden doch normalerweise als Mastrasse eingestuft, aber ich wollte sie als Zweinutzer ausprobieren. Und jetzt das. Die Fleckentante legt wie die anderen, vielleicht sogar besser.

Einschätzung des Charakters:
Das war auch ein Ziel beim Bebrüten von Eiern verschiedener Rassen, der Charaktervergleich. Er fällt mir aber immer noch schwer. Charakterlich haben mir die Niederrheiner Hähne nicht so gut gefallen, aber Hühner sind ja bis zu einem Grad individuell, also es mag auch vernünftige Hähne geben. Die Hennen sind ruhig und relativ zutraulich, also kommen nahe heran. Kuscheln ist aber nicht. Alle drei Rassen bleiben am Boden, flattern nur hoch, wenn sie in Panik sind. Wahrscheinlich reichen im Normalfall 1m20 zum Einzäunen. Bei mir sind es zwei Meter, weil ich mir die Möglichkeit der Überdeckung mit Volierennetz offenhalten wollte.
Während die Niederrheiner sich gerne an ihren Hahn halten, wenn es etwas zu entdecken gibt, sind die Marans Hennen autonomer. Die alten gehen mir immer noch eher aus dem Weg und sind, mit dem Hahn, oft regelrecht scheu (mich nervt das eigentlich). Die jungen laufen mir aber in die Quere oder hüpfen auf die Schubkarre, wenn ich ihnen was grünes liefern will. Auch beim Auffüllen des Körnerfutters stehen sie direkt daneben. Ich schaffe es sogar leicht, sie zu berühren, aber sie suchen dann wieder Abstand. Die Mechelner Henne wurde ein bißchen ausgeschlossen, schlief anfangs gar nicht mit auf den Stangen, und später dann abseits. Es schien ihr aber nicht viel auszumachen- sie ist keine von denen, die immer nur sehen müssen, was übrig bleibt. Sie ist wie ihre eigene Gruppe, die mit den anderen mitläuft; selbst mit dem alten Hahn schien sie nicht wirklich "verheiratet" zu sein. In der kleinen Gruppe, mit der sie ja auch aufgewachsen war, scheint es aber besser zu laufen, das wirkt viel homogener. Also sie ist nicht charakterlich oder rassetypisch ein "Einzelkämpfer"; fand als Junghenne einfach nur schwer Anschluß an die ältere Schar, anders als die zwei jungen Marans, die dort jetzt einen sehr guten Stand haben. Was mich betrifft, ist die Mechelner nicht scheu, aber hat Respekt, ungefähr so wie die Niederrheiner.

Mastleistung
Niederrheiner sind offenbar leichter zu mästen als Marans, die Hähne haben nachdem sie 5, 6 Monate alt waren, schnell richtig zugelegt und waren mit 9 Monaten fertig. Die Marans sind früher als Hähne zu erkennen, aber behalten etwas sportlichere Proportionen und wachsen gleichmäßiger. Der größte Schub kommt etwas früher, so ab dem fünften Monat vielleicht. Also wirtschaftlich gesehen eignen sie sich besser als Grillhähnchen, die Niederrheiner besser als Braten. Beides sind ja recht große, schwere Rassen, also wenn man sie lange genug behält (ab 8 Monaten) ist in jedem Fall genug dran. Die Niederrheiner Hennen sind deutlich kleiner als die Hähne und legen auch weniger zu. Ich glaube, an einem Marans Huhn ist mehr dran. Aber angesichts der guten Legeleistung wird man die Hennen eher behalten. Eine schöne Erfahrung war die verläßliche Versorgung mit Eiern durch die Junghennen, während die älteren noch mit der Mauser zu kämpfen hatten.
Zu den Mechelnern kann ich wie gesagt keine verläßliche Aussage machen, aber es fällt auf, wie groß und massig die Henne wirkt. Man kann nur ahnen, wie gut sich ein Hahn mästen lassen würde. Wahrscheinlich könnte man ihn schon mit 5, 6 Monaten als Grillhähnchen schlachten oder noch weiter mästen für ein Festmahl. Hält man noch die ermittelte Legeleistung daneben, sind das schon ziemliche Performer. Mir gefällt aber die Form und Farbe nicht so gut; die klassischere Form von Marans und Niederrheinern spricht mich ästhetisch mehr an, und die dunkleren Farben auch.

Vielleicht sollte ich als nächstes mal Mix- Eier bebrüten, schließlich habe ich alle drei Rassen in einem Stall; der Vater wäre Marans. Mir ist die Reinrassigkeit eigentlich egal, ich muß nur als Nutzer zufrieden sein. Als Rassezucht- Auftrag und gleichzeitiger Nutzungs- und Ästhetik- Kompromiß bei einer Entscheidung für eine einzige Rasse wären sonst die Niederrheiner angesagt, weil speziell die birkenfarbigen eher seltene Tiere sind.

Olaf
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Re: Siedlungshaus 1100+ m2

#163

Beitrag von Olaf » Fr 2. Mär 2018, 12:40

Sehr interessant! Weißt Du zufällig auch, wie lange das Mechelner gebraucht hat bis zum 1. Ei?
Eigentlich bin ich ein netter Kerl.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.

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ohne_Furcht_und_Adel
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Hühnerrassen- Vergleich, Fortsetzung

#164

Beitrag von ohne_Furcht_und_Adel » Fr 2. Mär 2018, 13:05

Ja: lange. Also die Marans waren die ersten, die Niederrheiner kamen etwas später.
Wird wohl etwa so gewesen sein: Marans mit 28 Wochen, Niederrheiner mit 32 oder 33 Wochen, Mechelner mit 36.

Noch eine Anmerkung, falls jemand sich überlegt, auch eine dieser drei Rassen anzuschaffen:
Marans sind die naheliegendste Wahl, weil sie leicht verfügbar sind, gut legen und auch noch schöne und große Eier, und einen guten Braten abgeben. Aber bei ihnen besteht auch die größte Gefahr, daß sie dadurch früh auslaugen, ähnlich wie die Hybriden. Die Niederrheiner mit ihren kleinen, "langweiligen" weißen Eiern sind objektiv gesehen für den Selbstversorger absolut ausreichend, dazu auch noch ruhig und besonders hübsch; und werden als Hähne schnell schwerer, wenn es auf die Trennung zugeht. Mechelner bieten als aus der Mode gekommene Rasse zusätzlich zu ihrer mega Futterverwertung und der absolut nicht kleinen Legeleistung noch den Vorzug der Naturbrut- Eignung und guten Kükenführung, was den Marans ziemlich verloren gegangen ist.

Wenn man die ganzen Angaben und Erwägungen betrachtet, wären mein persönlicher und in gewissem Maße auch testmäßiger Favorit bisher also die Niederrheiner. Die Vorteile der Marans dürften ohnehin bekannt sein. Auf die Mechelner muß aber hingewiesen werden! Es wäre schon beknackt, diese Rasse dem Aussterben zu überlassen, zumal sie ein wichtiger Vorfahre des Niederrheiner Huhns ist.
Die sogenannte Rote Liste der gefährdeten Nutztierrassen führt das Mechelner Huhn in der Kat. I (extrem gefährdet)
(witzipedia)


Ich habe ja nur einen EFH Garten, und noch andere Interessen als die Hühnerzucht, deswegen bin ich mit dem Dauertest von drei Rassen ausgelastet. Aber sonst hätte ich als ebenfalls ziemlich große, temperamentmäßig sehr sehr gelassene Rasse mit ebenfalls guter Legeleistung noch New Hampshire angeschafft. Vielleicht in ein paar Jahren. Nur mal als Anmerkung für den, der sich jetzt vielleicht ein paar Rasseporträts ansehen will.

Olaf
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Re: Siedlungshaus 1100+ m2

#165

Beitrag von Olaf » Fr 2. Mär 2018, 15:12

Danke für den ausführlichen Bericht, und Zahlen, ich liebe Zahlen! (also find ich besser als "die legen ganz toll!)
Dann nur noch als Ergänzung: Das mit den 36 Wochen bei den Mechelnern kann ich so bestätigen, also ich geh immer von 8 Monaten aus, dann sind sie halbwegs ausgewachsen. Es dauert eben recht lange bei denen, aber dann ist auch ordentlich was dran. Wir haben uns jetzt auf die Mechelner ziemlich festgelegt. Wegen der roten Liste, wegen dem exzellenten Fleisch, um das es uns mehr geht als um die Eier, dem netten Wesen. So in zwei Monaten haben wir dann (hoffentlich *lach*) übrigens auch reinrassige Eier von unverwandten Tieren. Mit Naturbrut hatten wir allerdings bislang noch kein Glück mit denen....
LG
Olaf
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Legeleistung verschiedener Rassen

#166

Beitrag von ohne_Furcht_und_Adel » So 11. Mär 2018, 20:24

Gut, also ich habe tatsächlich mal 10 Tage lang Buch geführt über die Eiererträge hier...
Ergebnis: Die 6 Marans Hennen legten 23 Eier, die 2 Niederrheiner 12 Stück, die eine Mechelner 8!

Das ergibt also pro Henne und Tag:

Marans schwarz- kupfer knapp 0,4 Eier

Niederrheiner birkenfarbig 0,6 Eier

Mechelner gesperbert 0,8 Eier

Es tut mir schon fast irgendwie leid, daß die Marans, auf deren Leistung ich letztes Jahr so stolz war, im Vergleich schlechter legen. Vielleicht liegt es daran, daß vier Hennen schon älter sind; alle anderen sind erst etwa 11 Monate. Diese Moderasse kann jetzt nur noch mit der Eihaltbarkeit punkten; alle anderen Argumente versagen irgendwie. Aber ich werde den Vergleich ab und zu mal wiederholen; vielleicht gibt es jahreszeitliche Schwankungen.
Daß die fast in Vergessenheit geratenen Mechelner für den Selbstversorger eine Überlegung wert sind, hatten wir schon festgestellt und betont. :daumen:

Im Stall stehen die Milben buchstäblich schon wieder in den Startlöchern; ich denke, im April versuche ich es nochmal mit Raubmilben. Die chemische Keule und das Flämmen im Holzstall in Verbindung mit dem kompletten Auskehren sind zwar aufwändige Maßnahmen, die aber nicht besonders lange Abhilfe schaffen...

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Re: Siedlungshaus 1100+ m2

#167

Beitrag von ohne_Furcht_und_Adel » Fr 11. Mai 2018, 21:51

Eine Niederrheiner Henne ist verstorben; so daß der junge Hahn nur noch mit zwei Hennen zusammenlebt. Das war mir dann doch eine etwas zu kleine Schar, und ich habe über die Bucht einen Züchter ausfindig gemacht. So habe ich jetzt seit fast zwei Wochen ein paar Junghennen im Kükenstall, die später der Mini Schar zugesellt werden sollen. Das sind zwei Mechelner, eine Mechelner/Marans und eine Bresse/Niederrheiner. Wobei vermutlich die Marans Mischhenne eher in die größere Schar eingegliedert wird. Aber, Ironie des Schicksals: kurze Zeit nach dem Kauf fing die letzte Niederrheiner Henne an zu brüten. Sie sitzt immer noch, vielleicht wird das mal was. Der Marans Schar geht's gut, sie legen jetzt mit Vorliebe in einem Unterschlupf im Freien.

Das Stammvolk unserer Bienen hat schon viel Honig. Vielleicht schleudern wir einfach schon mal; wenn die Waben verdeckelt sind.

Mit dem Gemüse habe ich nicht sehr viel Glück. Tomaten und Kürbisgewächse sind startklar, aber draußen im trockenen Beet kommen kaum Möhren oder Erbsen. Nur die Steckzwiebeln und dicken Bohnen sehen nach was aus, und wir ernten Radieschen. Die Pastinakensaat ist wohl gescheitert. Gesät habe ich gestern noch Stangenbohnen und rote Bete, und Möhren nachgesät. Auch Erbsen könnte man nachsäen. Als nächstes kommen die vorgezogenen Pflanzen 'raus, und Kohl (vielleicht ziehe ich den auch vor).

Erdbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren werden wohl zuverlässig liefern.
Die Reneklode am Kompost will reich tragen, die Sauerkirsche auch, und auch die Mirabelle setzt endlich was an. Die Gellertsbirne trägt reicher als letztes Jahr und die Felsenbirne sieht auch gut aus. Schlecht sieht wieder mal der Apfelbaum hinterm Schuppen aus. Die Mistgaben konnten ihm wahrscheinlich auch nicht mehr helfen. Vermutlich sollte man ihn entfernen, so gnadenschußmäßig.
Juhuu, ein Wein- Steckling ist doch noch ausgetrieben. Ich hatte ihn schon aufgegeben, nachdem er letztes Jahr bereits Laub getragen hatte, aber im Winter eher kaputt aussah.

Ich werde wohl nicht um den Bau eines Brunnens herumkommen. Wir haben nur noch etwa 1500l Wasser.

Den Backofen habe ich fertiggestellt, und mal probegebacken. Der Rauch zog genau richtig ab, also ohne daß etwas durch die Tür oder den Verschluß- Schlitz entweicht. Nach ca. 150 min anfeuern hatte ich aber nur knapp über 200°, und als ich das Brot eingelegt hatte waren es noch weniger. Ich wollte eigentlich zuerst noch Pizza machen... Nachdem das Brot eine gute halbe Stunde drin war, zeigte das Thermometer nur noch 140°. Ich buk das Brot also im Elektroofen fertig. Schande! Nächstes Mal muß ich wohl länger und heißer anfeuern. Oder der Ofen enthält nicht genug Schamott, um die Hitze zu speichern. Ich müßte dann eventuell an den Wänden noch eine Schicht aufbringen, was natürlich den Backraum verkleinert. Auf jeden Fall will ich das Ding noch nicht abschreiben, sondern noch eine Weile herumprobieren. Mir macht die Menge an Schutt Angst, die zunächst entstehen würde, wenn ich auf dem Podest einen Lehmbackofen bauen wollte.
Aber: beim Backen entsteht ein tolles Nebenprodukt. Um Platz für das Brot zu machen, entfernte ich die Glut mit einer Schaufel und füllte sie in die Schale des Schwenkgrills. Er wurde voll, mit einsatzbereiter Glut. So könnte man bei einem back- Event den Rost bereithalten, und gleich die Wurst zum Brot servieren!

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Re: Siedlungshaus 1100+ m2

#168

Beitrag von ohne_Furcht_und_Adel » Sa 12. Jan 2019, 22:01

Mea Culpa; lange nichts geschrieben... Ich möchte aber dieses Jahr wieder regelmäßiger Bericht erstatten.
Der Sommer und Spätsommer hielt einige Dämpfer bereit, vor allem wetterbedingt. Aus Verdruß und halt mangels interessanter Neuigkeiten habe ich keinen Drang zum Schreiben verspürt. Vieles im Gemüsegarten konnte ich vielleicht am Leben erhalten, aber nicht wirklich entwickeln, wodurch, wie schon angedeutet, einige Kulturen kaum Ernte lieferten.
Z.B. hatten wir nicht mehr als 5, 6 Hokkaidos, kleine einberechnet. Den Rhabarber habe ich ziemlich geschont, damit er vielleicht 2019 so stark wie bisher oder noch stärker wiederkommt. Bei den Erdbeer- Erntegängen erntete ich jedes Mal auch fertige Trockenfrüchte. An Stangenbohnen kamen nur ein paar handvoll zusammen. Weißkohl oder Pastinaken, Totalausfall.
Eher mau, aber immerhin ausreichend für ein paar Mahlzeiten waren Erbsen und dicke Bohnen. Ich hatte drei! Beete mit Erbsen, eins davon konnte ein bißchen beerntet werden. Vermutlich spielt bei den Erbsen auch das Thema Vollsonne eine Rolle, neben der Wasserversorgung. Relativ gut kamen rote Bete, Möhren und verschiedene Zwiebeln. Wobei bei den Möhren auch wieder die Wühlmäuse zuschlagen, trotz gieriger Katzen. Da müssen wohl mehr Zwiebelpflanzen zugesellt werden, zum Vergrämen. Beim Thema Zwiebeln bin ich jetzt sowieso ermutigt, die werde ich stärker in den Fokus nehmen und meine Skills verbessern. Überraschend gut trotz lediglich 2- 3maligen Gießkannengängen pro Woche kamen Zucchini und Kohlrabi. Habe ich schon mal besser geerntet? Zucchini vielleicht mal marginal mehr. Ein paar Kohlrüben kamen, etwa 10% der beabsichtigten. Grünkohl steht noch, aber nicht die Welt.
Demnächst bereite ich das Kürbisbeet vor, als flaches Hügelbeet oder Flächenkompostierung. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht und ich will mich einfach auf ein paar Gemüsesorten verlassen können, dazu gehört eigentlich mittlerweile auch Kürbis. Je nach Witterung folgt dann Ende Februar schon die Möhrenaussaat.

Bei den Beeren ging es noch. Himbeeren und Stachelbeeren hätten mehr sein können, aber bei Brombeeren, Johannisbeeren und Erdbeeren war ich zufrieden! Pflaumen waren ok bei der Größe der Bäumchen und es gab auch reichlich Kirschen. Holunderbeeren sind während der Reife eingetrocknet. Der Wein muß sich noch etablieren, ist jetzt immerhin schon bis oben auf die Pergola geklettert. Die Birnen haben die Wespen und Ameisen angefressen. Äpfel hätten etwas mehr sein können. Übrigens mußte ich den kränkelnden Apfelbaum roden! Mein Holzvorrat vergrößerte sich. Ich habe in der Ecke jetzt eine weitere Süßkirsche gepflanzt (große Prinzessin), und außerdem im Garten noch eine Nordhäuser Winterforelle als dritte Birne und einen gelben Bellefleur als Ersatz für den Apfelbaum. Weil ich aber vorher schon einen roden mußte (hier standen ja anfangs drei Apfelbäume), plane ich noch einen Berlepsch. Im Gartencenter hatte ich auch einen Kakibaum gesehen, ob das wohl noch was wäre?
Ein paar Johannisbeeren sind verdorrt, aber ich hatte ja noch Stecklinge als Ersatz (wobei auch ca. drei Viertel meiner Stecklinge eingegangen sind).
Die Feige ist kaum gewachsen, hat auch nicht getragen. Einige Stauden sind verschwunden.
Toll war die Haselnußernte; vor allem hat die rote Lambertznuß im Vorgarten geliefert. Bei der Riesennuß waren die Kerne leider etwas eingefallen.

Unsere Bienen haben wieder knapp 20kg Honig geliefert, allerdings wieder mal nur das Stammvolk. Wir haben jetzt zwei Ableger, denen wir das Schleudern noch ersparen wollten. Mal gucken wie es nach dem Winter aussieht. Vielleicht läßt sich die Homigernte noch etwas steigern.

Die Hühner sind gesund und munter, sehen gut aus. Sie gliedern sich nach wie vor in zwei Scharen, mit zwei Marans Hähnen. Eine Mechelner, zwei Niederrheiner und eine Marans (darunter zwei nicht reinrassige) in dem einen Auslauf und sechs Marans in dem anderen. Die Milben, die dieses Jahr wieder zahlreich auftraten, habe ich zum Glück mit Kieselgur kleingekriegt, da war schon nach der ersten Anwendung recht zügig und gründlich Ruhe. Trotz Mauser konnten wir uns bequem weiterhin mit Eiern selbstversorgen, seit Ende 2017 habe ich keine mehr gekauft. Ich spare im Moment die Leinstreu, die eh ziemlich langsam verrottet, indem ich trockenes Herbstlaub einsetze zum Einstreuen des Kotbretts.

Mir wurde vor einer Woche gebrauchtes Betonpflaster geliefert und Estrichsand, so bin ich jetzt wieder am Pflastern. Der Gartenweg ist jetzt vorerst fertiggestellt, die letzte Verbindung (15m?) zwischen Garage und Rosenbogen habe ich gestern geschaffen. Aber ich muß noch eine Rüttelplatte ausleihen und Beton für die Rückenstütze machen. Danach habe ich wohl noch Steine übrig. Hier lagert ja sowieso noch Pflaster... der nächste Bauabschnitt wird die Erschließung des Gemüsegartens entlang der Grundstücksgrenze sein, und als letztes entsteht dann irgendwann ein Weg entlang der Himbeeren, von der hinteren Grundstücksgrenze bis zum geplanten Gewächshaus am Hühnerstall. Zwischen den Gemüsebeeten liegen kleine Bretter, bzw. teilweise sind da auch noch Rasenstreifen.

Am Angelplatz werden die Weiden und Hainbuchen bald stark geschnitten. Die Hecken sind zu hoch und teilweise stören die Äste auch beim Auswerfen auf dem Steg (wobei der Wasserstand immer noch sehr niedrig ist). Da werde ich wohl Weidenstecklinge mit nach hause nehmen! Über die Landstraße, auf dem Dachgepäckträger. Ein Weidentunnel für die Kinder soll entstehen, wobei die Silberweide ja auch eine Heilpflanze ist und die Salweide toll für die Bienen. Das regelmäßig anfallende Schnittgut wird dann zusammen mit dem Obstbaumschnitt zum Füttern des Backofens dienen.
Wobei der Backofen repariert werden mußte, nachdem im hinteren Teil (der Innenraum verjüngt sich nach hinten) die Mörteldecke beim backen eingestürzt ist (ich konnte beim Ausbau in dem schmalen Bereich nicht wirklich mit Schamottsteinen arbeiten). Das Reparieren war mäßig erfolgreich... eventuell empfiehlt sich eher ein Neubau, aber dann habe ich hier die Trümmer rumliegen.

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Re: Siedlungshaus 1100+ m2

#169

Beitrag von ohne_Furcht_und_Adel » Sa 12. Jan 2019, 22:30

Anmerkung: Übrigens hatten wir im Hoch- und Spätsommer auch ausreichend Tomaten, darunter Fleischtomaten. bei 20 Pflanzen in Kübeln sollte man das auch erwarten. Wobei sie am besten im Wintergarten gedeihen- nur wird es dort irgendwann zu heiß, trotz Markise. Also raus auf die überdachte Terrasse, und da kränkeln dann einige. Vielleicht wegen des anderen Klimas.

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Re: Siedlungshaus 1100+ m2

#170

Beitrag von ohne_Furcht_und_Adel » Sa 12. Jan 2019, 23:37

Übrigens hatten die Tomaten an der Unterseite anfangs häufig eine Nekrose. Ich habe das als Kalimangel interpretiert und Holzasche in die Töpfe gestreut. Tatsächlich verschwanden die Symptome so mehr und mehr.

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