Armut und Hunger

Was halt nirgendwo passt
bielefelder13
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Re: Armut und Hunger

#21

Beitrag von bielefelder13 » Mo 3. Apr 2017, 09:27

Ich halte es da mehr mit Toleranz. Weiß aus Erfahrung das man sehr schnell unschuldig in so eine Armut hineingeraten kann. (z.B. Krankheit, Scheidung usw.) Es geht doch nicht um Abzocker und kriminelle Bettlerbanden sondern um die, die wirklich Hilfe benötigen. Da helfe ich gerne. Da bin ich Mensch!!!
Habe berufsbedingt auch viel mit Armut zu tun und sehe die die Situation der Betroffenen immer von Fall zu Fall. Pauschalisieren und Vorurteile verbreiten halte ich für vollkommenen Schwachsinn. :motz:
Fang nie an aufzuhören. Höre niemals auf Anzufangen.

Nordwest

Re: Armut und Hunger

#22

Beitrag von Nordwest » Mi 5. Apr 2017, 19:57

Danke für alle guten Antworten,

soziales eigenes Verhalten wurde uns allen nicht in die Wiege gelegt, es wurde uns mehr oder weniger beigebracht, soviel ist sicher.

Auch ich habe mich in früheren Zeiten Armen und Obdachlosen gegenüber asozial verhalten, sehr oft, weggeschaut, ich konnte/wollte das ganze Elend gar nicht sehen.
Es ging mir gut, gute Arbeit, Geld, dicke Autos, schwere Motorräder, chice und teure Frauen, Alkohol, Drogen.

Obdachlos, arm, ich, niemals, und dann ging es irgendwann bergab, in ganz kleinen Schritten, über viele Jahre hinweg.
Ein schleichender Prozess, über die Jahre verlierst du immer ein Stück mehr, egal von was, alles wird weniger, bis nichts mehr ist.

Egal, das war einmal, Mr. Phil Collins hat mal einen guten Song darüber geschrieben.

Another Day in Paradise https://m.youtube.com/watch?v=YiUQE5bJKFU

Micha

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Re: Armut und Hunger

#23

Beitrag von ina maka » Mi 5. Apr 2017, 22:01

soziales eigenes Verhalten wurde uns allen in die Wiege gelegt, aber es wurde einigen von uns aberzogen, soviel ist sicher.
???
:hmm:

"Armut" bedeutet bei uns hier etwas anderes als verhungern, weh tun kann es aber trotzdem......
Und "wegschaun" ist sehr oft das einzige, was man in manchen Situationen machen kann, um nicht selber vor die Hunde zu gehen.
Ich wäre da nicht so streng mit den Menschen.

Ich war jahrelang mit Bettelmusikanten befreundet, habe sehr viel Menschlichkeit erfahren dürfen!!
Sowohl von den Bettelmusikanten mir gegenüber/untereinander als auch von vielen, vielen "Normalos".
Sicher, es gibt auch negative Reaktionen, aber ein bisschen kann man immer entscheiden, wo man hinblickt und wohin man seine Aufmerksamkeit lenkt! :wink_1:
Manche können nur fremde Meinungen, nicht ihre eigenen berichtigen.
Jean Paul
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Nordwest

Re: Armut und Hunger

#24

Beitrag von Nordwest » Mi 5. Apr 2017, 23:50

Ina,

wenn ich "sehe", einem Menschen geht es schlecht, dem Trinker an der Bushaltestelle, dem Obdachlosen frühmorgens irgendwo, der an der Flasche Bier hängt, dann gehe ich hin, rede.

Ich bin genau da ganz dicht dran, bis zum Ende meines eigenen Lebens, ich träume davon, endlich einmal wieder besoffen zu sein, breit, das wird immer so sein, das wird sich niemals ändern.

Ich gehe nicht hin, weil ich ein guter Mensch bin, nein, ich sehe mir an, was aus mir wird, ich werde "gespiegelt", mehr ist es nicht.

Micha

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Re: Armut und Hunger

#25

Beitrag von bielefelder13 » Do 6. Apr 2017, 09:59

Halte es hier so wie Micha. :daumen: "Wegschauen" ist aus meiner Erfahrung genau der falsche Weg. Viele freuen sich darüber das Sie mal angesprochen werden. Nicht Ausgrenzen sondern Miteinander Leben halte ich für wichtig. :opa:
Fang nie an aufzuhören. Höre niemals auf Anzufangen.

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Re: Armut und Hunger

#26

Beitrag von ina maka » Do 6. Apr 2017, 13:51

Nordwest hat geschrieben:wenn ich "sehe", einem Menschen geht es schlecht, dem Trinker an der Bushaltestelle, dem Obdachlosen frühmorgens irgendwo, der an der Flasche Bier hängt, dann gehe ich hin, rede.
Ich kann das leider nicht immer - wenn ich meinen Sohn in die Schule führe, zu einem offiziellem Termin sause oder sei es auch nur, wenn jemand pünktlich zu seiner Arbeitsstelle muss. :im:
So hatte ich es gemeint. Wenn mein Mann das frühmorgens so handhabt, haben wir bald einen Arbeitslosen mehr und dann auch eine obdachlose Familie... - sinnvoll?
Nordwest hat geschrieben:Ich gehe nicht hin, weil ich ein guter Mensch bin ...
:daumen: :daumen:

Man lernt von jedem Gespräch!! Berührungsängste braucht man echt nicht zu haben, die meisten Menschen sind eh nett, aber manche sind einsam und dabei ist es so wichtig, dass man jemanden hat, um sich mit ihm auszutauschen. Ich denke, es gibt "Armut" nicht nur unter denen, die ein Suchtproblem haben, obdachlos sind oder vom Existenzminimum leben müssen. Armut gibt es auch unter den Superreichen - gerade dann, wenn sie sich nicht trauen, mit einem Obdachlosen oder Trinkendem am Straßenrand zu reden....

Obwohl soziale Ausgrenzung in der Regel eher Menschen mit wenig Geld betrifft.
Nennst du das auch Hunger, Nordwest?
Manche können nur fremde Meinungen, nicht ihre eigenen berichtigen.
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Re: Armut und Hunger

#27

Beitrag von Peterle » Do 6. Apr 2017, 14:21

Wer sich mal für das Leben eines Bettlers aus dessen Sicht interessiert, dem kann ich das Buch "Rund um den Johanniskirchhof" zur Verfügung stellen.
Wurde von Karl Groll geschrieben und in Ermanglung kommerziellen Interesses im Eigenverlag verlegt. Das ganze spielt in Köln.

Falls also Interesse besteht, erstes Porto übernehme ich, dann kann das gerne mal rumgehen. Möchte das aber wieder zurück haben (war ein persönliches Geschenk von Ihm).

Gruß

Peter

P.S. sorry, spielt in Göttingen, in Köln hatte ich ein anderes Erlebnis mit diesem Thema

Nordwest

Re: Armut und Hunger

#28

Beitrag von Nordwest » Do 6. Apr 2017, 17:35

Würde ich sehr gerne lesen, meine Adresse schicke ich dir per PN.

Danke

Micha

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Re: Armut und Hunger

#29

Beitrag von Peterle » Do 6. Apr 2017, 18:04

Geht klar

Gruß

Peter

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Re: Armut und Hunger

#30

Beitrag von Peterle » Fr 7. Apr 2017, 15:30

@NordWest

Buch ist unterwegs, viel Spaß beim lesen.

Gruß

Peter

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