terra preta

Teetrinkerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 1023
Registriert: Sa 15. Sep 2018, 19:59

Re: terra preta

#661

Beitrag von Teetrinkerin » Mo 7. Okt 2019, 17:52

Ich habe mir vorhin mal den noch vorhandenen Inhalt vom Grill angeschaut. Der ist definitiv nicht nur schwarz, sondern es ist viel grau dabei. Sprich, es wird mehr Asche als Kohle sein. Asche hat - wie ich gelesen habe - wohl nicht den gleichen Effekt wie die Holzkohle. Asche hätten wir recht viel, da wir komplett mit Holz und Holzpellets heizen (wobei die Aschen getrennt anfallen und ich die Pelletasche nicht verwenden würde).

Wenn ich allerdings so überlege: Ob die Bewohner Amazoniens wirklich immer bewusst Holzkohle produziert haben und nicht auch viel Asche?

Ich finde das Kompostthema recht schwierig. Zu meinen Gärtneranfangszeiten dachte ich noch, ich haue alles auf den Kompost wie es anfällt und dann kommt tolle Komposterde dabei raus. Langsam hab ich aber das Gefühl, dies studieren zu müssen.

Schade, dass das Buch abhanden gekommen ist. Ich werde aber meine Augen offen halten und gucken, ob ich es mal irgenwo günstiger finde.

hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4904
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: terra preta

#662

Beitrag von hobbygaertnerin » Mo 7. Okt 2019, 18:12

Die Frage, was ist guter Kompost- da gibts vermutlich genausoviele Fragen und noch mehr antworten.
Ich hab früher in offenen Kompostern gearbeitet und umgesetzt- jedes Jahr den Kompost aufs Beet gegeben und war irgendwie nie richtig zufrieden mit dem Wachstum.
Eigentlich kam erst mit der Terra preta bei mir so ein Nachdenken- ich konnte mir nicht vorstellen, dass die ihre Tonbehälter ausgeleert hatten- in diesem heissen Klima war diese Art der Fermentierung in den Behältern sicher die beste Krankheitsvorbeuge. Ob da jetzt nur Holzkohle in die Behälter kam, glaube ich auch nicht, da kamen auch Sachen rein, die ich lieber nciht beschreiben möchte.
ich verwende auch Holzasche von unserer Heizung, da sind auch vom Putz- und Reinigungsgang immer noch verkohlte kleine Holzstücke dabei.
Beim Sampada muss ich auch aufpassen, dass ich es rechtzeitig "ernte"- sofort in Wasser ablöschen, damit es nicht weiterverkohlt und zu Asche wird. Meist hab ich Brennesseljauche- dann kann ich es auch gleich aufladen.
Der Sampada ist für mich mit der grossen Hitze eher für den WOK oder zum Erhitzen von Wasser-
ich setzte auf alle Fälle den Kompost nicht mehr um- es wächst gut- macht weniger Arbeit, das war es ja, dass ich immer nach Möglichkeiten für den arbeitssparsamen Garten gesucht habe.
Der Christopf Fischer hat mit seiner Firma sicher sehr viele zum Terra Preta Nachdenken gebracht.
Die letzten Jahre wurde es eh ruhiger, am Anfang war im Fernsehen sehr viel über diese schwarze Wundererde zu sehen.

Benutzeravatar
Sonne
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 1738
Registriert: Mo 1. Jan 2018, 21:57

Re: terra preta

#663

Beitrag von Sonne » Mo 7. Okt 2019, 18:27

@Hobbygärtnerin...aber die Holzkohle aus dem Sampada zerkleinerst du bestimmt auch, oder?

Welches Werkzeug nimmst du da und wie fein machst du sie dann.? Auch so feinkrümelig wie die fertig gekaufte Pflanzkohle? Die ist ja auch zerbrechlicher als die gekaufte Grillkohle aus Buchenholz.

Wenn ich das nächste Jahr Brenneseljauche mache, dann könnte ich die zerstampfte Holzkohle da gleich mit reingehen und mit der Jauche auf's Beet bringen.

Oder spricht da was dagegen?
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31

holzgaser
Beiträge: 422
Registriert: So 26. Jun 2011, 20:20
Kontaktdaten:

Re: terra preta

#664

Beitrag von holzgaser » Mo 7. Okt 2019, 23:17

Wenn du zu den Brennessel ca. 10%Vol. Holzkohle dazu gibts wird das ein super Humus. Die Brennessel können mit der Holzkohle nach der Verjauchung auf den Kompost oder in die Wurmkiste. Es geht aber auch ohne Kompost, direkt im Beet ohne einarbeiten. Die Bodenbewohner werden daraus beste Terra Preta Nova machen.
Holzkohle - warum die wertvollste Kohle nicht das Geld ist!

hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4904
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: terra preta

#665

Beitrag von hobbygaertnerin » Di 8. Okt 2019, 09:04

Und das funkioniert ohne Mist und sonstigem?
Ich war immer der meinung, dass die Terra Preta ein 5 Gänge Menü für das Bodenleben sei.

Benutzer 72 gelöscht

Re: terra preta

#666

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht » Di 8. Okt 2019, 09:13

hobbygaertnerin hat geschrieben:Und das funkioniert ohne Mist und sonstigem?
Ich war immer der meinung, dass die Terra Preta ein 5 Gänge Menü für das Bodenleben sei.
5-Gänge, interessant! Was genau?
Holz und Stengelreste, Blätter und Gras, Früchte und so, Mist, Kohle?

Ich habe beobachtet, dass der Kompost sehr viel gehaltvoller und die Erde fast schwarz geworden ist, weil wir immer wieder etwas drinnen versenkt haben (wir haben draußen keinen Kanalanschluss).
Ich bin noch vorsichtig, daraus Schlüsse zu ziehen, weil ich schon meine, das "Immer-wieder-ein-Loch-Hineinbohren" hat auch seine Auswirkungen, von wegen Sauerstoff - ?
Aber tierische Ausscheidungen sind im Prinzip nicht wirklich wegzudenken, nur ganz ganz große Mengen braucht es nicht wirklich!

edit: weil ich gerade in einem anderen Faden gelesen habe:
hobbygaertnerin hat geschrieben:Steinmehl in die Gülle einrühren
korrigiere ich meinen Menüvorschlag:

Holz und Stengelreste, Blätter/Gras und andere pflanzliche Abfälle, mineralisches (Steinmehl, Tonscherben), Mist, Kohle :)

hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4904
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: terra preta

#667

Beitrag von hobbygaertnerin » Di 8. Okt 2019, 12:32

Die Erfinder der Terra Preta haben ihr Potschamperl auch in ihren Tonbehälter geleert, war mit Sicherheit eine grosse Hilfe, erstens für den 5 gänge Gehalt der Bakterienspeisefolge und vor allem eine riesengrosse Krankheitsverhinderungsmaßnahme.
Bei uns haben sie ihren Nachttopf zu den gleichen Zeiten in den Bach geschüttet und sich gewundert, warum die Wasserqualität so schlecht war und sich Ratten und anderes Ungeziefer so wohl fühlte.
Von da aus gesehen ist euer Kompost sehr nährstoffreich- und soweit ich das verstanden habe, ist das das Geheimnis der Terra Preta- es ist ausreichend für den Humusaufbau und für die Pflanzen vorhanden.

Benutzer 6122 gelöscht

Re: terra preta

#668

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht » Di 8. Okt 2019, 23:05

Meine Kaminöfen haben ziemliche Probleme mit Eichenholz. Das verkohlt bei mir stark, weil es wohl höhere Ofentemperatur als Buche braucht.

Es gibt doch auch Schwarzerdeboden in Europa, oder nicht? Wenn ich mich recht erinnere, an der polnischen Grenze. Weiß man da eigentlich schon Genaueres, wie die Erde dort entstanden ist? Sollte das hier schon erklärt worden sein, bitte ich um Entschuldigung und Hinweis, wo dazu etwas zu finden ist. :rot: Daß ich mich mit Terra Preta beschäftigt habe, ist schon ein paar Jährchen her ...

Akopalüze
Beiträge: 532
Registriert: So 3. Nov 2013, 18:05
Wohnort: Rhein-Main-Gebiet

Re: terra preta

#669

Beitrag von Akopalüze » Mi 9. Okt 2019, 02:02

Ja, das wurde bestimmt schon hier behandelt aber ich denke Du meinst das hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Chernozem

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzerde

Benutzer 6122 gelöscht

Re: terra preta

#670

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht » Mi 9. Okt 2019, 08:36

Ja, Akopalüze, das meinte ich. Beim wiki-Beitrag zur Schwarzerde steht unten noch eine weitere Quelle dabei, wo das für mich ganz gut erklärt wird.
Interessant, daß Hamster und Ziesel dabei eine wichtige Aufgabe hatten. Vielleicht kann ich dadurch ja meiner diesjährigen Feldmausplage noch etwas Positives abgewinnen … :hmm

In Erinnerung hatte ich aber noch die Terra-Preta im Wendland:
https://www.researchgate.net/publicatio ... m_Wendland

Antworten

Zurück zu „Bodenpflege, Humus, Kompost, Düngung“