Neuanlage von Gemüsebeeten auf Rasen

Flippy
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Neuanlage von Gemüsebeeten auf Rasen

#1

Beitrag von Flippy » Di 5. Feb 2019, 19:41

Hallo an Alle,

ich dreh hier gerade echt am Rad. Seit ein paar Jahren experimentiere ich mit Topfkulturen und einem kleinen Gemüsebeet rum und will dieses Jahr in meinem Garten 6 Beete (2 m x 1,20m) auf Rasen anlegen. Für den Fall, dass ich mir hierfür ein Gerät ausleihen würde zur Bodenbearbeitung, kämen weitere 60m² dazu. Die Frage ist nur, wie mache ich es am besten? :hmm:

Plan war, dass die Beete eine Umrandung von ca. 15-25cm Höhe bekommen, ich auf den Rasen Pappe auslege und dann mit Gartenerde auffülle und oben ein paar cm Kompost vom Recyclinghof, weil ich erst im Herbst einen Komposthaufen angelegt habe. Sprich: No dig a la Dowding. Nur ist jetzt halt nicht Herbst.... die Frage ist: Wenn ich damit Anfang März loslege, was kann ich dann wann draufpflanzen, sprich: Wie schnell verwittert die Pappe und nehmen wir an, ich setze Mitte Mai einen Tiefwurzler auf das Beet, bohrt der sich dann in den Unterboden??? Oder geht da im ersten Jahr nur sowas wie Salat? Und wie sieht das mit dem Kompost aus als Privater? Muss ich da was mit Nitrat beachten?

Alternativ: Ich leihe mir im Baumarkt eine Gartenfräse (kostet leider), spare mir dafür die Beetumrandung und arbeite den Kompost in den Mutterboden ein? Ich fürchte das wird eine Schweinsarbeit (ich bin fast 50 ^^ und hab ein Kind mit Pflegegrad 5). Wer hat Erfahrung und kann mir Tipps geben?
Ich würde so gerne dieses Jahr so richtig loslegen, habe meine Beetpläne fertig und das meiste davon sind eh Starkzehrer. Kann mir jemand helfen?????

Danke schon mal! :)

P.S. Muss ich bei der Fräse vorher die Grassoden abstechen, oder verarbeitet die Fräse das soweit gut?

Pitu
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Re: Neuanlage von Gemüsebeeten auf Rasen

#2

Beitrag von Pitu » Di 5. Feb 2019, 21:07

Hallo Flippy,

das mit Pappe und Kompost funktioniert bestimmt. Die Pappe zersetzt sich ja relativ schnell.
Ich bin auch ein Fan von Dowding, haue allerdings nicht soo viel Kompost drauf wie er.

In einem seiner Bücher ist ja auch genau die Methode drin: Bretter als Rahmen ums Beet, Pappe rein, 10 cm Kompost drauf.
Als Privatperson mußt Du da nicht so auf die Überdüngung achten.
Und Tiefwurzler werden ganz schnell durch die Pappe durchwachsen.

Was willst Du denn im ersten Jahr anbauen und wieviel Nutzfläche möchtest Du irgendwann mal nutzen?

Ich arbeite mit kompostierbarer Mulchfolie MaterBi, die 6 Monate mindestens haltbar ist und hab jetzt die 2. Rolle in ein paar Jahren.
Das ist die faulste Methode, um Gartenfläche urbar zu machen. Ich schneide bei Tomaten, Zucchini, Kürbis Löcher in die Folie und pflanze da mit 1 Handvoll pelletierten Kuhmist und Schneckenring meine Pflanzen rein. Durch die Folie wird der Boden schön feucht gehalten und ich spare Stunden Unkraut jäten.
Die Folie ist allerdings nicht gerade billig. Wenn Du genug Pappe hast, ist das auf jeden Fall günstiger.
Wenn die Folie 1 Jahr liegt, ist Rasen und Unkraut ziemlich zuverlässig abgestorben. Die Erde ist bei mir unter der Folie voller Regenwürmer.

Probier's aus! Das klappt bestimmt! :)

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Re: Neuanlage von Gemüsebeeten auf Rasen

#3

Beitrag von SunOdyssey » Di 5. Feb 2019, 21:39

Hallo Flippy,

Ich mache das fast genauso, ich bin auch nicht Superstars und eher faul, ich habe auch wesentlich mehr Fläche als du. Wollte ich das alles umgraben, würde ich bald kaputte Ellenbogen und Handgelenke haben, daher mache ich das so:
Kompost auf den Rasen, Mulchfolie drüber, nach einem Monat fräsen, Folie wieder drüber und durch eingestochene Löcher so ähnlich wie Pitu das reinpflanzen, was du haben möchtest. Gut ist auch, wenn du noch Urgesteinsmehl und Hornspäne auf dem Kompost verteilst. Dann kannst du dich vor Gemüse nicht mehr retten. Ich habe keine Bretter drumherum, sondern richtige Hochbeete, da ich keine Lust auf Bücken habe. Du kannst damit schon Ende Februar anfangen, da die Folie schwarz ist, warm wird und Wasser durchlässt. Wenn du damit gut umgehst, kannst du die Folie mehrere Jahre benutzen.
Ich sage, was ich meine und ich meine, was ich sage

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Re: Neuanlage von Gemüsebeeten auf Rasen

#4

Beitrag von Pitu » Di 5. Feb 2019, 22:05

Warum machst Du Dir denn die Mühe mit dem Fräsen SunOdyssey? Das ist doch eigentlich nicht nötig bei der Folienlösung? Ich glaub schon, daß ein ungestörter Boden besser ist für das Bodenleben ...

Ich lasse die Folie immer 1 Jahr liegen. Bei starker Verunkrautung durch Giersch, Quecke auch noch ein 2. Jahr. Bei Brennesseln verwende ich mittlerweile allerdings zusätzlich noch Pappe unter der Folie, weil die tatsächlich manchmal durchpiekst. Bei der vermaledeiten Yucca Gehwegplatten ... :sauenr_1:

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Re: Neuanlage von Gemüsebeeten auf Rasen

#5

Beitrag von poison ivy » Mi 6. Feb 2019, 05:28

nu-ja Odyssee. wenn Du gern Plastik im Garten hast
in der Arbeit seh ich, dass das Unkraut durchaus nicht abhaelt

Flippy, ich hab grad erst, vorgestern?, 2x10m neues Blaubeerbeet auf die Tour angelegt
OK fast, Pappe, 15-20cm gut verrotteten Mist, Pappe, 15-20cm halbverrottete Hackschnitzel
aber ich will ja auch keine Gemuesekinde r-einsetzen sondern knie- bis huefthohe Blaubeerschoesslinge,
die gehen weniger leicht velohren

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Re: Neuanlage von Gemüsebeeten auf Rasen

#6

Beitrag von Spencer » Mi 6. Feb 2019, 10:45

Ich habe ja so einiges probiert.... ( Beispiele sind in unserem SV-Projekte Thread, falls wer Langeweile hat)
Rigolen war ziemlich erfolgreich, ist aber ein Knochenjob und zeitlich aufwändig, fällt für Dich also aus.

Lange Rede kurzer Sinn.
Wenn ich jetzt neue Beete anlege, fräse ich den Rasen mehrmals gut durch, harke die Grassoden aus und packe die als Damm an den Rand. Da kommt über's Jahr immer gut Mulch rauf und ein paar Kürbisse. Im Herbst ist der Damm dann auch "Erde".
Auf die gefräste Fläche lege ich im ersten Jahr Kartoffeln, die auch gut gemulcht werden.

Pappbeete, Heubeete..... habe ich alles probiert. War nicht der Renner. Im nächsten Jahr war die Wiese zurück gekehrt. Plastikfolie will ich auch nicht im Garten haben.... Ja ich weiß, die ist angeblich nur aus Maisstärke.

centauri

Re: Neuanlage von Gemüsebeeten auf Rasen

#7

Beitrag von centauri » Mi 6. Feb 2019, 11:03

Ja, ist schon komisch. Das eine funktioniert bei einem gut, beim anderen wieder nicht. Wir machen das wieder mit den Strohkartoffeln. Hat super geklappt. Kam aber auch ein halber Meter Stroh drauf. Mal sehen ob das dieses Jahr wieder klappt.
Nur dieses mal werde ich es vorher auch einmal durchfräsen. Kartoffeln ausgelegt und Stroh drauf. Fertig und abwarten. ;)

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Re: Neuanlage von Gemüsebeeten auf Rasen

#8

Beitrag von Flippy » Mi 6. Feb 2019, 19:52

Vielen lieben Dank für eure Antworten!!! Ich kann heute leider nichts mehr schreiben, aber ich habe noch einige Fragen! Wollte mich aber unbedingt heute noch melden, weil ich mich so gefreut habe! :michel: :herz:
Also danke euch und schönen Abend! :kuuh:

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Re: Neuanlage von Gemüsebeeten auf Rasen

#9

Beitrag von SunOdyssey » Mi 6. Feb 2019, 23:03

Ach, ich hab da nix gegen, nach Gebrauch wird sie nach Trocknen aufgerollt und immer wieder neu benutzt. Ich habe damit gute Erfolge und wenig Arbeit, was will ich mehr?
Ich fräse nochmal, weil ich es dann mit dem Pflanzen leichter habe, ich möchte es mir nicht schwerer machen, als es sein muss. Kann doch jede/r machen, wie er/sie will.
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Re: Neuanlage von Gemüsebeeten auf Rasen

#10

Beitrag von Pitu » Do 7. Feb 2019, 00:03

Also ich empfinde Fräsen ja als anstrengender, als mit der Handschaufel ein kleines Loch zu buddeln und pflanzen.
Außerdem überlasse ich lieber den Regenwürmern und anderen Lebewesen die Bodenbearbeitung. Da muß ich sie auch nicht zerhäckseln.

Aber das kann ja Jeder machen, wie er will... :holy:

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