Wölfe

Rati
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Re: Wölfe

#1281

Beitrag von Rati » Mo 26. Nov 2018, 17:45

Edermühle hat geschrieben:
Rati hat geschrieben: Aber wahrscheinlich möchte eine Statistik, die das Beutejagen der Wölfe als Übergriffe bezeichnet nicht all zu sehr darauf hinweisen, das die wohl doch nicht so bestialisch sind wie sie es gern hätten. :pfeif:
"Beeinflussung, Beschneidung, Eingriff, Einmischung, Einwirkung; (bildungssprachlich) Intervention"
Wenn ein Wolf Nutztiere reißt, sprich außerhalb seines Spektrums Beutejagd betreibt, ist das laut Duden ein Übergriff, auch wenn der Begriff mit der zitierten Bedeutung ,dann nicht mehr die "hetzterische" Wirkung hat wie Du sie gerne unsterstellen möchtest :pfeif: ...
Edermüller, wer schult den einen Wolf oder jedes andere Wildtier darin, das Nutztiere oder Nutzpflanzen außerhalb ihres Spektrums liegen? :pfeif: Sorry, aber DAS ist doch bitte nicht Dein Ernst oder?
Edermühle hat geschrieben:Diesen naheliegendsten Schluss zu ignorieren und daraus statdessen ab zu leiten sie hätte die davor bestehenden Risiken entweder ignoriert oder unterschätz, wird nur noch davon übetroffen ein jagendes Wolfsrudel mit einem springenden Hasen oder einem auffliegenden Fasan zu vergleichen.Das ist doch bitte nicht Dein Ernst oder?
was ich mir ernsthaft wünschen würde, wäre eine ehrliche Abschätzung der verhältnissmäßigkeiten von Risiken und nicht die punktuelle hervorhebung eines Faktes und die Vernachlässigung aller anderen Fakten. Wie zB Angst zu haben jetzt im Wald einem Wolf zu begegnen, während Angriffe von Wildschweinen schon seit vielen Jahren und viel öfter zu schweren Verletzungen und auch zu Totesfällen geführt haben.
Oder aber nun ohne Beweislage alles auf den neu ausgerufenen Volksfeind zu schieben:
Im Frühjahr hatten wir leider "Besuch" von einem Wolf auf der Weide. Bzw es ist sehr stark anzunehmen: es wurde in einer Nacht ein Wolf auf einer nahegelegenen Wildkamera gesichtet, etwa eine halbe Stunde später wurde eines der Pferde mehrere Kilometer entfernt von der Autobahnpolizei auf eine Landstraße eingefangen
oder einfach mal ohne Kenntnisse der Lebensweise Dinge zu postulieren
Ein Wolf, der lauert und beobachtet ist
(Wölfe sind keine Lauerjäger).
Und ja, ich polemisiere tatsächlich, weil die Situation einfach zu sehr an den Umgang mit unliebsamen (unliebsam gemachten) Wesen unserer eigenen Art erinnert.

Ich mein, da wurden jetzt zwei Statistiken verlinkt die beide die selbe Aussage haben: weniger Schaden am Nutztier bei steigender Zahl an Wölfen und trotzdem wird weiterhin in die selbe schwarze Tröte geblasen.
Ist das nicht echt ein wenig irrational? :kaffee:

Grüße Rati
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Re: Wölfe

#1282

Beitrag von Rati » Mo 26. Nov 2018, 17:49

Tika hat geschrieben:
Rati hat geschrieben:wenn du dir also erst mit der drohenden Möglichkeit eines auftauchenden Wolfes darüber einen Kopf gemacht hast, hast du all die anderen schon die ganze Zeit bestehenden Risiken entweder ignoriert, oder unterschätzt.
Sorry Rati, aber dazu fällt mir jetzt auch nix mehr ein :) :) :) ...
Mir auch Tika.

Weist du ich habe gerade erst am Wochenende ein Huhn durch einen Greifvogel verloren, vor zwei Jahren hat sich ein Fuchs reichlich bei mir bedient. Mit dem Risiko muß ich leben, niemals würde ich deshalb auf die Idee kommen zu verlangen das Greifvögel oder Füchse in der Nähe meiner Hühner gefälligts abzuschießen sind.

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Re: Wölfe

#1283

Beitrag von Rohana » Mo 26. Nov 2018, 18:07

Du könntest deine Hühner einfach vernünftig einzäunen und hättest deine Ruhe. Rinder, Pferde und Schafe sind vorm Wolf leider nicht ganz so leicht zu schützen - nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich...
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)

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Re: Wölfe

#1284

Beitrag von Rati » Mo 26. Nov 2018, 19:02

Tika, ich möchte mich bei dir für meinen letzten Beitrag entschuldigen. Was ich da geschrieben habe hat keinerlei Bezug zu dir und der Sorge um deine Tiere.
Das war eher prinzipiell gemeint.

Rohana, natürlich könner größere Tiere in Außenhaltung gegen größere Beutegreifer genau so geschützt werden wie kleinere Tiere in Außenhaltung gegen kleinere Beutegreifer.
Der einzige Unterschied ist, das uns damit die Erfahrung fehlt. Das die Maßnahmen funktionieren können zeigen die verlinkten Statistiken.

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Re: Wölfe

#1285

Beitrag von Taraxacum » Mo 26. Nov 2018, 19:26

Als wenn das so einfach wäre. Zäunen wir doch die ganze Landschaft fest ein damit nie und niemals ein Beutegreifer durch kommt. Dass dadurch Wege abgeschnitten werden, freie Flächen dem erholungssuchenden Nomalvolk entzogen wird etc. das wird natürlich gerne von den Mitmenschen in Kauf genommen. Sorry, so ein Schmarrn. Hüher und andere Kleintiere sind meist am Haus und nicht in der Pampa. Wenn ich dann für tausende von Euronen zauntechnisch aufrüsten dürfte, was aber vom Bauamt nie genehmigt werden würde, dann bleibt dieser Zaun für die Ewigkeit stehen. Dann kann aber auch kein Reh, kein Hase oder anderes Wildtier mehr auf die Wiesen und Weiden. Bleiben alle anderen Lebewesen halt ausgesperrt. Andere Menschen mit ihren Kindern und Hunden genauso. Wollen wir wirklich die ganze Landschaft mit Festzäunen verschandeln, die ganzen Deiche komplett absichern und sperren, jede Wiese, jede freie Fläche? Träum weiter. Einzig Vergrämung und Bejagung des Wolfes werden Abhilfe schaffen. Das ist in allen Ländern, wo es seit Jahren oder immer schon Wölfe gibt Usus, nur in Deutschland kann und will man das nicht so sehen. Da ist der Wolf lieb, frisst weder die 7 Geißlein, noch die Großmutter sondern lässt sich zum Veganismus bekehren. :bang:

Und was das Scheuen von Pferden angeht: wenn beim Ausritt ein Tier (Kaninchen, Ente...) aufgescheucht wird, springen die allermeisten Pferde beim Erschrecken kurz zur Seite, sehen,was da war und sind sofort wieder händelbar. Kopfloses Durchgehen ist da nicht die Regel. Und ja, ein Wolf lauert, auch um abzuschätzen, ob sich die Beute lohnt. Er kommt nicht einfach dahergerannt und fällt andere Tiere an. Er kann lange Zeit beobachten und schlägt dann zu.

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Re: Wölfe

#1286

Beitrag von penelope » Mo 26. Nov 2018, 20:37

Natürlich hohlt ein Fuchs auch Hühner. Aber ein Fuchs steht auch nicht unter einem so starken Schutz wie der Wolf aktuell. Der Fuchs ist im Jagdrecht. Du darfst Unernehmungen anstellen, um ihn zu vergrämen und wenn die Fuchspopulation irgendwo überhand nimmt, kann ein Jäger ihn schießen. Ich bin keine Gegnerin der Wölfe, sondern nur der Privilegien, die diese Tiere gegenüber anderen eingeräumt bekommen. Vor allem, da bei den Wölfen ja noch die besondere Gefahr droht, dass sie sich mit Hunden verkreuzen und dadurch ihre eigene Art gefährden können, was ein Grund mehr ist, sie möglichst auf Abstand zu halten.

Ich finde auch die Diskussion um die Herdenschutzhunde scheinheilig. Was macht den so ein Hund? In erster Linie soll er vergrämen, in letzter Konsequenz soll er jedoch im Ernstfall auch kämpfen und den Wolf erlegen. Das könnt auch einfach ein Jäger vom Hochsitz aus machen - scheint aber wohl nicht romatisch genug zu sein.

In meiner Umgebung werden Herdenschutzhunde eingesetzt und ich gehe auch ab und an mal an Weiden spatzieren, auf denen sie laufen. Gefährliche Bestien sind die, die ich hier sehe, absolut nicht. Für Betriebe im Hauptberuf kann es unter Umständen machbar sein, mit denen zu arbeiten, aber noch nicht mal die hier ansässige Schäferein, die unter anderen mit der Ausbildung der Hunde und mit Seminaren zum Herdenschutz Geld verdient, hält Herdenschutzhunde in jedem Fall für praktikabel (http://www.heidschnuckenherde.de).

Einen besonders hohen Zaun kann man unter Umständen ja noch bauen, aber wie will man den praktisch nach unten sichern? Aktuelle Empfehlung ist ein stromführende Litze 15 cm über dem Boden. Im Frühjahr wächst das doch in weniger als einer Woche dicht und dann war es das mit dem Strom. Sollen Weidetierhalter alle drei Tage Zäune ausmähen, weil es irgendwer aus irrationalen Gründen für natürlicher hält, wenn ein Wolf einen Stromschlag bekommt als wenn er ein Gummigeschoß abkriegt?

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Re: Wölfe

#1287

Beitrag von Tika » Mo 26. Nov 2018, 21:08

Rati hat geschrieben:Tika, ich möchte mich bei dir für meinen letzten Beitrag entschuldigen. Was ich da geschrieben habe hat keinerlei Bezug zu dir und der Sorge um deine Tiere.
Das war eher prinzipiell gemeint
??? Ähm, ok, wenn Du meinst, angenommen. Den letzten hab ich noch nicht mal persönlich genommen, warum auch. Den vorher allerdings schon. Werd mich jetzt einfach auch raushalten.
Falls es Dich mal in den Süden verschlägt bist Du herzlich eingeladen, dann könnten wir zusammen überlegen wie denn so einen praktikabler Schutz konkret vor Ort am Besten umgesetzt werden könnte. Ist ernst gemeint :)
Lebe das Leben, das Du liebst und liebe das Leben, das Du lebst.

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Re: Wölfe

#1288

Beitrag von Manuela » Mo 26. Nov 2018, 23:36

Gleich in ARD:
HEUTE / 22:45 - 23:30 / DAS ERSTE
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Re: Wölfe

#1289

Beitrag von Edermühle » Di 27. Nov 2018, 01:11

Rati hat geschrieben:Edermüller, wer schult den einen Wolf oder jedes andere Wildtier darin, das Nutztiere oder Nutzpflanzen außerhalb ihres Spektrums liegen? :pfeif: Sorry, aber DAS ist doch bitte nicht Dein Ernst oder?
Lenk nicht ab.Es ging darum, dass Du versucht hast dem sachlich völlig korrekt angebrachtem Wort "Übergriff" eine hetzerische und unsachliche Bedeutung zu verleihen um somit eine Studie zu diskreditieren. Ich habe dir das mittels Duden wiederlegt und schon springst Du zum nächsten Thema ("wer schult denn den Wolf..."), weils halt doof is, wenn man erwischt wird. Versteh ich ja eh :)
Und wenn Du einen legitimen und sachlich völlig korrekten Begriff missinterpretieren bzw ihm einen negativen Spinn geben möchtest, dann ist die Verlinkung zum Duden selbstverständlich mein Ernst. :aeh:

Rati hat geschrieben:was ich mir ernsthaft wünschen würde, wäre eine ehrliche Abschätzung der verhältnissmäßigkeiten von Risiken und nicht die punktuelle hervorhebung eines Faktes und die Vernachlässigung aller anderen Fakten. Wie zB Angst zu haben jetzt im Wald einem Wolf zu begegnen, während Angriffe von Wildschweinen schon seit vielen Jahren und viel öfter zu schweren Verletzungen und auch zu Totesfällen geführt haben.
Oder aber nun ohne Beweislage alles auf den neu ausgerufenen Volksfeind zu schieben
Hier ging es um Deinen völlig absurden Vergleich von springenden Hasen und auffliegenden Fasanen mit einem jagenden Wolfsrudel und nichts anderes - auch hier hilft Dein diskreditierender Spinn ("Volksfeind") nicht weiter und lässt einen als Diksussionspartner nur mehr mit dem Kopf schütteln.
"Volksfeind" beim Thema Wolf - sowas von unangemessen diese sprachliche Verknüpfung.
Würdest Du z.B Zecken, gegen die sich manche impfen lassen, als "Volksfeinde" bezeichnen oder, Autofahrer die ja viele Unfälle verursachen oder doch eher sachlich als eine potentielle Gefahr? :aeh:
Und ich wiederhole mich gerne bezüglich Deiner Wildschweine - nicht jeder teilt Deinen Humor "Eine Gefahr mehr? Gerne! Is eh schon wurscht."
Vereinfacht : Wenn es 4 Gefahren gibt und man ist dagegen eine 5te zu bekommen vernachlässigt man also die ersten 4 Gefahren und alle Fakten? :schaf_1:
Noch vereinfachter: Ich fahre Auto und stell mich beim Gewitter trotzdem nicht unter einen Baum oder aufs freie Feld sondern bleib im Haus - ist das jetzt auch irrational und ein Gewitter wird als "Volksfeind" bezeichnet?
Am einfachsten: jährlich sterben tausende Haustiere im Straßenverkehr und jetz läuft einer rum und erschießt 1x im Monat ne Katze - ist das dann auch eine Vernachlässigung aller Fakten, wenn man was dagegen hat?
Und überhaupt - "ohne Beweislage" ?! Ist das Dein Ernst - ja ok, ich weiß, Du meinst das tatsächlich ernst... :ohm:
Rati hat geschrieben: Und ja, ich polemisiere tatsächlich, weil die Situation einfach zu sehr an den Umgang mit unliebsamen (unliebsam gemachten) Wesen unserer eigenen Art erinnert.
Nein Du versuchst zwanghaft das Thema Migration in das Thema Wolf zu bringen, weil Diskreditierung dein letzter Strohalm zu seien scheint - ich finde das nicht nur entsetzlich sondern es dürfte auch den Forenregeln wiedersprechen.
Ich kann dich nur ein drittes mal in Folge darum bitten, das sein zu lassen und beim Thema zu bleiben -Danke.
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Re: Wölfe

#1290

Beitrag von Edermühle » Di 27. Nov 2018, 01:12

Rati hat geschrieben: Weist du ich habe gerade erst am Wochenende ein Huhn durch einen Greifvogel verloren, vor zwei Jahren hat sich ein Fuchs reichlich bei mir bedient. Mit dem Risiko muß ich leben, niemals würde ich deshalb auf die Idee kommen zu verlangen das Greifvögel oder Füchse in der Nähe meiner Hühner gefälligts abzuschießen sind.

Grüße Rati
Ein Greifvogel oder ein Fuchs sind aber kein Wolfsrudel (Einzelgänger vs Rudel,Größe, Gewicht, Gefahrenpotential, Beuteschema, Bejagungsrecht...) - eigentlich gar nicht soooo komplex... :pfeif:
http://www.edermuehle.com Nur die Angst begrenzt dein Tun

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