Wölfe

Olaf
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Wer fürchtet sich vorm bösen Wolf ?

#1

Beitrag von Olaf » Mi 22. Dez 2010, 10:45

Moin,
was ich noch berichten wollte:
Wo wir da 2 Dörfer weiter in Rädel Heu und Stroh holen waren, ganz nette Leute, halten wir auch immer noch ein bisschen Smalltalk und gucken in die Ställe.
Diesmal hat er neu 5 Kameruner beim Pferd mit drin gehabt.
Dann hat er aber erzählt, das waren schon immer seine, waren aber draußen außerhalb des Dorfes. Dann haben ihm die Wölfe vor ner Woche eins gerissen, die restliche Herde war mehrere Tage verschwunden, und ist dann im Dorf wieder aufgetaucht. Seitdem zwangseinquartiert.
Erzählt haben das schon öfter Leute, hier ist ein großer, zum Teil stillgelegter Truppenübungsplatz, einst der Russen, jetzt hat sich die Bundeswehr das natürlich gekrallt, dass es da wieder Wölfe gäbe. Gelegentlich stand auch mal was in der Zeitung wie unlängst http://beta.greenaction.de/beitrag/woel ... bei-raedel. Ich hab s immer viel Geschrei um nichts gehalten, das ändert sich, wenn man tatsächlich einen Betroffenen kennt. Und es sich zu häufen scheint.
Nun trifft es mich nur peripher, nur eine unsere Koppeln grenzt hinten an einen kleinen Wald, um den sich das Dorf ringförmig schließt, ich hab hinten außen vorm Elektrozaun noch mal Wildgehegezaun und außerdem, Rädel liegt auf der anderen Seite der Autobahn.
Trotzdem. Wer da in Rädel oder so wohnt müßte wohl etwas investieren, wenn er noch ruhig schlafen wollte. Und wer weiß, die Oder ist bestimmt schon wieder zugefroren, wer weiß, was da aus Polen nachrückt.
Oder auch *ironie an* ich find die Rückkehr der Wölfe ja ganz nett, solange sie nicht MEINE Tiere reißen *ironie off* .
LG
Olaf
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Re: Wer fürchtet sich vorm bösen Wolf ?

#2

Beitrag von kraut_ruebe » Mi 22. Dez 2010, 10:58

ich kann mir das grundsätzlich nicht vorstellen, meine tiere irgendwo ausserhalb zu halten, für mich geht nur direkt beim haus dran oder gar nicht.

wölfe hats hier nicht bei mir, aber es gibt ja noch andere gefahren, mir wär da unwohl meine viecher nicht im blickfeld zu haben.
wenn du denkst, abenteuer sind gefährlich, dann versuchs mal mit routine. die ist tödlich. (coelho)

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Re: Wer fürchtet sich vorm bösen Wolf ?

#3

Beitrag von raga » Mi 22. Dez 2010, 11:00

mir gehts da ähnlich .. wenn wir in unserer Gegend Wölfe bekommen .. dann haben wir ein Problem!!

ähnliches läuft gerade mit den Wildschweinen .. die haben unsere Gegend auch eben erst entdeckt ... und das find ich rein gar net gut!!

lg raga

Olaf
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Re: Wer fürchtet sich vorm bösen Wolf ?

#4

Beitrag von Olaf » Mi 22. Dez 2010, 11:40

ja, Chorge, ich hab grad mal geguckt, Du wohnst ja auch nur so gut 100 km unterhalb von uns. Siedeln die Wölfe bei Euch in der Dübener Heide? (Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, dort einen Teil meiner Armeezeit zu verbringen.) Sonst ist das ja ja auch recht dicht besiedelt. So hätten diese (ehemaligen) Armeegebiete ja echt was für sich.
Und versteht mich nicht falsch, ich begrüße das wirklich. Nur ich habe gemerkt, es wird Zeit, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Meine Zäune sind auch nur so 1,40 m. Aber ich könnte natürlich zu kritischen Zeiten die beiden hinteren Koppeln für die Ziegen sperren und zum Garten hin öffnen, damit die Hunde dort laufen können.
Apropos Hunde, im Frühjahr wollen wir uns wieder einen 2. kaufen (halte inzwischen Einzelhaltung von Hunden für nicht artgerecht). Nun brauch ich keinen expliziten Hütehund, hätt auch keine Zeit, keine Ahnung den auszubilden, hätt auch keinen Sinn, bei unserer eingezäunten Miniherde. Aber einer, der die Herde doch irgendwie, instinktiv, etwas verteidigt und nicht vor Lämmchen wegrennt wie unsere Kampf-Kira wär schon schön. Oder anschlägt, wenn die ausgebüchst sind. Weiß da einer eine Empfehlung?
LG
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Re: Wer fürchtet sich vorm bösen Wolf ?

#5

Beitrag von Theo » Mi 22. Dez 2010, 11:45

kraut_ruebe hat geschrieben:ich kann mir das grundsätzlich nicht vorstellen, meine tiere irgendwo ausserhalb zu halten, für mich geht nur direkt beim haus dran oder gar nicht.
Das ist schon vernünftig, wird aber nicht ausreichen, da die Raubtiere meist nachts kommen. Oder kommen die dann abends in den Stall?

Aus dem Artikel oben:
"Im vergangenen Jahr habe das Land mit einer Broschüre informiert, wie ein angemessener Zaun aussehen müsse. Solcher Schutz ist 1,90 Meter hoch und steckt 90 Zentimeter tief in der Erde. Zudem knickt das untere Erde noch ab, damit sich der Wolf nicht einfach hindurch buddeln kann. Peter Neuendorf hatte zusätzlich zu dem einfachen Zaun noch einen Elektrodraht um die Herde gespannt. Der war niedergetrampelt. Ob von den panischen Schafen oder den Wölfen, sei nicht klar."
Olaf hat geschrieben:Apropos Hunde, im Frühjahr wollen wir uns wieder einen 2. kaufen (halte inzwischen Einzelhaltung von Hunden für nicht artgerecht). Nun brauch ich keinen expliziten Hütehund, hätt auch keine Zeit, keine Ahnung den auszubilden, hätt auch keinen Sinn, bei unserer eingezäunten Miniherde.
Da müsstest Du wohl eine extra Herde haben, um den Fleischbedarf der Beschützer zu decken...
Gruß
Theo

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Re: Wer fürchtet sich vorm bösen Wolf ?

#6

Beitrag von Bunz » Mi 22. Dez 2010, 11:58

Hallo Olaf,
wenn Du Deine Tiere mittels Hunden schützen willst, brauchst Du keinen Hütehund, sondern einen Herdenschutzhund.
Diese Hunde bleiben immer bei der Herde und verteidigen sie gegen zwei-und vierbeinige Räuber.
Erzielt wird das dadurch, daß sie schon als Welpe zu den Schafen kommen. Dadurch fühlen sie sich sozusagen als Schaf.
Es soll sogar in unseren Wolfsgebieten Zuschüsse für solche Hund geben.
Trotzdem würde ich in unseren dichtbesiedelten Gebieten bei unseren Kleinstherden von solchen Hunden abraten.
Lieber kann man seine Tiere anders schützen.
Aber tolle Hunde sind das.
Kannst Dich ja mal so durcharbeiten.
lg
Bunz
Ach so...und da hat der Theo natürlich recht.
Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche und nicht durch die Apotheke.
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Re: Wer fürchtet sich vorm bösen Wolf ?

#7

Beitrag von Theo » Mi 22. Dez 2010, 12:02

Bunz hat geschrieben:Trotzdem würde ich in unseren dichtbesiedelten Gebieten bei unseren Kleinstherden von solchen Hunden abraten.Herdenschutzhund
Die Viecher werden ja im Gebirge schon länger verwendet. Es gibt häufiger Probleme mit harmlosen Wanderern, die ins Gebüsch gejagt werden :sauenr_1:
Gruß
Theo

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Re: Wer fürchtet sich vorm bösen Wolf ?

#8

Beitrag von Olaf » Mi 22. Dez 2010, 12:06

Hallo Bunz,
ich wagte nicht auf solch eine qualifizierte Antwort zu hoffen...
Danke!
Und geht das auch bei Ziegen ... die tyrannisieren doch den kleinen bestimmt.
Aber da lese mich schlau, der Begriff Herdenschutzhund sollte Lesefutter genug hergeben
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Re: Wer fürchtet sich vorm bösen Wolf ?

#9

Beitrag von Olaf » Mi 22. Dez 2010, 12:21

nagut, hast recht Bunz:
Diese eigenartige Symbiose kann aber nur entstehen, wenn die Herdenschutzhunde von Geburt an einem strikten Programm unterworfen werden: Sie müssen lernen, sich ganz den Schafen zugehörig zu fühlen. Dem Menschen dürfen sie nicht zu nahe gekommen sein und auch keine Zutraulichkeit entwickeln. Streicheleinheiten und Spielereien sind tabu,
Also werd ich auf einen gewöhnlichen Hund mit seinem Schutzinstinkt für sein Revier und sein Rudel hoffen. Unser gestorbener Retriever konnte auch Karnickel bis in die Buchte zurücktreiben, der wußte, wo die hingehören. Und Ziegen und Kinder vor fremden Hunden schützen. Einfach so, instinktiv. Muß man wohl etwas Glück haben...
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Re: Wer fürchtet sich vorm bösen Wolf ?

#10

Beitrag von Manfred » Mi 22. Dez 2010, 12:34

@Angela:
Das sagt sich streuzersiedelten Burgenland mit seinen am Haus arrondierten Grundstücken leicht.
In weiten Teilen Deutschlands ist die Realität eine andere. Enge Dörfer und die Grundstücke verstreut mit Abstand rund ums Dorf. Und Arbeitnehmer könnten mehr als das halb Jahr nicht mal die Tiere vor der Dämmerung in den Stall schaffen, wenn sie einen hätten und der am Haus läge.
Die Entschädigung scheint immer schwieriger zu werden. Siehe z.B. hier:
http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/ ... er-an.html
Wohl auch, weil den Töpfen dafür das Geld ausgeht.
Dass eine artgerechte und noch halbwegs wirtschaftliche Tierhaltung als Hobby oder Nebenerwerb mehr und mehr undmöglich gemacht wird, ist für mich ein starkes Argument gegen die Wiederansiedlung der Wölfe, bzw. für eine regionale Begrenzung und Übernahme ins Jagdrecht. Aber in Deutschland muss man ja immer alles mind. 10 x so bürokratisch regeln wie im Rest der Welt.
Die Schweden stehen ja vor der gleichen Herausforderung der wieder anwachsenden Wolfbestände. Die haben schon dieses Jahr Wölfe zum Abschuss frei gegeben und haben auch für nächstes Jahr eine Quote festgelegt um im Bedarfsfall eingreifen zu können.
Was aktuell in D passiert führt nur dazu, dass mehr und mehr betroffene Leute gegen die Wölfe sind und dass in Zukunft wohl noch häufiger zur Selbsthilfe gegriffen wird.
In Italien z.B. sollen ja auch Abschuss und Vergiftung durch Tierhalter die häufigste Todesursache bei Wölfen sein.

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