Westerwälder Kuhhund

Theorie und Praxis zu Hunden, die gezielt zur Arbeit eingesetzt werden
Adjua
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Re: Westerwälder Kuhhund

#31

Beitrag von Adjua » Di 23. Jul 2019, 07:55

Ach Jörg, wie willst du schon wieder wissen, wie ein Westerwälder Kuhhund auszusehen hat? Die Quellenlage ist dazu äußerst dünn. Baldur sieht genauso aus, wie sein Grossonkel mütterlicherseits, die Eltern dessen stammen beide vom Stahlhof, "originaler" geht's kaum.
Adolf vom Streitwasser V: Lux vom Stahlhof M: Tanja vom Stahlhof
Adolf vom Streitwasser V: Lux vom Stahlhof M: Tanja vom Stahlhof
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Baldur im Sommerfell
Baldur im Sommerfell
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Liegt vielleicht auch daran, dass Westerwälder Kuhhunde früher selten im Winter fotografiert wurden :engel:

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Manfred
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Re: Westerwälder Kuhhund

#32

Beitrag von Manfred » Di 23. Jul 2019, 08:49

Echte Arbeitshunde haben gar nicht auszusehen.
Die werden auf Fähigkeit und nicht auf Optik gezüchtet.
So einfach ist das.

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Re: Westerwälder Kuhhund

#33

Beitrag von Minze » Di 23. Jul 2019, 10:10

Ich habe einen neuen Hund aus dem Tierschutz, ausgesucht habe ich ihn, weil er fast so aussah wie mein vorletzter Hund, den ich auch nach 10 Jahren noch vermisse.

Das Überraschungspaket entpuppte sich als Hütehund, möglicherweise portugiesischer Schäferhund. Nun habe ich ja keine Tiere zum hüten, nur eine Herde Hühner. Das macht aber nichts, wie sich herausstellte, schon nach wenigen Tagen hat der Hund die Herde in die Voliere gebracht und das macht er nun zweimal täglich, ganz ruhig und gelassen. Es ist, als bestünde ein Band zwischen ihm und den Hühnern, denn er steht nur da und schaut sie an und sie setzen sich in Bewegung und laufen, gefolgt von ihm, in die Voliere.

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Liebe Grüße
Minze

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Re: Westerwälder Kuhhund

#34

Beitrag von Adjua » Di 23. Jul 2019, 10:26

Genauso ist es, Manfred. Die heutigen Westerwälder Kuhhunde sehen teilweise aus wie Spitze, manche wie Malinois mit Locken, und dann gibt's noch eine Art Typ Mini Bernhardiner (quadratisch mit breiterer Schnauze). Füchse sind auch nicht alle, da gibt's von sandfarben bis schwarzmarkig alle Varianten. Ohren können hängen, geknickt sein oder spitz sein. In der Größe können sie durchaus mehr als 50 cm sein, Baldur ist 57 cm, ein Bruder 58cm und ein Halbbruder sogar 60 cm. Und das alles kommt oft in ein und demselben demselben Wurf vor...

Die Ahnen der heutigen Hunde sind ca 30 Stück, die nach dem Krieg von Kurt Stahl zusammen gesammelt wurden, da die Freilandhaltung im Westerwald aufgegeben war und die Hunde keinen Nutzen mehr hatten. Angeblich haben manche Leute ihre Hunde sogar erschlagen...

Von diesen 30 Stück auf alle zu schließen ist historisch ziemlich problematisch, zumal so etwas wie Dokumentation bis auf ein paar alte Fotos so gut wie nicht vorhanden ist.

Heute gibt's vermutlich keine 40 Stück im vermehrungsfähigen Alter, davon stammt gut die Hälfte von Baldurs Mutter ab. Es gibt vielleicht drei oder vier Rüden, die im Moment noch decken können, die mit diesen Nachkommen (Geschwister und Halbgeschwister meines Hundes) nicht zu nah verwandt sind. Ähnlich mager schaut es mit Hündinnen aus.

Das heißt, die Partner für unsere Sippe müssen erst geboren werden, wenn man eine weitere Generation haben will, die nicht zu eng verwandt ist. Entsprechende Bestrebungen, die Besitzer der passenden Hündinnen zu überreden, decken zu lassen, laufen gerade. Mit Glück gibt es heuer ein oder zwei Würfe.

Von Aussuchen nach Farbe oder Typ ist daher im Moment sowieso nicht die Rede. Geschmacksfragen über den richtigen Typ oder den richtigen Charakter (eine Zeit lang waren möglichst klein und möglichst aggressiv besonders "typisch") haben der Erhaltung dieser Hunderasse ohnedies schon fast den Rest gegeben.

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Re: Westerwälder Kuhhund

#35

Beitrag von Adjua » Di 23. Jul 2019, 10:34

Cool, Minze, das macht Baldurs Vater auch. Unserer ist dafür noch etwas zu - sagen wir - "energisch". Wie gesagt, "Abstand" und "Langsam" sind nicht seine Lieblingswörter.

Aber er hat nie ein Huhn getötet. Wenn es ihm auf die Nerven ging, dass das Huhn flattert und herumläuft, anstatt zur Herde zu gehen, hatte es einfach eingefangen und sich drauf gelegt. Und vielleicht ein bisschen gerupft. Das habe ich ihm leider als Welpe erlaubt, wenn ich ein Huhn nicht erwischen konnte - er war da immer so viel schneller als ich :pfeif:

Im Moment haben wir keine Hühner, nach der Alm sind die Enten und die Kühe des Nachbarn wieder Trainingsobjekte.

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Re: Westerwälder Kuhhund

#36

Beitrag von Adjua » Di 23. Jul 2019, 10:57

Aber grundsätzlich: Ich halte den Westerwälder Kuhhund für den idealen Bauernhund für einen Rinderhalter.

Vorausgesetzt, dass der Bauer Hundeverstand mitbringt und den Hund konsequent erzieht und auslastet. Er ist robust, mutig, schmerzbefreit und sehr gut auszubilden. Ich verstehe, warum man die Schäferhunde aus solchen Hunden erzüchtet hat.

Als Hütehund kann man ihn mehr oder weniger weit ausbilden - ein Westerwälder Kuhhund war sehr erfolgreich beim Leistungshüten an Schafen. Für Kühe sind viele Manöver, wie sie bei Schafen gefragt sind, nicht notwendig.

Jeder Kuhhund sollte von Natur aus fähig sein, eine Herde zusammenzuhalten, und angreifende Kühe wirksam abzuwehren, ohne sie zu verletzen. Zuchtziel ist ein tiefer Griff an die Fesseln und an die Schnauze.

Man muss damit rechnen, dass der Hund zwei Jahre braucht, bis er an der Herde selbstständig arbeiten kann - manche können es früher, aber richtig verlässlich im Tempo regulierbar zu sein, braucht einfach seine Zeit. Gerade die Hündinnen scheinen manchmal mehr Ermutigung zu brauchen, bei den Rüden ist eher die Bremse gefragt.

Diese Hunde können sehr viel lernen - unter anderem, die Fruchtbarkeit von Kühen zu erschnüffeln.

Wenn man ihnen nicht so viel beibringt, sind sie immer noch wachsame, angenehme Hausgenossen und eine Lebensversicherung an Kühen. Das ist auch nicht wenig, wenn man bedenkt, dass jedes Jahr Bauern durch eine ihrer Kühe sterben oder schwer verletzt werden.

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Re: Westerwälder Kuhhund

#37

Beitrag von Adjua » Sa 27. Jul 2019, 18:24

https://www.br.de/nachrichten/bayern/la ... er,RXQWdgU

Das meine ich. Baldur hätte den Stier gehabt, bevor er den Bauern gehabt hätte.

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Re: Westerwälder Kuhhund

#38

Beitrag von smallfarmer » Sa 27. Jul 2019, 20:03

Angesichts dieser schlimmen Tragödie möchte deinen letzten Beitrag nicht kommentieren.
Mein Beileid gilt der betroffenen Familie.

Fred
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Re: Westerwälder Kuhhund

#39

Beitrag von Fred » So 28. Jul 2019, 03:28


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Re: Westerwälder Kuhhund

#40

Beitrag von Adjua » So 28. Jul 2019, 15:03

Fred hat geschrieben:BR- Unser Land: https://www.youtube.com/watch?v=RzpyGYt4mCI

Das ist der Hermann mit seiner Luzi, beide kenne ich. Zudem Videos sollte man wissen, dass der Hund noch sehr jung war und das Fernsehen unbedingt spektakuläre Bilder haben wollte. Herausgekommen sind dann ziemlich aufgeregt die Kühe die Luzi viel zu schnell getrieben hat.

Die Einstellungen, wo es schön langsam gegangen ist, haben sie nicht genommen.

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